Klopp lobt Tottenhams Entwicklung unter Mourinho - The Special One antwortet mit Sticheleien

Vor dem Spitzenspiel gegen den FC Liverpool provoziert Tottenham-Coach José Mourinho Jürgen Klopp.
Vor dem Spitzenspiel gegen den FC Liverpool provoziert Tottenham-Coach José Mourinho Jürgen Klopp. / Sebastian Frej/MB Media/Getty Images
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Am Mittwochabend (21 Uhr) treffen der FC Liverpool und Tottenham Hotspur im Top-Spiel des 13. Spieltags der Premier League aufeinander. Vor dem Duell des Spitzenduos erteilte Jürgen Klopp ein großes Lob an José Mourinho - doch The Special One sendete überwiegend Spitzen zurück.

Seit etwas mehr als einem Jahr hat José Mourinho bei Tottenham Hotspur die Zügel in der Hand. Nach dem FC Chelsea und Manchester United kann der Portugiese also auch den dritten von insgesamt sechs Top-Vereinen der Premier League auf seiner Liste abhaken, einzig beim FC Arsenal, FC Liverpool und Manchester City war er noch nicht tätig.

Die vergangene Saison beendeten die Spurs auf Rang sechs, derzeit liegen sie punktgleich mit Liverpool an der Tabellenspitze. Darüber wundert sich Jürgen Klopp nicht wirklich. Die Entwicklung sei "sehr beeindruckend", sagte der Liverpool-Coach laut The Times vor dem direkten Duell gegen die Nord-Londoner. "Wie sie dieses Jahr gespielt haben, ist wirklich gut."

Freut sich nicht unbedingt über Tottenhams positive Entwicklung: Jürgen Klopp
Freut sich nicht unbedingt über Tottenhams positive Entwicklung: Jürgen Klopp / Pool/Getty Images

Mourinho habe die Spurs zu einer "Ergebnismaschine" geformt, "sie haben gute Leistungen, und wenn sie nicht in Form sind, gewinnen sie trotzdem", so Klopp, der Parallelen zu seiner Mannschaft erkennt: "Wie sie aufbauen, wie sie Fußball spielen", das sei ähnlich zu seinen Reds. "Es stört sie nicht, sich zurückzuziehen und ein Ergebnis mit Kontern zu verteidigen, aber das ist nicht Tottenhams einzige Stärke. Was ich sehe, ist unglücklicherweise richtig gut."

Mourinho stichelt gegen Klopp: "Sie hatten Zeit"

Nun hätte Mourinho auf der Pressekonferenz vor dem Spiel dankend auf das Lob reagieren können - das wäre aber nicht seine Art. Stattdessen sendete er eine Spitze an den ärgsten Konkurrenten des ersten Saisondrittels, indem er einen Zahlenvergleich anstellte (via The Telegraph): "Liverpool ist das Resultat aus, wenn ich nicht falsch liege, 1894 Tagen Arbeit mit Jürgen. Wir sind das Resultat aus 390 Tagen. Aber diese 390 Tage sind verfälscht, weil viele dieser Tage vermutlich keine richtigen Arbeitstage waren, sondern Quarantäne-Tage, an denen man zuhause war und es nicht möglich war, zu arbeiten."

Gleichzeitig lobte Mourinho: "Ich glaube, die Arbeit muss perfekt sein, damit eine Mannschaft erreicht, was Liverpool bisher erreicht hat und was sie noch zu erreichen versuchen." Es müssten "viele Dinge zusammenkommen", um dieses Level zu erreichen - das wisse er aus eigener Erfahrung.

José Mourinho konnte sich ein paar Provokationen vor dem Top-Spiel gegen Liverpool nicht verkneifen
José Mourinho konnte sich ein paar Provokationen vor dem Top-Spiel gegen Liverpool nicht verkneifen / Sebastian Frej/MB Media/Getty Images

Die nächste Stichelei ließ aber nicht lange auf sich warten: "Eine Sache, die sie in genau diesen 1894 Tagen sehr, sehr gut gemacht haben, war, dass sie Zeit hatten", so der 57-Jährige. Klopp habe ausreichend Zeit gehabt, um "ein Profil und Prinzipien des Spiels zu etablieren, die die Basis für die Entwicklung des Teams waren", zusätzlich seien mit Virgil van Dijk und Alisson Becker zwei Schlüsselspieler zum richtigen Zeitpunkt verpflichtet worden.

"Alles, was sie tun, machen sie sehr, sehr gut", lobte Mourinho, der sich eine weitere Provokation nicht verkneifen konnte: "In einer bestimmten Phase meiner Karriere haben wir nicht so viel Zeit gebraucht, um erfolgreich zu sein. Wir haben es bei Porto, Inter und beide Male bei Chelsea ohne lange Dauer getan." Auch bei Tottenham ist der Erfolg unter seiner Leitung schnell zurückgekehrt - offen ist allerdings, ob er genau wie bei seinen vorherigen Stationen nach maximal zwei Saisons wieder verschwinden wird.