Bayern München

Joshua Zirkzee als Verkaufskandidat: Macht der FC Bayern einen Fehler?

Dominik Hager
Joshua Zirkzee gehört zu den Verkaufskandidaten beim FC Bayern
Joshua Zirkzee gehört zu den Verkaufskandidaten beim FC Bayern / Alexandra Beier/GettyImages
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Die Ära Robert Lewandowski beim FC Bayern ist Geschichte. In der kommenden Saison wird ein anderer Spieler die Rolle im Sturm übernehmen müssen, egal ob es sich dabei um eine falsche Neun oder einen richtigen Mittelstürmer handelt. Für Leih-Rückkehrer Joshua Zirkzee ist die Situation im Bayern-Angriff spannend wie nie, zumal für die Offensive wohl nur noch der 17-jährige Mathys Tel verpflichtet wird. Ein Abgang des jungen Niederländers scheint trotzdem möglich.


Die Zukunft von Joshua Zirkzee ist weiterhin ungeklärt. Laut Angaben von Sky-Redakteur Florian Plettenberg steht vermutlich ein Abgang des Sturm-Youngsters bevor. Plettenberg twitterte, dass der Angreifer den FC Bayern zwar liebe, er aber trotzdem zu den Top-Verkaufskandidaten gehöre.

Die Münchner sollen eine Ablöse von zehn bis 15 Millionen Euro fordern. Derzeit soll es Gespräche mit Klubs aus der Premier League (wohl Newcastle United) und der Serie A (gemäß Sky Italia der FC Bologna) geben. Zudem sei auch eine Rückkehr nach Holland zu Ajax und PSV Eindhoven möglich. Für den VfB Stuttgart ist der Spieler hingegen zu teuer.

Plettenberg zufolge möchte der Spieler in spätestens ein bis zwei Wochen Klarheit, was seine Zukunft angeht.

Bayern vor Zirkzee-Verkauf: Machen die Münchner einen Fehler?

Die Einstellung der Bayern in Sachen Joshua Zirkzee kann man durchaus mal kritischer hinterfragen. Der 21-Jährige hat schließlich schon im Junioren-Alter gezeigt, dass er ein herausragendes Talent ist, ehe er Probleme hatte, sich im Profi-Bereich durchzusetzen und an seiner Einstellung arbeiten musste. Seine letzte Saison beim RSC Anderlecht war mit wettbewerbsübergreifend 18 Toren und 13 Vorlagen aber sehr stark. Ebenso hervorzuheben waren seine Leistungen in der U21 der Elftal, die Zirkzee jüngst als Kapitän auf das Feld geführt hat.

In Zirkzee schlummert ein großer (1,93 Meter) und technisch starker Stürmer, der sowohl Tore erzielen, als auch vorbereiten kann. Selbst mit dem Rücken zum Tor und im Passspiel verfügt er über Qualitäten, die für einen Angreifer nicht selbstverständlich wäre.

Blickt man auf den aktuellen Status Quo, macht es eigentlich überhaupt keinen Sinn, Zirkzee zu verkaufen. Mit Eric Maxim Choupo-Moting und eben Zirkzee gibt es nur zwei Mittelstürmer im Kader. Selbst wenn man auch mit einer falschen Neun vorne plant, muss man sich die Alternative offen lassen, einen echten Angreifer bringen zu können. Diese Experimente mit einer falschen Neun gehen insbesondere gegen defensivstarke Mannschaften einfach zu oft voll daneben.

Zeitpunkt für Zirkzee-Chance bei Bayern gekommen

Warum also nicht auch auf die Qualitäten von Joshua Zirkzee bauen? Zwar hat man auch noch Choupo-Moting, jedoch ist der 33-Jährige kein Spieler, der eine langfristige Lösung darstellen und sich noch weiterentwickeln kann. Der Zeitpunkt, um auf Zirkzee zu setzen, wäre jetzt gekommen, was im Grunde der positivste Aspekt des Lewandowski-Abschieds ist. Es wäre ein gutes Zeichen für alle Campus-Spieler, wenn dem eigenen Schützling die Chance gegeben wird, die er sich mit seinen Leistungen im letzten Jahr verdient hat.

Sollte noch ein neuer, etablierter Neuner kommen, wäre ein Verkauf von Zirkzee wohl für alle Beteiligten sinnvoll - kommt jedoch nur Talent Mathys Tel, der im Übrigen offensiv auch mehrere Positionen spielen kann, wäre der Zirkzee-Bedarf sicherlich nicht gestillt. Den Oranje-Stürmer dann für zehn bis 15 Millionen Euro vom Hof zu jagen, erscheint trotz Vertragsende 2023 nicht als sinnvoll. Eine Verlängerung wäre die bessere Variante.


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