1. FC Köln

Unnötige Knie-OP statt Wechsel? Köln-Angreifer Andersson wehrt sich gegen Vorwürfe

Daniel Holfelder
Sebastian Andersson wechselte vor zwei Jahren  für 6,5 Millionen Euro von Union Berlin zum 1. FC Köln
Sebastian Andersson wechselte vor zwei Jahren für 6,5 Millionen Euro von Union Berlin zum 1. FC Köln / Dean Mouhtaropoulos/GettyImages
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Nach dem Ende der Transferperiode erhob der 1. FC Köln schwere Vorwürfe gegen Angreifer Sebastian Andersson. Der Schwede habe zahlreiche lukrative Angebote ausgeschlagen und sich stattdessen für eine unnötige Knie-Operation entschieden, so Geschäftsführer Christian Keller, der damit den Verdacht in den Raum stellte, der Profi wolle seinen Vertrag beim Effzeh aussitzen. Nun hat sich Andersson selbst zu den Vorgängen rund um seine Operation und den Verbleib in Köln geäußert.


In einem ausführlichen Interview mit dem schwedischen Online-Portal fotbollskanalen stellt Andersson zunächst klar, dass sein Wechsel zu Bröndby Kopenhagen nicht an angeblich zu hohen Gehaltsforderungen gescheitert ist, wie vielfach berichtet wurde. Stattdessen habe der Medizincheck in Kopenhagen ergeben, dass er sich genau der Knie-Operation unterziehen müsse, die nun stattgefunden hat. An dieser Stelle geht Andersson mit den Ärzten des 1. FC Köln hart ins Gericht.

Die Knie-Probleme und starken Schmerzen, unter denen er seit zwei Jahren leide, seien den Kölner Ärzten von Anfang an bekannt gewesen. Die Mediziner hätten ihm jedoch versichert, dass man gegen die Beschwerden nichts tun könne.

"Es ist eine Verletzung, die schon vor langer Zeit hätte behandelt werden müssen. Das haben die Ärzte bei Bröndby gesagt. Die Ärzte in Köln wussten von meinen Verletzungen. Sie haben ein MRT gemacht, als ich bei Köln unterschrieben habe, aber sie dachten, dass ich nichts dagegen tun könnte", so der 31-Jährige. "Es ist frustrierend, dass ich seit zwei Jahren mit ziemlich starken Schmerzen herumlaufe. Vor allem das erste Jahr war in Bezug auf die Schmerzen eine absolute Katastrophe. Das war sehr frustrierend."

Dass Andersson durchgehend unter Schmerzen gespielt hat, bestätigte Trainer Steffen Baumgart nach dem 4:2-Erfolg in Wolfsburg: "Seb hat immer gesagt, dass er Probleme hat. Wir waren mit ihm im Austausch. Da muss man Seb auch ganz klar verteidigen." (Zitiert via Bild)

Auch zu der Behauptung, er habe über 20 zum Teil lukrative Angebote ausgeschlagen, wie Geschäftsführer Christian Keller in der Bild erklärt hatte, bezog Andersson Stellung: "Es stimmt, dass es einige Angebote gab, aber in fast allen Fällen lief es darauf hinaus, dass mein Meniskus zuerst operiert werden musste. Das ist jetzt geschehen."

Der ehemalige Stürmer von Union Berlin kritisierte außerdem, dass der Effzeh keine klare Linie in der Kommunikation mit ihm verfolgt habe: "Im vergangenen Sommer wollte mich der Verein loswerden. Das wurde so kommuniziert. Nach dem geplatzten Bröndby-Transfer hieß es, dass ich gut trainieren würde und sie es weiter mit mir versuchen wollen. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir auch gesagt, dass es in Ordnung ist, wenn ich mich um mein Knie kümmere. Ich war ein bisschen verwirrt, ob ich spielen oder das Knie operieren sollte. Dann hatte ich das Gefühl, dass es an der Zeit war, das Knie zu operieren und es nicht noch weiter zu zerstören."

Wie lange er nun ausfallen werde, weiß Andersson nicht. "Es ist schwierig, die Rehabilitationszeit genau zu bestimmen Es kann zwischen vier und zehn Wochen dauern, bis ich wieder voll einsatzfähig bin", so der neunfache schwedische Nationalspieler, der gerne wieder für den Effzeh auflaufen würde. "Wenn ich wieder gesund bin, will ich in Köln spielen. Es wäre schön, wenn ich das tun könnte, wenn ich zurück bin." Gleichwohl schloss der 1,90-Hüne nicht aus, dass er nach dem zunächst geplatzten Wechsel zu Bröndby bald doch in der dänischen Hauptstadt spielen könnte.


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