Jude Bellingham

Wüste Kritik nach Bellingham-Zusammenprall: Rose rechtfertigt sich

Dominik Hager
Jude Bellingham spielte gegen Mainz 05 trotz eines Zusammenpralls weiter
Jude Bellingham spielte gegen Mainz 05 trotz eines Zusammenpralls weiter / Alex Grimm/GettyImages
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Nicht nur Medizinern ist es bestens bekannt, dass man bei Kopfverletzungen äußerst vorsichtig sein muss und ein Spieler nur dann weiterspielen kann, wenn jegliches Risiko ausgeschlossen werden kann. Eine Szene mit Jude Bellingam sorgte beim Spiel der Dortmunder gegen Mainz für ordentlich Verstimmung. In der PK versuchte BVB-Coach Marco Rose nun, die Gemüter zu beruhigen.


Trotz seiner Jugend ist Jude Bellingham bereits jetzt der wichtigste Spieler im Dortmunder Mittelfeld und einer der Gründe dafür, dass das Titelrennen noch spannend ist. Aufgrund der angespannten Personalsituation ist der Engländer praktisch unverzichtbar. Ist Borussia Dortmund daher sogar bereit, den Spieler gesundheitlichen Risiken auszusetzen?

Das vermittelte Bild am Mittwoch beim Nachholspiel gegen Mainz 05 war jedenfalls nicht gut. Nach einem Zusammenprall infolge eines Luftkampfes mit Niklas Tauer, blieb der Spieler zunächst liegen. Anschließend wurde der am Kopf getroffene Kicker unter Betreuung der Mediziner in Richtung Kabine gebracht und ein Wechsel vorbereitet. Dann tauchte Bellingham aber plötzlich wieder auf und spielte weiter, als wäre nichts gewesen.

Die Reaktion im Netz reichte von Empörung bis zu kompletten Entsetzens. Auf Twitter fiel sogar das Wort "Schande", während munter über die Medizinische Abteilung des BVB hergezogen wurde.

Rose verteidigt Bellingham-Rückkehr: "War schon wieder ansprechbar"

Marco Rose versuchte nun, die Geschehnisse zu erklären und einzuordnen. "Leute bewerten gerne, was sie von weit weg sehen. Ich war sofort auf dem Platz, Jude war schon wieder ansprechbar", erklärte der Coach. Er habe den Doc, der alles gecheckt hat gefragt, "was er machen konnte".

Als dieser das Freizeichen gab, entschied sich Rose dafür, Bellingham weiterspielen zu lassen. Rose vertraut seinen Medizinern voll und ganz, was er als Trainer natürlich gewissermaßen auch tun muss. "Da sind schon Profis am Werk. Man kann schon davon ausgehen, dass alle im Klub versuchen, die Gesundheit der Spieler über alles zu stellen", stellt er sich hinter das Team.

Damit widerlegt er auch die Express-These, die besagte, dass Rose sich über die Entscheidung der Ärzte hinweggesetzt hat.

Prinzipiell muss man Rose, insofern er die Wahrheit sagt, hier Recht geben. Wenn der behandelnde Arzt sein Freizeichen gibt, kann er den Spieler natürlich weiterspielen lassen. Klar ist aber auch, dass die Tatsache, dass Bellingham schon wieder ansprechbar war, auf keinen Fall allein ausreichen darf, um einen Spieler aufs Feld zurückzuwinken.

Dass der Einsatz von Bellingham in Hinblick aufs Wochenende wackelt, spricht zudem klar dafür, dass es eine Fehlentscheidung war, den Youngster weiterspielen zu lassen.


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