WM

Katar-"Ultras" und flüchtendes Publikum: Der WM-Auftakt der Fans

Daniel Holfelder
Viele Anhänger aus dem katarischen Fan-Block waren keine Katarer
Viele Anhänger aus dem katarischen Fan-Block waren keine Katarer / Chris Brunskill/Fantasista/GettyImages
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Nach einer enttäuschenden Leistung hat Katar das Eröffnungsspiel gegen Ecuador mit 0:2 verloren. Doch nicht nur sportlich ließ der WM-Auftakt zu wünschen übrig. Auch die "Fans" warfen Fragen auf.


Zum einen verließ ein Großteil der Zuschauer schon weit vor Abpfiff das Stadion, sodass sich die Ränge in der 75. Minute zur Hälfte geleert hatten. Viele Anhänger hatten schon vor dem Halbzeitpfiff genug. Ursprünglich waren 60.000 Anhänger ins Al-Bayt-Stadion von Al Khor gekommen.

"FIFA-Fan-Leader" und "falsche" Ultras

Zum anderen stammte eine beträchtliche Menge der katarischen Fans überhaupt nicht aus Katar. Das berichteten die Reporter Patrick Berger und Kerry Hau. Die beiden Sport1-Journalisten trafen vor Ort auf zwei südamerikanische Fans, die mehrmals "Katar, die beste WM aller Zeiten!" schrien und sich dabei von einheimischen Anhängern filmen ließen. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass es sich bei den beiden Südamerikanern um "FIFA Fan-Leader" handelte, denen der Weltverband den Flug ins Emirat finanziert hatte. Darüber hinaus würden sie kein Geld erhalten, betonte das Fan-Duo.

Auch die Katar-"Ultras" in den burgunderroten Trikots, die während der TV-Übertragung mehrmals zu sehen und für die Stimmung zuständig waren, stammten größtenteils nicht aus Katar. Viele von ihnen gaben an, Gastarbeiter aus Äthiopien, Bangladesch, Nepal oder Ägypten zu sein. "Die meisten kamen allerdings aus arabischen Ländern, die sich als Beduinen verstehen und es offenbar mit Katar halten", erklärt Sport1.

Weiter fielen den Reportern Berger und Hau die Gebetsräume im Stadion auf. Zahlreiche Anhänger beteten auch auf dem Boden zwischen den Tribünenaufgängen. Eine etwas skurrile Beobachtung betraf das Essensangebot im Stadion, denn bereits kurz nach Anpfiff waren die Vorräte an den Ausgabeständen aufgebraucht. Die Fans konnten ab diesem Zeitpunkt nur noch Getränke kaufen.


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