Hamburger SV

April-Fluch beim HSV hält an: Wackelt der Treue-Plan mit Walter?

Simon Zimmermann
Tim Walter erlebt mit seinen Rothosen aktuell eine Talfahrt
Tim Walter erlebt mit seinen Rothosen aktuell eine Talfahrt / Cathrin Mueller/GettyImages
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Die April-Tristesse schlägt am Volkspark wieder gnadenlos zu! Die Bundesliga-Rückkehr droht auch im vierten Anlauf zu scheitern. Die Bilanz von Trainer Tim Walter ist deutlich schlechter als die seiner Vorgänger. Den eingeschlagenen Weg der Kontinuität will Sportvorstand Jonas Boldt dennoch "kompromisslos" weitergehen.


Ohje, HSV! Der April in der 2. Liga und die Rothosen - das passt einfach nicht zusammen! Auch im vierten Zweitliga-Jahr ist der HSV im April noch sieglos. Schlimmer noch: Durch die 1:2-Heimpleite gegen den SC Paderborn fällt das Walter-Team im Aufstiegsrennen weiter zurück.

Nur noch Rang sieben und satte neun Punkte Rückstand auf die Aufstiegsplätze. Das Nachholspiel am Dienstagabend gegen den Vorletzten Aue (18.30 Uhr) ist wohl die aller-allerletzte Chance, um wenigstens noch ein zartes Fünkchen Aufstiegshoffnung zu behalten.

Walter mit schlechtester Punkteausbeute aller Zweitliga-Trainer beim HSV

Die bittere Realität: Nur zehn der 27 Liga-Partien wurden in der laufenden Saison gewonnen. Mit 42 Punkten hat Tim Walter die wenigsten Punkte aller HSV-Trainer im Unterhaus geholt. Zum Vergleich: Unter Hannes Wolf waren es 51 Punkte, unter Dieter Hecking 46 Punkte und Daniel Thioune holte 50 Zähler.

"Der Abstand ist nicht geringer geworden. Zu Ende ist die Saison aber noch nicht...", hielt Sportvorstand Jonas Boldt nüchtern fest. Ob er so auch weiter an seinem Plan mit Walter festhält? Eigentlich will man am Volkspark auf Kontinuität setzen - insbesondere auf der Trainer-Position. Das soll grundsätzlich auch weiterhin so sein. Wie glaubhaft und erfolgversprechend das umgesetzt werden kann, hängt aber auch an den letzten (mindestens) sieben Saisonspielen (inklusive DFB-Pokal).

Boldt will Weg mit Walter "kompromisslos" gehen

"So lange wir das Gefühl haben, dass die entscheidenden Personen die Energie und die Kraft haben, dagegen zu wirken, gibt es keine Veranlassung. Tim Walter hat sehr, sehr viel Energie und bringt die mit ein", stärkt Boldt Walter den Rücken. Der HSV-Coach wirbt weiterhin für einen wahrscheinlich nötigen zweiten Aufstiegs-Anlauf: "Entwicklung geht nicht immer nur in eine Richtung. Sie kommt auch mal ins Stocken. Jetzt geht es für den Verein darum, über den Punkt hinwegzugehen und Widerstände zu überwinden."

Boldts Ausführungen klingen weiterhin so, als wolle man auf jeden Fall am eingeschlagenen Weg festhalten - mit Tim Walter: "Wir haben im vergangenen Sommer sehr ausgiebig zusammen gesessen, diesen Weg Entwicklung noch mal deutlich betont. Wir haben uns dazu entschieden, diesen Weg kompromisslos durchzugehen."

Und weiter: "Für mich gibt es nur zwei Wege. Entweder ist man bereit, hier etwas aufzubauen. Auch, auf die Gefahr, dass sportliche Maximal-Ziele am Ende nicht eintreten. Die andere Alternative ist: So viel Geld einsammeln, wie es geht. Über Anteils-Verkäufe, eine Änderung der Vereinsstruktur, amerikanische Verhältnisse. Wie Leipzig und Hoffenheim, die viel Geld gebraucht haben, um einen Aufstieg zu garantieren. Das scheint hier nicht gewollt. Das verstehe ich und stehe auch dahinter."

Allerdings sagt Boldt auch: "Wenn wir ehrlich sind, haben wir in keinem Spiel den Gegner komplett dominiert. So weit sind wir noch nicht. Auch, wenn die Ergebnisse klarer waren, hatten wir Schwachpunkte und Wackler drin."

Jonas Boldt, Tim Walter
Jonas Boldt hält an Trainer Walter fest / Cathrin Mueller/GettyImages

Offenbar traut der HSV-Sportchef seinem Trainer aber weiter zu, die Entwicklung der Mannschaft - die zum Großteil zusammenbleiben soll - voranzutreiben. So sehr, dass spätestens in der kommenden Saison "Gegner komplett dominiert" werden können. Und, dass die Punkteausbeute deutlich höher sein wird. Denn: Sollte der HSV auch im vierten und fünften Anlauf nicht die Bundesliga-Rückkehr schaffen, droht aus dem ehemaligen Bundesliga-Dino ein Zweitliga-Dino zu werden.

Und das ist und darf in Hamburg keine Option sein...


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