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Scouts aus europäischen Ligen haben HSV-Eigengewächs Ambrosius auf dem Schirm!

Sep 7, 2020, 2:19 PM GMT+2
Einer der Gewinner der Vorbereitung beim HSV: Stephan Ambrosius
Einer der Gewinner der Vorbereitung beim HSV: Stephan Ambrosius | DeFodi Images/Getty Images
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Nicht zuletzt den finanziellen Zwängen geschuldet, hat sich der Hamburger SV auf die Fahnen geschrieben, künftig vermehrt auf den eigenen Nachwuchs zu setzen. Mit Jonas David (20), Aaron Opoku (21), Josha Vagnoman (19) und Stephan Ambrosius (21) stehen mittlerweile sogar vier gebürtige Hamburger, die allesamt die Jugendmannschaften des Klubs durchlaufen haben, im Kader der Rothosen. Und in Bezug auf Letztgenannten sind dessen gute Leistungen in der diesjährigen Vorbereitungsphase auch der ausländischen Konkurrenz nicht entgangen.

Ganz klar: Stephan Ambrosius kann sich zu den Gewinnern der Saisonvorbereitung zählen. Dass er beim letzten Testspiel gegen den Bundesligisten Hertha BSC zudem über die volle Distanz auf dem Platz stand, lässt Rückschlüsse auf die erste Elf zu, die Trainer Daniel Thioune für das Pokalspiel in Dresden (14. September, 18.30 Uhr) im Kopf hat. Und Ambrosius lieferte erneut eine bemerkenswert solide Partie ab, sorgte im Verbund mit Toni Leistner und Gideon Jung in der Dreierkette (später stellte der Thioune auf Viererkette um) dafür, dass der Hauptstadtklub über neunzig Minuten kaum zu klaren Chancen kam.

Scouts aus Italien, Holland und Zypern nahmen Ambrosius unter die Lupe

Da musste sogar Ex-HSV-Trainer Bruno Labbadia ein Lob zollen: "Der HSV hat sehr, sehr gut miteinander verteidigt." (Quelle: kicker.de). Und machte es somit seiner ohne zehn Nationalspieler angetretenen Mannschaft schwer, Zählbares herauszuarbeiten. Nicht zuletzt auch ein Verdienst von Stephan Ambrosius. Doch wie das so ist im sich immer schneller drehenden Fußball-Zirkus: kaum liefert ein Spieler mal zwei, drei gute Partien ab (selbst ohne den Charakter von Pflichtspielen), stehen schon die ersten Interessenten bereit. Beim Test gegen die Alte Dame im ansonsten corona-leeren Volksparkstadion sollen jedenfalls, einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge, drei Video-Scouts aus Italien, Holland und Zypern zugegen gewesen sein.

Und was die am Samstagnachmittag zu sehen bekamen, dürfte das Interesse an Ambrosius eher noch verstärkt haben. Und genau da wird es jetzt tricky: denn Ambrosius' Vertrag in Hamburg läuft nur noch bis zum Sommer 2021. Womit sich die altbekannte Frage stellt: verlängern - oder verkaufen?

Berater-Wechsel ein Fingerzeig?

Gespräche mit dem Spieler gab es bereits - allerdings noch zu einer Zeit, als Ambrosius von Enis Alushi beraten wurde. Mittlerweile hat der Spieler seinen Manager gewechselt. Die Interessen des Abwehrtalents vertritt nun Nochi Hamasor. Darüber hat Ambrosius den Klub bereits an diesem Wochenende informiert. Pikant dabei: Hamasor vertritt auch Moritz Broni Kwarteng (22, von der Regionalliga-Mannschaft des HSV), um dessen möglichen Wechsel nach Dänemark es kürzlich einigen Aufruhr gab.

Und Hamasur schlägt dann auch schon mal gleich forsche Töne an: "Unabhängig von der Vertragssituation - so ein Spieler wie Ambrosius gehört nicht in die Zweite Liga." Darüberhinaus wird man am Volkspark nicht vergessen haben, dass Hamasor schon einmal (2017) für einen Eklat gesorgt hat, als er ob der sportlichen Ausbootung eines seiner Klienten den damaligen Chef-Coach des HSV (Markus Gisdol) einen "feigen Drecksack" nannte. Der an seinem Mandanten (Nabil Bahoui) interessierte Klub soll danach sofort Abstand von einer Verpflichtung genommen haben.

In Bezug auf Stephan Ambrosius könnten auf den Klub also durchaus knackige Verhandlungen warten.

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