Hertha BSC

Neues Chaos in Berlin: Windhorst stoppt geplante Hertha-Doku

Daniel Holfelder
Lars Windhorst (rechts)
Lars Windhorst (rechts) / ODD ANDERSEN/GettyImages
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Nach dem Rücktritt von Sportdirektor Arne Friedrich kommt Hertha BSC nicht zur Ruhe. Nun stoppte Investor Lars Windhorst die Arbeiten an einer Dokumentation über den Hauptstadtklub - zur Verwunderung aller Beteiligten.


Wie die Bild berichtet, wurde seit Sommer 2020 an einem Dokumentarfilm mit dem Arbeitstitel „Welcome to Berlin“ gearbeitet. Lars Windhorst hatte das Projekt selbst in Auftrag gegeben und mit einer Million Euro finanziert.

Nun steht allerdings fest, dass die Dokumentation nie erscheinen wird. Windhorst-Sprecher Andreas Fritzenkötter erläutert das Ende des Projekts wie folgt:

"Wir haben das Projekt gestoppt, weil es weder den abgesprochenen Vorstellungen noch professionellen Ansprüchen entsprach. Es war ungeeignet für eine Veröffentlichung. Beispiel: In dem Video-Material äußert sich ein hochrangiges Mitglied der Hertha-Geschäftsleitung vor laufender Kamera in ehrabschneidender und herablassender Weise über Herrn Windhorst als Investor. Für so eine Dokumentation absolut unbrauchbar, wie etliche andere Passagen auch. Am Ende wäre der Bearbeitungsaufwand zu hoch gewesen und hätte zusätzliche Kosten verursacht."

Hertha-Legende Kruse kritisiert Windhorst scharf

Für die Zusammenarbeit zwischen dem Produktionsteam und den Hertha-Profis hatte der Hertha-Investor die Berliner Klublegende Axel Kruse engagiert. Der ehemalige Hertha-Stürmer ist Inhaber der Bewegtbild-Agentur „farbfilm media“ und hat als Produzent an der bekannten Doku „Countdown für Europa“ über Eintracht Frankfurt mitgewirkt.

Kruse erklärte gegenüber SportBild: "Offensichtlich war das im Nachhinein ein Pro­blem, dass der eine oder andere vielleicht zu ehrlich war. Vielleicht hat man Angst davor, dass dann die Wahrheit über den Transfer-Sommer 2020 herauskommt."

Kruse spielt darauf an, dass Investor Windhorst im Sommer 2020 vereinbarte Zahlungen erst sehr spät an die Herthaner überwiesen hatte. Die Transferplanungen der Berliner konnten aus diesem Grund nicht umgesetzt werden. Offenbar hätte die Dokumentation zahlreiche Szenen enthalten, in denen die verspäteten Zahlungen von Windhorst thematisiert werden.

Windhorst-Sprecher weist Vorwürfe zurück

Der Darstellung von Kruse widerspricht Windhorst-Sprecher Fritzenkötter indes deutlich: "Das ist absoluter Unsinn, da zu der Zeit die Zahlungsverzögerungen der Öffentlichkeit längst bekannt waren. Am Ende wurde alles bezahlt, warum sollte da etwas verschleiert werden?"

Der Regisseur des Films, Lee Hicken, zeigte sich verwundert über den Abbruch der Dreharbeiten: "Dass diese Show nicht ausgestrahlt wird, ist für mich ein Mysterium. So etwas habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt. Wir hatten dank der Hilfe von Axel Kruse brillante Zugänge zu allen Personen und in alle Räume, was es so noch nie gab.“

Sportlich wird der Doku-Wirbel den Berlinern nicht weiterhelfen. Der Tabellensechzehnte tritt am Samstag in Gladbach an und braucht im Kampf gegen den Abstieg dringend drei Punkte.


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