Haaland und Lewandowski zerschießen die "Bundesliga tax"

Yannik Möller
Erling Haaland
Erling Haaland / Visionhaus/GettyImages
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Über die letzten Jahre wurde das Konzept der "Bundesliga tax" immer weitläufiger, primär in den sozialen Netzwerken. Ein Konzept, das Robert Lewandowski und Erling Haaland aktuell im wahrsten Sinne des Wortes zerschießen.


Die sogenannte "Bundesliga tax" ist kein bestätigtes oder vernünftig untersuchtes Phänomen. Viel eher ist dieses Konzept, das über die letzten zwei, drei Jahre an Bekanntheit gewonnen hat, insbesondere im Internet ein Thema.

Spieler, die in der Bundesliga sehr gut funktionieren, Top-Leistungen abrufen, zahlreiche Tore schießen und allgemein zu den besten Spielern gehören, haben es in anderen Ligen viel schwerer. Der Grund: Die deutsche Liga ist zu einfach im Vergleich zu den anderen Ligen. Das ist zumindest, etwas grob erklärt, der Gedanke hinter diesem Konzept.

Genährt wurde es über die letzten Saisons vor allem durch die Transfers von Christian Pulisic, Jadon Sancho, Timo Werner und dergleichen. Während sie in Deutschland nahezu wöchentlich überzeugten, konnten sie sich in der Premier League nicht durchsetzen. Dieser Vergleich zwischen der Premier League und der Bundesliga steht bei dieser angeblichen "Steuer" im Vordergrund.

Lewandowski und Haaland als aktuelle Beispiele: Gut durchdachte Transfers verhindern angebliche Bundesliga tax

Doch dieses Konzept wird aktuell auf die Probe gestellt. Erling Haaland und Robert Lewandowski zeigen, wie ungenau und vorurteilsbehaftet diese Idee im Grunde doch ist.

In seinen ersten acht Liga-Spielen hat Haaland bereits 14 Tore erzielt. Umgerechnet sind das fast zwei Tore auf volle 90 Minuten. Im Vergleich zu seiner Zeit in Deutschland entspricht das einer Steigerung von über 70 Prozent.

Auch Lewandowski findet sich in Spanien sehr gut zurecht. Nach neun Pflichtspielen steht der 34-Jährige schon bei zwölf Treffern - dazu kommen zwei direkte Vorlagen. Ebenfalls eine alles andere als schlechte Statistik.

Die beiden Angreifer, die vom BVB und vom FC Bayern aus gewechselt sind, machen deutlich: Die Bundesliga tax ist viel eher ein Konstrukt, welches das Scheitern von Vereinen und Vereinsverantwortlichen zeigt, als eine in der Qualität angeblich deutlich unterlegene Bundesliga.

Robert Lewandowski
Auch Robert Lewandowski trifft und trifft... / Quality Sport Images/GettyImages

Denn schon in der Vergangenheit hat sich gezeigt: Wenn Sportdirektoren und Trainer Spieler aus Deutschland verpflichten, die genau zum anvisierten Spielstil und den eigenen Plänen passen, funktionieren sie.

Dafür hat etwa Manchester City gleich mehrere Beispiele parat: Kevin De Bruyne kam vom VfL Wolfsburg. Ilkay Gündogan kam aus Dortmund. Leroy Sané kam von Schalke 04. Während Letzterer immer wieder starke Partien hatte, gehören De Bruyne und Gündogan seit Jahren zu den wichtigsten Spielern der Skyblues und zu den beständigsten Spielern in England.

Sie sind alles andere als untergegangen, ebenso wie Haaland dieser Tage. Wer hingegen einfach einen Spieler verpflichtet, weil dieser eine gute Saison gespielt hat und der Name zu diesem Zeitpunkt im medialen Fokus steht, ohne diesen richtig einsetzen zu können, der wird einen Flop ernten. Das gilt aber bei jedem einzelnen Transfer und hat selbstverständlich nur sehr wenig mit dem Wechsel von der einen in die andere Liga zu tun.

Kurzum: Gut durchdachte Transfers funktionieren. Auch aus der Bundesliga heraus in eine andere Liga. Schlecht geplante Verpflichtungen werden kaum funktionieren, wenngleich es dahingehend immer mehrere Faktoren gibt.

Schließlich waren auch De Bruyne und Gündogan keine Selbstläufer für City. Beide wurden durch ihre Rollen, ihre Entwicklung und auch durch Pep Guardiola nochmal auf ein anderes Level gehoben. Sie können ebenso als Gegenstücke zur Bundesliga tax angesehen werden, wie Haaland und Lewandowski.


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