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Kobel mit BVB-Saisonstart nicht ganz glücklich: "Haben noch zu oft Drama drin"

Dominik Hager
Gregor Kobel ist mit dem BVB-Auftakt nur semi-zufrieden
Gregor Kobel ist mit dem BVB-Auftakt nur semi-zufrieden / Joosep Martinson/GettyImages
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Mit Gregor Kobel hat der BVB im Sommer einen Torwart geholt, der den wankelmütigen Bürki und den soliden, aber nicht spektakulären Hitz ersetzen sollte. Der Neuzugang hat sich von Beginn an etabliert und seine beiden Landsmänner auf die Bank verdrängt. Voll und ganz zufrieden ist der 23-Jährige mit seinen ersten Monaten beim BVB allerdings noch nicht.


Stolze 15 Millionen Euro hat der BVB im Sommer an den VfB Stuttgart überwiesen, um das lang andauernde Torwart-Problem endlich zu lösen. Bezahlt gemacht hat sich das bislang noch nicht. Zumindest wenn man lediglich die Zahlen betrachtet. Mit 15 Gegentoren in zehn Spielen stellen die Borussen nur die siebtbeste Defensive der Liga und kassieren im Durchschnitt mehr Treffer als in der vergangenen Saison (41 in 34 Spielen).

An Gregor Kobel sind die Probleme jedoch nicht festzumachen. Der Keeper konnte zwar laut ligainsider.de bislang lediglich 63,4 Prozent der gegnerischen Schüsse abwehren, parierte allerdings starke 43,8 Prozent der Großchancen und strahlt Sicherheit sowie eine gute Strafraumbeherrschung aus.

Kobel mit BVB-Saisonstart nur halb zufrieden: "Es passt so"

Beim Bundesligaspiel gegen den 1.FC Köln konnte der Torwart dann endlich auch mal in der Liga eine weiße Weste wahren. Dies war ihm bis dahin noch nicht geglückt. Dementsprechend ist Kobel mit der sportlichen Lage der Dortmunder auch nicht ganz zufrieden.

"Es passt so. Wir hätten noch öfter gewinnen können, haben einige Punkte liegen lassen“, erklärte der Schweizer nach dem Köln-Spiel.

Trotz einiger Rückschläge belegen die Dortmunder Rang zwei in der Liga und sind sowohl im Pokal als auch in der Champions League auf Kurs. Die blamable 0:4-Pleite bei Ajax Amsterdam zeigte jedoch auch, dass der BVB noch immer ein Problem mit der nötigen Konstanz hat.

"Wir haben noch zu oft Drama drin. Aber wir spielen sehr offensiv und es macht ja auch Spaß, zuzuschauen", so Kobel zwiegespalten. Einen Torhüter wäre ein fades 1:0 aber vermutlich auch ab und an mal lieber als ein spektakuläres 3:2.

Kein Konflikt im BVB-Tor: Verhältnis zu Hitz und Bürki "sehr professionell"

Der neue Torhüter wird weiter fleißig mithelfen müssen, um die zu hohe Gegentoranzahl zurückzufahren. Die Konkurrenz sitzt ihm schließlich im Nacken, nachdem Hitz weiterhin dabei ist und auch Bürki nicht verkauft werden konnte. Wenngleich die Kombination von drei absolut bundesligatauglichen Torhütern selbstredend Konfliktpotenzial mitbringt, ist die Lage derzeit noch ruhig.

Kobel selbst beschrieb sein Verhältnis zu Bürki und Hitz als "sehr professionell". "Es ist halt als Goalie schon ein komisches Spiel: Auf der einen Seite bist du Konkurrent, auf der anderen Seite musst du dich gegenseitig pushen", erläuterte er die augenblickliche Situation.

Stand heute hat jedoch Kobel klar die Nase vorne. Der Ex-Stuttgarter ist deutlich jünger und mutmaßlich auch ein wenig talentierter als seine Konkurrenten. Sollte er sich keine Fehler-Serie leisten, dürfte er noch für viele Jahre BVB-Stammkeeper sein.

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