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Hertha BSC

Bobic kritisiert Dardai: "So etwas geht nicht"

Jan Kupitz
Die sportlich Verantwortlichen der Hertha
Die sportlich Verantwortlichen der Hertha / Frederic Scheidemann/Getty Images
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Nur drei Spieltage sind in der neuen Bundesligasaison vergangen, ehe bei Hertha BSC die Unruhe ausbricht. Pal Dardai bot nach der Klatsche gegen den FC Bayern öffentlich seinen Rücktritt an und wurde dafür von Fredi Bobic hart kritisiert.


Drei Spiele, drei Niederlagen, 2:10 Tore und Tabellenplatz 18 - den Saisonstart hatte man sich bei Hertha BSC garantiert anders vorgestellt. Diese schwachen Ergebnisse waren aber nicht etwa unglücklichen Spielsituationen oder Verletzungspech geschuldet, sondern einzig und allein enttäuschenden Leistungen der Dardai-Truppe. Vor allem das jüngste Spiel beim FC Bayern, das mit 0:5 in die Binsen ging, war an allen Ecken und Enden ein Offenbarungseid.

Sichtlich frustriert von den vergangenen Wochen, platzte Pal Dardai nach dem Bayern-Spiel der Kragen. "Ich hänge nicht an meinem Sitz! Ich helfe aus. Wahrscheinlich sucht Hertha seit langem einen großen Trainer, Pal ist ein kleiner Trainer. Ich gehe dann auch sofort zur U16 zurück. Ich will keine Last sein", bot der Ungar öffentlich seinen Posten als Cheftrainer beim BSC an.

Pal Dardai
Dardai hatte zuletzt wenig zu lachen / Frederic Scheidemann/Getty Images

Der 45-Jährige war zudem unzufrieden mit den Transfervorgängen, schließlich wurde das Team, das in der vergangenen Saison nur knapp dem Abstieg entronnen war, nur unzureichend verstärkt. Auf den Flügeln sowie in der Defensive ist die Hertha nicht im gewünschten Maße besetzt, der Deadline Day geriet zu einer großen Enttäuschung, was Dardais Laune nicht verbessert haben dürfte.

Trennung von Dardai kein Thema

Keine gute Laune hat derzeit auch Geschäftsführer Fredi Bobic, der in einem Pressegespräch (via Bild) auf die Kommentare seines Trainers reagierte und ihn dafür abwatschte. "Die Aussagen waren nicht gut. So etwas geht nicht. Pal hat eine kurze Schwächephase gezeigt. Sein Ausbruch war nicht förderlich für Hertha", kritisierte Bobic die Rücktrittsgedanken des Ungarn.

An eine Trennung denke man bei der Hertha dennoch nicht. "Wir haben uns ausgesprochen und Pal hat seine Aussagen bedauert", berichtete Bobic und stellte klar: "Wir suchen keinen Trainer. Wir wollen alle zusammen das Beste für Hertha geben."

Obwohl viele Hertha-Fans in den sozialen Netzwerken unzufrieden mit der Transferperiode ihres Klubs waren, konterte Bobic zudem, dass die Ab- und Zugänge genau seinen Vorstellungen entsprachen. "Ich kann voller Überzeugung sagen, wir haben das gemacht, was wir machen wollten. Wir haben Spieler geholt, die Erfahrung haben, gepaart mit jungen Spielern, die mit großer Freude und Euphorie herkommen, um sich hier entwickeln zu können und stolz sind, für diesen Verein zu spielen", führte der 49-Jährige (via Sportbuzzer) aus.

Trotz aller Querelen, die bereits zum Saisonstart ausbrachen, rechnet Bobic damit, "dass wir eine stabile Saison spielen, das ist möglich".

Nach der Länderspielpause geht es für die Berliner gegen die beiden Aufsteiger aus Bochum und Fürth - zwei Siege sind Pflicht, um wieder Ruhe in den Verein zu bringen. Danach wartet mit Leipzig, Freiburg, Frankfurt und Gladbach nämlich ein unangenehmes Programm auf die Alte Dame.

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