HSV: Vertragsgespräche mit Ambrosius stocken - Celtic meldet Interesse an

Guido Müller
Hat beim HSV eine erfreuliche Entwicklung genommen: Stephan Ambrosius
Hat beim HSV eine erfreuliche Entwicklung genommen: Stephan Ambrosius / Martin Rose/Getty Images
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In den letzten Tagen konnte man den Eindruck gewinnen, dass sich der Hamburger SV und Abwehrtalent Stephan Ambrosius (21) bezüglich einer Vertragsverlängerung angenähert haben. Doch jetzt berichtet die Bild-Zeitung, dass der schottische Traditionsklub Celtic Glasgow seine Fühler nach Ambrosius ausgestreckt habe.

Und das könnte dann das Tröpfchen sein, das das Fass zum Überlaufen bringt. Denn: Völlig unabhängig von dem Interesse des 51-maligen schottischen Meisters scheint im Lager Ambrosius die Nicht-Berücksichtigung des Spielers für das letzte Liga-Spiel gegen den VfL Bochum (1:3) für Verstimmung gesorgt zu haben.

Zumal sich rein sportlich eigentlich kaum Argumente finden lassen, auf den bislang sich in hervorragender Form befindlichen Ambrosius einfach so zu verzichten.

Ton des Beraters wird drohender

Noch in der letzten Woche hatten sich HSV-Sportdirektor Michael Mutzel und Ambrosius' Berater Nochi Hamasor zu Gesprächen getroffen. Auch ableitend aus der dem Treffen folgenden Aussage Hamasors schien alles auf eine Ausweitung (zu besseren Bezügen) des Kontraktes bis 2025 hinauszulaufen. "Wir haben dem HSV unsere Vorstellungen übermittelt. Der Verein weiß, was wir möchten", so Hamasor. Zumindest klang das alles andere als nach einem endgültigen Zuknallen der Tür.

Doch nach der überraschenden und für viele im Umfeld des Klubs unverständlichen Personalentscheidung für das Spiel gegen Bochum haben die Aussagen des Beraters auf einmal einen fast schon drohenden Unterton erhalten - und könnten durchaus als Vorwegnahme einer Nicht-Einigung interpretiert werden. "Wir hatten das Ziel, dass Stephan in Hamburg bleibt. Nach dem Bochum-Spiel sind wir aber ins Grübeln geraten."

Taktisches Geplänkel oder ernsthafte Warnung?

Reines Säbelrassen, um auf dem letzten Drücker noch ein paar Cents mehr rauszupressen? Oder grundsätzliche Verstimmung und Zweifel daran, dass der norddeutsche Traditionsklub das richtige Habitat für die weitere Entwicklung seines Schützlings ist?

Mit diesen Aussagen hat Hamasor nun den Druck auf den HSV weiter erhöht. Der ist jetzt am Zug. Ein Verlust des in Hamburg geborenen Eigengewächses (kam mit 13 Jahren aus der St. Pauli-Jugend zum HSV) wäre ein herber Schlag für die langfristige Strategie des Klubs, verstärkt auf eigene Talente zu setzen. Auch für die allgemeine Fan-Seele wäre ein Abgang des Verteidigers ein herber Schlag.

Zumal man für den Spieler auch nur noch in der nächsten Januar-Transferperiode eine (voraussehbar geringe) Ablöseentschädigung bekommen würde. Ein GAU - denn die Formkurve des Spielers (und damit einhergehend die Kurve seine Marktwertes) ging in den letzten Wochen rapide nach oben.

In Schottland würde Ambrosius vor der Haustür der Premier League spielen

Dass die schottische erste Liga, zumal in der Spitze, qualitativ höher einzuschätzen ist, als die Zweite Liga in Deutschland, ist in diesem Kontexts sogar eher unerheblich. Denn vor allem finanziell dürfte Celtic, quasi Dauer-Champion in seinem Land, um einiges mehr auf den Tisch legen können als die chronisch klammen Hamburger. Und sich quasi im Vorzimmer der Premier League zu präsentieren und für höhere Aufgaben zu bewerben, ist strategisch gesehen vielleicht auch nicht die dümmste Entscheidung.

Dennoch ist davon auszugehen, dass der HSV - ohne Verrücktheiten zu machen - weiterhin sehr daran interessiert ist, den Spieler zu halten, und sich entsprechend bis zur Decke strecken wird. Womit das letzte Wort in dieser Causa auch noch nicht gesprochen ist.

Die Rückkehr zu regelmäßigen Startelf-Einsätzen, wenn dem denn nicht irgendwelche Form-Tiefs (oder Verletzungen) des Spielers im Wege stehen, könnte ein erster Schritt zu einem Happy-End dieser Verhandlungen sein.

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