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Hamburger SV

HSV: Gideon Jung sitzt zwischen den Stühlen - bleibt er doch bis zum Sommer?

Guido Müller
Das Ausland will ihn (noch) nicht, ins (zweitklassige) Inland darf er nicht: Gideon Jung
Das Ausland will ihn (noch) nicht, ins (zweitklassige) Inland darf er nicht: Gideon Jung / TF-Images/Getty Images
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Eigentlich galt Gideon Jung bisher beim Hamburger SV als eine der sichersten Wetten auf einen Vereinswechsel noch in diesem Winter. Die Zwickmühle der Hamburger Verantwortlichen: Anfragen aus dem Ausland sind für den 26-jährigen Defensivspieler zur Zeit rar gesät. Und an einen Liga-Konkurrenten will man den gebürtigen Düsseldorfer auch nicht unbedingt abgeben.

Bleibt Gideon Jung deshalb vielleicht sogar bis zum Sommer (oder gar darüber hinaus) beim HSV? Sein Vertrag in Hamburg ist noch bis Ende Juni 2022 datiert.

Eine Vorstellung, die für viele Fans des Klubs ein Grauen wäre. Andererseits kann man Jung vieles, vor allem in sportlicher Hinsicht, vorwerfen, jedoch nicht, aufgrund seiner unbefriedigenden Situation beim Traditionsklub für schlechte Stimmung innerhalb des Teams zu sorgen.

Verbreitung schlechter Stimmung ist von Jung nicht zu erwarten

Jung gilt als absoluter Team-Player und ist auch bei seinen Mitspielern sehr beliebt. Und die nackten Zahlen (die im Fußball ja oftmals trügerisch sein können) würden der sportlichen Führung sogar "recht geben": in den acht Liga-Spielen, in denen Jung in dieser Saison zum Einsatz kam, gewann der HSV achtmal!

Zwar ist Jungs Anteil an dieser 100 Prozent-Quote bei Licht betrachtet relativ gering, was sich schon allein in der Summe der jeweiligen Einsatzzeiten ausdrückt: insgesamt verteilen sich nämlich gerade mal 236 Minuten auf besagte acht Spiele, was einen Schnitt von nicht einmal einer halben Stunde pro Partie ergibt.

Ganz davon abgesehen, dass sein einziger Auftritt über die vollen neunzig Minuten (beim 1:0-Auswärtssieg in Fürth) vor allem dem Umstand geschuldet war, dass Stephan Ambrosius aufgrund einer Corona-Infektion nicht eingesetzt werden konnte. Zuvor hatte Ambrosius alle Spiele über die volle Distanz bestritten.

Das Warten auf die Transfer-Periode

Doch wirklich viel falsch machen kann der Klub eigentlich nicht, wenn er ihn noch bis zum Sommer im Kader behält. Und vielleicht ändert sich ja auch noch in den kommenden Wochen bei dem einen oder anderen Klub im europäischen Ausland die Personallage.

Am nächsten Samstag jedenfalls beginnt die Winter-Transferperiode (bis Ende Januar). In den nächsten Wochen werden es die Macher vom Volkspark somit mit der typisch hamburgischen Gelassenheit angehen - und abwarten und Tee trinken.

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