Klopp zu Katar: Spieler und Trainer sind "keine Politiker"

Daniel Holfelder
Jürgen Klopp will die WM aus einer rein sportlichen Perspektive verfolgen
Jürgen Klopp will die WM aus einer rein sportlichen Perspektive verfolgen / Eurasia Sport Images/GettyImages
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In den Augen von Jürgen Klopp sollten die Medien damit aufhören, Spieler und Trainer für die politischen Umstände der WM in Katar in die Pflicht zu nehmen. Der Trainer des FC Liverpool sieht in erster Linie die Journalisten selbst in der Verantwortung.


"Ich werde mir das Turnier aus einer sportlichen Perspektive heraus ansehen und mir gefällt es nicht, dass die Spieler zunehmend in die Situation geraten, eine politische Botschaft senden zu müssen", erklärte Klopp auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Tottenham Hotspur.

"Jetzt sagen wir den Spielern, dass sie diese oder jene Armbinde tragen müssen, und wenn sie es nicht tun, sind sie nicht auf dieser Seite, und wenn sie es tun, sind sie auf einer anderen Seite...", fuhr der deutsche Trainer fort. "Nein, nein, nein - das sind Fußballer. Es ist ein Fußballturnier, die Spieler gehen dorthin, um zu spielen und das Beste für ihr Land herauszuholen."

Klopp kritisiert Journalisten

In Richtung der Medien sagte Klopp: "Ich sehe die ganze Zeit diese Interviews: 'Wie ist es, hier zu sein?' und diese ganzen Fragen. Ich muss wirklich sagen, dass ich das nicht in Ordnung finde, wenn ihr den Spielern ständig diese Fragen stellt. Lasst sie einfach die Spiele spielen - die Spieler und die Trainer."

"Ihr seid alle Journalisten. Ihr hättet viel früher ein Statement setzen müssen. Ihr habt nicht kritisch genug berichtet. Wir alle, ihr mehr als ich, habt es [die Turniervergabe] vor zwölf Jahren geschehen lassen."

Auch in Bezug auf Englands Nationaltrainer Gareth Southgate wurde der Ex-BVB-Coach deutlich: "Bringt Gareth Southgate nicht andauernd in eine Situation, in der er zu allem Möglichem Stellung beziehen muss. Genauso wie ich ist er kein Politiker. Er hat eine Meinung, aber er ist kein Politiker. Er ist englischer Nationaltrainer. Lasst ihn das machen. Wenn ihr etwas anderes schreiben wollt, macht es. Aber macht es selbst und hört auf, uns zu fragen."


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