DFB-Team

Joachim Löw schwärmt von Matthias Ginter - Gladbacher Stammspieler bei der EM?

Dominik Hager
Matthias Ginter hat bei Joachim Löw allerbeste Karten
Matthias Ginter hat bei Joachim Löw allerbeste Karten / Mika Volkmann/Getty Images
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In der deutschen Abwehrkette gelten derzeit Antonio Rüdiger und Mats Hummels als gesetzt. Um den dritten freien Platz kämpfen Niklas Süle und Matthias Ginter. Allerdings ist es fraglich, ob wir dabei überhaupt noch von einem offenen Kampf sprechen können. Derzeit scheint der Gladbacher bei Bundestrainer Joachim Löw klar die besseren Karten zu haben. Der DFB-Coach äußerte sich auch in der PK sehr positiv zu "Mr. Zuverlässig".


Im letzten Training vor dem Testspiel gegen Lettland agierte Matthias Ginter als rechter Innenverteidiger und damit genau auf der Position, auf der er bereits gegen Dänemark überzeugte. Nach einer klasse Rettungsaktion per Grätsche hörte man beispielsweise ein lautstarkes "Klasse Matze" von Joachim Löw durchs Stadion hallen. Aus der Startelf scheint der 27-Jährige nicht mehr wegzudenken zu sein. Diese Annahme bestätigt Löw mit einer längeren Lobesrede auf der Pressekonferenz.

Löw überschüttet Ginter mit Lob: "Ist die Zuverlässigkeit in Person"

"Matthias Ginter ist jetzt schon längere Zeit dabei. Er ist unglaublich verlässlich, er erfüllt die Aufgabe, die man ihm stellt. Er versteht alles sehr schnell, ist die Zuverlässigkeit in Person! Er ist keiner, der auffällt, aber ganz wichtig für das Gefüge auf dem Platz. Er sorgt mit seiner Kopfballstärke dafür, dass bei Flanken in der Offensive große Gefahr herrscht und eine Sicherheit in der Defensive. Was er taktisch leistet und mit seiner Art, Zweikämpfe zu bestreiten, das ist einfach gut. Er hat uns da bei der Nationalelf noch nicht enttäuscht,“ redet sich der Bundestrainer förmlich in einen Rausch.

Für Ginter scheint der große Moment im Nationalteam endlich gekommen zu sein. Zwar stand er bereits beim WM-Titel 2014 im Kader, spielte jedoch noch bei keinem Turnier eine größere Rolle. Sein gutes Verhältnis zu Joachim Löw hat darunter jedoch noch nie gelitten. Besonders beeindruckt zeigte sich der Fohle davon, dass der Bundestrainer ihm im vergangenen Jahr sogar persönlich zur Vaterschaft gratulierte.

„Damit hatte ich auch nicht unbedingt gerechnet. Das war sehr schön und zeigt, dass er auch außerhalb des Platzes ein toller Mensch ist,“ freut sich Ginter.

Ob Viererkette oder Dreierkette: Ginter hat derzeit gute Karten

Stellt sich nur die Frage, ob Ginter nicht letztlich der Leidtragende sein könnte, wenn sich der Bundestrainer doch auf eine Viererkette festlegen sollte. Der Abwehr-Allrounder macht sich darüber jedoch keine größeren Gedanken.

„Für das Turnier ist es wichtig, dass wir verschiedene Systeme spielen können. Wir sind alle so geschult, dass wir beide Systeme spielen können", stellt er klar.

Allerdings wäre es auch naheliegend, dass Ginter bei nur zwei Innenverteidigern ins zweite Glied rutschen könnte. In diesem Fall dürfte ihn jedoch seine Flexibilität im Team halten. Im Falle einer Viererkette würde Joshua Kimmich mit ziemlicher Sicherheit im Mittelfeld auflaufen. Demnach wäre auf der Rechtsverteidiger-Position wieder ein Platz frei. Dieser könnte von Ginter, Süle oder Klostermann eingenommen werden.

Da der Gladbacher derzeit jedoch generell vor dem Münchner steht, würde es wohl auf ein Duell mit Klostermann hinauslaufen. Zwar ist Ginter deutlich langsamer als sein Konkurrent, jedoch spricht sein starkes Zweikampfverhalten, sein sauberes Passspiel und seine Verlässlichkeit für ihn.

Derzeit sieht es also danach aus, als würde der "Löw-Liebling" bei der WM auf alle Fälle in der Startelf stehen. Gegen die Franzosen wird er dies vermutlich rechts in der Dreierkette, wohingegen er im weiteren Turnierverlauf auch als richtiger Rechtsverteidiger zum Einsatz kommen könnte.

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