90min
VfL Wolfsburg

Josip Brekalo will nur noch weg - Kein Käufer in Sicht

Dominik Hager
Josip Brekalo könnte sich mit seinen Wechselambitionen böse verpokern
Josip Brekalo könnte sich mit seinen Wechselambitionen böse verpokern / Maja Hitij/Getty Images
facebooktwitterreddit

Josip Brekalo steht eine Woche vor Pflichtspiel-Start mit beiden Beinen im Nirgendwo. Der Wolfsburger Offensivspieler möchte den Tabellen-Vierten der abgelaufenen Saison verlassen und zu einem noch größeren Klub wechseln. Nur scheint es derzeit keinen Verein zu geben, der in Brekalo den großen Star sieht, den er vielleicht in sich selbst erkennt.


Eigentlich hat Josip Brekalo beim VfL fast alles, was man sich als Profi-Spieler wünschen kann. Der 23-Jährige spielt in einer großen Liga und in einem Verein, der in der kommenden Saison in der Champions League vertreten sein wird. Zudem hat der Kroate auf seiner Position keine überragende Konkurrenz, wodurch ein Stammplatz eigentlich locker möglich wäre.

Allerdings scheint sich der Außenbahnspieler mit seiner Unzufriedenheit und seinem Wechselwunsch derzeit selbst ein Bein zu stellen. Jedenfalls ist kein Verein in Sicht, der die aufgerufenen 15 Millionen Euro bezahlen möchte. Selbst ständige Berater-Wechsel bringen Brekalo diesbezüglich nicht weiter.

Schmadke bestätigt Wechselwunsch von Brekalo

Am Abschiedswunsch des Spielers besteht kein Zweifel mehr. "Josip hat den Wunsch geäußert, sich verändern zu wollen", bestätigt Geschäftsführer Jörg Schmadtke gegenüber dem kicker. "Dazu gehören aber drei Parteien," ergänzt er.

Die Konsequenz: Josip Brekalo steht ohne neuem Arbeitgeber da und hat sich beim VfL auch nicht besonders beliebt gemacht. Offenbar scheint auch seine Einstellung im Training eher mäßig zu sein. Anders lässt sich schwer erklären, warum der Offensivspieler im Test gegen Atlético Madrid nicht eingesetzt wurde.

van Bommel
Mark van Bommel sieht Brekalo derzeit nicht in der ersten Elf / BSR Agency/Getty Images

VfL-Coach Mark van Bommel war sichtlich bemüht, keine große Sache aus der Ersatzrolle des Spielers zu machen, was ihm aber nur bedingt gelang.

"Ich habe mir Gedanken gemacht und diese Entscheidung getroffen. So ist es halt im Fußball", wird er vom kicker zitiert. Übersetzt bedeutet das im Prinzip, dass Brekalo im Kampf um Einsatzzeiten das Nachsehen hat.

Der Spieler selbst scheint mit seinem Klub bereits abgeschlossen zu haben. Das Fachmagazin berichtet zudem, dass der Außenbahnspieler seine Wohnung bereits gekündigt habe und eher ein einsames Dasein im Training fristet. Mit den Gedanken scheint er schon ganz in Italien, Spanien oder England zu sein.

Verzockt sich Brekalo bei der Klub-Suche?

Allerdings wäre Brekalo nicht der erste Kicker, der sich aufgrund von Selbstüberschätzung massiv verpokert. Konstante Top-Leistungen hat der 23-Jährige in den vergangenen Jahren eben auch nicht abgeliefert. In der letzten Bundesliga-Spielzeit erzielte er sieben Tore und gab drei Vorlagen, was okay, aber auch nicht sonderlich berauschend ist.

Eigentlich könnte er demnach absolut glücklich darüber sein, noch bis 2023 bei einem Champions-League-Klub unter Vertrag zu stehen. Natürlich versprüht der VfL nicht das ganz große Flair und ist kein Traditionsklub mit einer großen Fan-Base, jedoch macht Brekalo selbst eben auch nicht so wahnsinnig viel her.

Ein talentierter und technisch beschlagener Offensivspieler ist er zweifellos, aber die gibt es im Fußball wie Sand am Meer. Dass die internationalen Top-Klubs ihn nicht unbedingt auf dem Zettel haben, überrascht demnach nicht. Brekalo täte gut daran, sich die Tür Wolfsburg nicht selbst vor der Nase zuzuschlagen.

facebooktwitterreddit