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Jovic muss in Quarantäne - und steht bei Real Madrid vor dem Aus!

Luka Jovic
Vom Hoffnungsträger zum Problemfall: Luka Jovic und sein schwieriges erstes Jahr bei Real Madrid | Quality Sport Images/Getty Images

Im vergangenen Sommer überwies Real Madrid 60 Millionen Euro nach Frankfurt um sich die Dienste des serbischen Stürmers Luka Jovic zu sichern. Halb Europa war hinter dem Torjäger der Eintracht her - die Spanier machten am Ende das Rennen. Doch bislang konnte der 22-jährige Angreifer in keiner Weise diese Verpflichtung rechtfertigen. Und allmählich scheint auch der Klub die Geduld mit ihm zu verlieren.

Das hat zum einen natürlich sportliche Gründe, denn die drei Scorerpunkte (2 Tore, 1 Assist) in 16 Liga-Einsätzen sind zweifellos eine sehr magere Ausbeute für einen Spieler seiner Klasse. Doch noch mehr als die fehlenden Tore und Vorlagen von Jovic ist man an der Avenida de Concha Espina besorgt über die offensichtlich fehlende mentale Reife des Stürmers.

Jovic setzte sich mehrmals über die Isolationsregeln hinweg

Da war zum einen sein nicht mit dem Klub abgesprochener Kurz-Trip nach Serbien. Mitten in der Corona-Pandemie und zu einem Zeitpunkt, als eigentlich alle Spieler von Real in Madrid und in mehr oder weniger regidem Hausarrest hätten weilen sollen. Doch Jovic flog einfach mal in seine Heimat, interpretierte auch die dortigen Abstands-und Isolationsregeln recht kreativ (was ihm sogar einen Rüffel von Serbiens Staatspräsidenten einbrachte) und kam dann auch noch verletzt wieder zurück in die spanische Hauptstadt.

Dort war zu der Zeit schon der Sommer ausgebrochen. Und wie feiert man die warme Jahreszeit? Genau, mit einem netten Grill-Abend unter Freunden. Zusammmen mit seinen Landsleuten Ivan Saponjic (Atlético Madrid) und Nemanja Maksimovic (FC Getafe), unter anderen, offenbarte Jovic auch da ein beunruhigendes Desinteresse was die Einhaltung von Regeln betrifft. Zu guter Letzt gab er in der vergangenen Woche den Gastgeber für einen Freund - der sich am Ende als Covid-19-positiv erwies.

Was diesen letzten Zwischenfall betrifft, hatte Jovic wenigstens den Klub darüber informiert, dass er Besuch von außerhalb bekommen würde. Da er bislang auch noch nicht wieder mit seinen Mannschaftskollegen trainiert hat, musste demnach auch nicht die komplette Mannschaft der Königlichen in Quarantäne (was wohl erhebliche terminliche Probleme, mindestens, nach sich gezogen hätte).

An Benzema kommt Jovic nicht vorbei

Nun, in der häuslichen Isolation, kann sich Jovic ja vielleicht mal ein paar Gedanken über sein erstes Jahr bei Real Madrid machen. Bevor es nämlich sein letztes wird. Denn aufgrund der genannten Gründe scheint sich bei Real Madrid immer mehr die Idee durchzusetzen, den Serben zumindest zu verleihen, um ihm die nötigen Einsatzzeiten zu verschaffen. Im System von Trainer Zinédine Zidane ist dessen Landsmann Karim Benzema der gesetzte Stoßstürmer. Zwar wurde Zizou in den vergangenen Wochen und Monaten nicht müde zu verkünden, dass er weiter an Jovic glaube und ihm auch die entsprechenden Chancen geben wolle, aber angesichts des mangelnden Feedbacks vonseiten des Spielers, stehen die Zeichen nun doch auf Trennung.

Luka Jovic
Seltenes Bild: Jovic jubelnd im Real-Trikot | DeFodi Images/Getty Images

Und die könnte sogar definitiver Natur sein, denn mittlerweile stehen die Real-Offiziellen wohl auch einem endgültigen Verkauf von Jovic nicht mehr ablehnend gegenüber. So zumindest berichtet es die Marca. Immer natürlich unter der Voraussetzung, dass der Preis einigermaßen stimmt. Denn aktuell wird wohl kaum ein Klub in Europa die 60 Millionen Euro zahlen, die Real vor einem Jahr für Jovic auf den Tisch gelegt hat. Eine tatsächliche serbische Legende von Real Madrid, der frühere Weltklassestürmer Pedrag Mijatovic, hat bereits den Daumen über Jovic gesenkt. Gegenüber dem Radiosender Cadena SER (via marca.com) sagte der Torschütze der Séptima (beim 1:0 gegen Juventus 1998): "Wenn man die Details betrachtet, dann hat er es nicht verdient, als Spieler von Real Madrid bezeichnet zu werden." In nur einem Jahr ist Jovic somit vom Hoffnungsträger zum praktisch Aussortierten mutiert. Die Schuld daran sollte er vor allem bei sich selbst suchen.