Seit dem erlittenen Innenbandriss im Sprunggelenk bleibt Lucas Hernández beim FC Bayern auf der Strecke. Der Franzose ist in der Innenverteidigung chancenlos, Grund sind die starken Leistungen von Jerome Boateng und David Alaba. Cheftrainer Hansi Flick setzt auf Kontinuität, erklärte vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt aber auch, dass Hernández eine Chance erhält, wenn die Leistung stimmt.


Der Stempel des Rekordtransfers vergrößert die Aufmerksamkeit, die sich auf einen Spieler richtet - speziell dann, wenn es sich um den teuersten Neuzugang in der Vereinsgeschichte des FC Bayern handelt. Da half es Lucas Hernández nicht gerade, als er sich im Oktober am Sprunggelenk verletzt hatte, nachdem er erst im August von einer langwierigen Verletzung am Knie zurückgekehrt war.


In der Bundesliga spielte der Weltmeister seitdem nur einmal über 90 Minuten durch, konnte im Heimspiel gegen den SC Paderborn, das die Bayern am 23. Spieltag knapp mit 3:2 gewannen, aber keinen nachbleibenden Eindruck hinterlassen. Das 3-4-3, an welchem sich Hansi Flick an jenem Freitagabend probierte, wurde wenige Tage später wieder ad acta gelegt - und so fand sich Hernández erneut nur auf der Bank wieder.


Keine Chance gegen Boateng und Alaba


821 Einsatzminuten stehen in dieser Saison auf der Uhr. Eigentlich hätte Hernández gemeinsam mit Niklas Süle das neue Innenverteidiger-Duo bilden sollen, doch auch der deutsche Nationalspieler erlebt eine Horror-Saison. Genau wie sein kongenialer Partner verletzte er sich beim 2:2 gegen den FC Augsburg, und erlitt den zweiten Kreuzbandriss seiner Karriere. Die Saison war vorzeitig beendet.


Ein eingespieltes Team: Jerome Boateng und David Alaba geben in der Innenverteidigung den Ton an (v.l.)

Doch die Patchwork-Abwehr, die Flicks Vorgänger Niko Kovac eingeführt hat, funktioniert. Benjamin Pavard hat sich als Rechtsverteidiger festgespielt, Alphonso Davies glänzt als Linksverteidiger, und neben Routinier Jerome Boateng, der in dieser Rückrunde einen zweiten Frühling erlebt, ist David Alaba zum Abwehrchef aufgestiegen. Boateng und Alaba, schwärmte Flick auf der Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel gegen Frankfurt, "haben in der Innenverteidigung hervorragende Leistungen gezeigt. Wir haben die beste Defensive der Liga."


Flick lobt Hernández' Einstellung


Hernández, der "geplagt von Verletzungen" sei, guckt deshalb in die Röhre. "Jetzt ist es wichtig, dass er im Training hervorragende Leistungen zeigt", so Flick, der den Franzosen lobt: "Ich bin mit seiner Mentalität sehr zufrieden, er gibt immer 100 Prozent." Die Tür ist also nicht verschlossen, aber sie ist auch nur einen kleinen Spalt offen - denn Flick bevorzugt Kontinuität statt Experimente: "Klar ist aber auch, dass wenn eine Viererkette gut funktioniert, man als Trainer auf diese Sicherheit setzt."


Lucas Hernández bleibt nichts anderes übrig, als auf seine Chance zu warten

Dennoch brauche er "jeden Spieler unseres Kaders", und damit auch Hernández. Etwa, wenn Boateng, Alaba oder Davies im Endspurt eine Verletzung erleiden. Der 24-Jährige muss auf seine Chance warten und diese nutzen, sobald sie sich bietet. Es ist anders als bei Atlético Madrid, wo Diego Simeone nicht einmal im Traum daran gedacht hätte, ihn aus seiner Startelf zu streichen. Doch dieser Herausforderung muss sich Hernández beim FC Bayern stellen.