Bayern München

Hoeneß rät Bayern zum kalkulierbaren Risiko: "Wo gehobelt wird, fallen Späne"

Dominik Hager
Uli Hoeneß muntert den FC Bayern dazu auf, Risiken einzugehen
Uli Hoeneß muntert den FC Bayern dazu auf, Risiken einzugehen / Andreas Rentz/GettyImages
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Die Corona-Pandemie ist auch an den Finanzen der Bayern nicht spurlos vorbeigegangen. Schon bald könnte es dennoch wieder "Klotzen" statt "Kleckern" heißen. Schließlich kommt im Sommer kein Geringerer als Erling Haaland per Klausel auf den Markt. Der ehemalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß warnt von teuren Transfers, fordert auf der anderen Seite aber auch Mut zum Risiko.


Es ist wohl eine der schwierigsten Aufgabe eines Fußball-Managers, genau abzuwägen, welches Risiko notwendig und welches zu viel ist. Tatsächlich ist der Kauf von Spielern eher mit einem Pokerspiel zu vergleichen. Zwar kann man das Risiko eines Fehlkaufs minimieren, vor allen Eventualitäten wird man jedoch niemals sicher sein.

Hoeneß erinnert sich an Deisler-Deal: "Größter Geldverlust für einen Spieler, den wir je hatten"

Uli Hoeneß weiß dies natürlich mehr als genau. Trotz seiner langjährigen großartigen Arbeit, hat sich auch der 69-Jährige zum Teil heftig verspekuliert. Als Beispiel führt Hoeneß Sebastian Deisler an, der aufgrund von Depressionen seine Karriere vorzeitig beenden musste.

"Handgeld und 15 Millionen Euro Ablöse. Das war der größte Geldverlust für einen Spieler, den wir je hatten. Aber er kann ja nichts dafür. Das Ganze hat uns 50 Millionen gekostet", erinnerte er sich im OMR-Podcast von Philipp Westermeyer (zitiert via Sport1).

Erst vor wenigen Tagen hat der ehemalige Bayern-Kaderplaner Paris Saint-Germain für deren Umgang mit Geld heftig kritisiert. Für ihn ist ziemlich klar, nach welcher Devise ein Klub handeln muss. "Kalkulierbare Risiken muss man machen, aber kein Harakiri", stellte er klar.

Stellt sich nur noch die Frage, wo sich der Sprung von "kalkulierbaren Risiken" bis hin zum "Harakiri" befindet.

Im Fall von Erling Haaland ist sich Uli Hoeneß nicht ganz sicher. "Das weiß ich nicht. Ich kenne die Summen im Moment nicht", erklärte er und betonte, dass man bei einer solchen Personalie immer das "Gesamtpaket" sehen müsse.

Hoeneß gesteht: "Bin auch große Risiken eingegangen"

Der Münchner Ehrenpräsident rät seinen Bayern aber auch, bei gewissen Spielern durchaus mal etwas zu riskieren. Erling Haaland könnte genau ein solcher Spieler sein.

"Es muss der Vorstand entscheiden und im Aufsichtsrat diskutieren. Aber ich weiß, dass da momentan überhaupt nichts Konkretes auf dem Tisch liegt. Also ich habe immer gesagt: Wenn ich überzeugt gewesen bin, dann bin ich auch große Risiken eingegangen, die auch schiefgehen können. Wo gehobelt wird, da fallen Späne", zog Hoeneß den Vergleich.

Letztlich bringt es einem Verein nichts, immer nur auf Nummer sicher zu gehen. Wählt man häufig die billigere, aber etwas schlechtere Lösung, birgt dies auch Risiken. Im schlimmsten Falle hilft einem der Spieler dann nämlich nicht weiter, was folgerichtig zu neuen Investitionen und Verlustgeschäften führt.

Beim FC Bayern gab es in den letzten Jahren durchaus mehrere Transfers, die in diese Kategorie fielen. Marc Roca oder Bouna Sarr sind passende Beispiele dafür. Zwar ist die Fallhöhe bei 10-Millionen-Transfers nicht so tief wie bei 40 Millionen-Transfers, jedoch kommen vier schlechte 10-Millionen-Käufe eben auch schnell zusammen und richten genauso viel Schaden an. Da kann es durchaus Sinn ergeben, einmal so richtig Kohle auszugeben, anstatt sich fünfmal hintereinander für halbgare Lösungen zu entscheiden.

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