Jerome Boateng über seinen Fast-Abschied vom FC Bayern und die Wende unter Hansi Flick

Florian Bajus
Hat ein bemerkenswertes Jahr 2020 hinter sich: Jerome Boateng
Hat ein bemerkenswertes Jahr 2020 hinter sich: Jerome Boateng / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Im "Sportschau Club" der ARD hat Jerome Boateng offen über seinen zwischenzeitlichen Frust beim FC Bayern gesprochen. Die Bilder von der Meisterfeier 2019 bereut der Innenverteidiger, der in den allerhöchsten Tönen von Hansi Flick schwärmt.

Er war "eigentlich fast weg vom FC Bayern", erinnerte sich Jerome Boateng bei einem Rückblick auf die Meisterfeier 2019 - so wie schon im Sommer 2018. Zweimal wollten ihm die Vereinsverantwortlichen einen Wechsel ermöglichen, doch im ersten Jahr legte Trainer Niko Kovac sein Veto ein und auch im zweiten Anlauf ergab sich keine Gelegenheit.

"Wir sind Meister geworden und natürlich, im Nachhinein hätte ich das sicherlich anders gemacht, aber ich bin ein Mensch, der sehr sensibel ist."

Boateng über die Meisterfeier 2019

Die Münchner verwehrten Boateng die Möglichkeit, eine neue Herausforderung anzunehmen und mehr Spielpraxis zu sammeln, denn unter Kovac gehörte der 32-Jährige nicht zu den Stammspielern. Daher überwog der Frust an jenem 18. Mai 2019, als die Bayern am 34. Spieltag mit einem 5:1-Sieg über Eintracht Frankfurt die Meisterschaft perfekt machten. Boateng war nicht in Feierlaune, entfernte sich stattdessen von seinen Mannschaftskollegen.

Schon bei der Übergabe der Meisterschale versteckte sich Jerome Boateng im Hintergrund. Danach entfernte er sich von den Mannschaftskollegen.
Schon bei der Übergabe der Meisterschale versteckte sich Jerome Boateng im Hintergrund. Danach entfernte er sich von den Mannschaftskollegen. / CHRISTOF STACHE/Getty Images

Nicht zuletzt diese Szene hatte dafür gesorgt, dass Uli Hoeneß ihm öffentlich einen Vereinswechsel ans Herz legte. "Ich bereue es im Nachhinein", sagte Boateng nun im "Sportschau Club". Allerdings habe er in diesem Moment nur seine Gefühle offenbart: "Wir sind Meister geworden und natürlich, im Nachhinein hätte ich das sicherlich anders gemacht, aber ich bin ein Mensch, der sehr sensibel ist."

Es seien mehrere Faktoren zusammengekommen, die zu seiner Frust-Reaktion geführt haben, erläuterte Boateng: "Es hat schon davor die Saison angefangen, wo ich eigentlich fast weg war vom FC Bayern, mir auch zugesagt wurde, dass ich wechseln darf, was dann nicht geklappt hat und die Saison sicherlich nicht so gelaufen ist, wie ich mir vorgestellt habe."

Besonders der verwehrte Wechsel habe ihm damals sauer aufgestoßen: "Mir wurde zugesagt, dass mir keine Steine in den Weg gelegt werden. Am Ende wurde es trotzdem nicht zugelassen", sagte Boateng, der neben "falschen Versprechen" auch von mangelnder "Wertschätzung" sprach. "Ich hätte mir gewünscht, dass man sich mit dem Spieler beschäftigt und mal ein ehrliches Gespräch führt."

Boateng über Flick: "Der Erfolg des FC Bayern hat ganz klar seine Handschrift"

Ein entscheidender Wendepunkt in seiner Karriere war der Trainerwechsel nach der 1:5-Niederlage in Frankfurt im November 2019. Kovac wurde als Cheftrainer entlassen, woraufhin dem im Sommer als Co-Trainer verpflichteten Hansi Flick aufgetragen wurde, den Rekordmeister wieder auf Kurs zu bringen. Unter seiner Ägide erarbeitete sich Boateng einen Stammplatz und war ein wichtiger Bestandteil der Triple-Achse, die zum zweiten Mal nach 2013 die Meisterschaft, den DFB-Pokal und die Champions League gewann.

"Hansi ist ein extrem offener Mensch, der sich mit den Spielern beschäftigt, nicht nur sportlich, auch privat."

Boateng über Flick
Unter Hansi Flick hat Jerome Boateng wieder zu alter Stärke gefunden (v.l.)
Unter Hansi Flick hat Jerome Boateng wieder zu alter Stärke gefunden (v.l.) / SVEN HOPPE/Getty Images

"Er hat vieles geändert, weil ich unter Hansi einfach das Vertrauen und die faire Chance bekommen habe", sagte Boateng über den Trainerwechsel. Der Ex-Nationalspieler schätzt insbesondere die zwischenmenschlichen Komponenten Flicks: "Hansi ist ein extrem offener Mensch, der sich mit den Spielern beschäftigt, nicht nur sportlich, auch privat. [...] Der FC Bayern kann sich sehr glücklich schätzen, so einen herausragenden Trainer zu haben, mit so viel Fachwissen, aber auch mit dem Fingerspitzengefühl für die Mannschaft und den Spieler. Der Erfolg des FC Bayern hat ganz klar seine Handschrift."


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