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Karl-Heinz Rummenigge verteidigt Katar-Deal: "Haben gutes Geld aus diesem Vertrag bekommen"

Oscar Nolte
Karl-Heinz Rummenigge verteidigt den Katar-Deal des FC Bayern
Karl-Heinz Rummenigge verteidigt den Katar-Deal des FC Bayern / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Karl-Heinz Rummenigge hat sich zum umstrittenen Thema Katar geäußert und die Kooperation des FC Bayern mit dem Emirat und der Fluglinie Qatar Airways verteidigt. Dabei wurden die monetären Interessen hinter der Partnerschaft deutlich als die humanen.


Das Thema Katar wird beim FC Bayern seit einigen Jahren rauf- und runtergespielt. Der Rekordmeister kooperiert mit Qatar Airways und hält zudem regelmäßig Trainingslager in Doha ab.

Dass der Verein mit dem Emirat ins Bett geht, kommt bei der Öffentlichkeit nicht gut an. Auch bei den Fans nicht. "Für Geld waschen wir alles rein", war am Samstag beim Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg auf einem Transparent zu lesen.

Rummenigge verteidigt Katar-Deal - Geld schlägt Menschenrecht

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge hat die Geschäftsbeziehung nun gegenüber dem WDR verteidigt. "Bayern München hat mit Qatar-Airways eine Partnerschaft und ich war da auch nie ein Pharisäer, wenn ich das mal so sagen darf. Wir haben gutes Geld aus diesem Vertrag bekommen", sagte der 66-Jährige, der in diesem Jahr seinen Posten beim FC Bayern räumte.

Den monetären Vorzügen stehen die menschenunwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen im Emirat Katar gegenüber. Diese Kritik muss sich auch die FIFA gefallen lassen, die dem Staat aus dem Persischen Golf die Austragungsrechte für die WM 2022 zusprach. Laut dem Guardian starben seitdem 6.500 Arbeitsmigranten in Katar.

Eigentlich nicht tragbar für einen Verband wie die FIFA oder einen Verein wie den FC Bayern. Die turteln selbstredend aber nicht mit den Arbeitsmigranten, sondern den reichen Geldsäcken aus dem Emirat. Der fadenscheinige Vorwand, man wolle die Bedingungen in Katar verbessern und die dort lebende Gesellschaft entwickeln, lahmt.

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Der FC Bayern und Katar: eine lukrative Beziehung / KARIM JAAFAR/GettyImages

Im Gespräch mit dem WDR bediente sich Rummenigge jedoch wieder eben jenem Vorwand. "Man muss grundsätzlich auch sagen, dass in Katar von allen arabischen Staaten im Moment die besten oder die größten Verbesserungen da sind in Sachen Menschen- und Arbeitsrechte. Dass die keinen vergleichbaren Standard mit Deutschland oder Europa haben, das ist bekannt", erläuterte Rummenigge.

Er habe mit Organisationen, die in keinem Zusammenhang mit der Regierung stehen, gesprochen und Möglichkeiten erörtert, die Situation vor Ort zu verbessern. Der FC Bayern engagiere sich seit Beginn der Kooperation gesellschaftspolitisch im Emirat, so Rummenigge.

Das steht im Kontrast zu beunruhigenden Berichten von Amnesty International. "Ich bin da grundsätzlich optimistisch, dass sich die Menschen- und Arbeitsrechte in diesen Ländern, insbesondere in Katar, auch durch den Fußball schon verbessern werden", forderte Rummenigge trotzdem. Genauso wie "Rolex-Kalle" zu Beginn der Pandemie eine Impfpriorisierung für Fußballer forderte, um eine Vorbild-Funktion zu erfüllen. Das hat Bayern-Liebling Joshua Kimmich mittlerweile ad absurdum geführt.

Es ist - und das ist jedem einsichtlich, der zwischen den Zeilen liest - purer Opportunismus, den Karl-Heinz Rummenigge bei sensiblen Themen wie Impfstoffen oder Menschenrechten betreibt. Die Sportschau, die dem ehemaligen Bayern-Boss schon häufiger zum Thema Katar auf den Zahn fühlte, drückt es präzise aus: "Am Ende geht es ums Geld" - und um nichts anderes.

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