Hannover droht Ärger mit der DFL: Kind hat gegen 50+1 verstoßen

Yannik Möller
Martin Kind - Archivbild
Martin Kind - Archivbild / ODD ANDERSEN/GettyImages
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Die Vertragsverlängerung von Marcus Mann war bei Hannover 96 ein wichtiges Ziel, das kürzlich erreicht wurde. Allerdings hat Martin Kind den neuen Vertrag offenbar nicht korrekt absegnen lassen. Es steht der Vorwurf des Bruchs der 50+1-Regel im Raum.


Für Hannover war es ein wichtiger Schritt, dass Marcus Mann mit einem neuen Vertrag gebunden werden konnte. Immerhin sollen ihn mehrere Vereine, auf ihrer Suche nach einem neuen Sportdirektor, im Fokus gehabt haben. Zudem galt das neue Arbeitspapier als eine Art kleines Prestige-Projekt von Martin Kind.

Ihm war die Vertragsverlängerung offenbar so wichtig, dass er sich dafür auch über gewisse Regeln hinweggesetzt hat.

Kind mit Alleingang: Verstoß gegen die Weisung könnte Ärger mit der DFL bedeuten

Das Problem: Kind hat die Mann-Verlängerung im Alleingang durchgezogen. Er hätte sich aber auch noch die Zustimmung des e.V.-Vorstands einholen müssen. Diesen notwendigen Schritt hat der Geschäftsführer aber einfach übersprungen - und das obwohl die Zustimmung als nahezu garantiert galt und schon beim letzten Mal keinerlei Verzögerung bedeutet hat.

Gegenüber der Bild bestätigte der Vorsitzende Robin Krakau: "Die Zustimmung gemäß der Weisung wurde nicht eingeholt."

Damit hat Kind gegen die Weisung und damit auch gegen die Grundlagen der 50+1-Regeln verstoßen. Seit dem Sommer 2021 gilt die Weisung gegenüber dem 78-Jährigen, dass "Abschluss, Änderung oder Beendigung von Verträgen mit Arbeitnehmern" der Profi-Abteilung KGaA vom e.V.-Vorstand abgesegnet werden müssen, insofern ein Jahresgehalt von 100.000 Euro überschritten wird und es sich nicht um einen Spieler handelt. Kriterien, die auf Mann zutreffen und die Kind schlichtweg missachtet hat.

Marcus Mann
Es geht um den Vertrag von Marcus Mann / Oliver Hardt/GettyImages

"Wir tun das zum Wohle des Vereins und um Hannover 96 zu schützen", begründete Krakau diese notwendige Hürde. Es gehe darum, "die Alleingänge von Martin Kind [zu] beenden".

Dieser ließ auf Anfrage der Bild nur ausrichten, dass man sich "mit Blick auf das laufende Verfahren" nicht äußern werde.

Ärger dürfte es nun mit der DFL geben. Diese hatte Kind noch im vergangenen August darauf hingewiesen, dass die angesprochene Weisung "eine wesentliche Voraussetzung" dafür ist, dass die Strukturen in Hannover im Hinblick auf die 50+1-Regel noch anerkannt werden. Werde sich nicht daran gehalten, sehe sich der Verband dazu angehalten, die Verträge "mit Blick auf die Einhaltung der 50+1-Regel [zu] überprüfen".


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