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Haaland-Ersatz: Fährt der BVB die Aubameyang-Taktik?

Oscar Nolte
Auf kurz oder lang braucht der BVB einen Ersatz für Erling Haaland
Auf kurz oder lang braucht der BVB einen Ersatz für Erling Haaland / Fran Santiago/Getty Images
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Der BVB plant trotz der Offerte des FC Chelsea über 175 Millionen Euro mit Erling Haaland. Das bekräftigen zumindest Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke. Die Frage nach einem Ersatz könnte bereits geklärt sein; eine ähnliche Taktik hat die Borussia vor einigen Jahren bereits angewendet.


Es ist eine gewisse Parallele zwischen der Verkaufsstrategie von Erling Haaland und seinerzeit Robert Lewandowski zu erkennen. Auch damals, als Lewandowski zum FC Bayern wechseln wollte, verzichtete der BVB auf Geld, um den Polen noch eine weitere Saison zu halten. Auch Haaland soll noch ein Jahr bleiben, die Borussia würde dafür auf 100 Millionen Euro verzichten.

Einen Stürmer des Kalibers Robert Lewandowski oder Erling Haaland zu ersetzen, ist für einen Verein mit der Finanz- und Stahlkraft des BVB eine Herausforderung. In dem Regal, in dem sich Lewy und Haaland befinden, können die Schwarz-Gelben nicht einkaufen. Als die Vereinsführung sich vor acht Jahren dazu entschied, Lewandowski zu behalten und auf Geld zu verzichten, "kaufte" sich die Borussia quasi ein Jahr Zeit, um seinen Nachfolger selbst auszubilden. Dieser hieß damals Pierre-Emerick Aubameyang.

BVB-Transfer von Malen: Noch kein konkretes Angebot, Wahrscheinlichkeit aber "sehr hoch"

Der Gabuner sollte in Dortmund einschlagen wie eine Bombe. In seinem ersten Jahr in schwarz und gelb wurde Auba allerdings auf dem Flügel eingesetzt und stand im Schatten von Lewandowski im Sturmzentrum. Trotz der ungeliebten Position hatte Aubameyang jedoch die Zeit, den Verein, seine Mitspieler und die Anforderungen kennenzulernen und sich in Dortmund einzuleben. Als Lewandowski den Verein dann ein Jahr später verließ, war Aubameyang bereit, in seine Fußstapfen zu treten.

Einen ähnlichen Plan könnte der BVB nun mit Donyell Malen verfolgen. Mit PSV soll sich die Borussia weitestgehend einig sein, der Transfer dürfte im Verlauf dieser Woche abgewickelt werden. Zwar sagte John de Jong, Technischer Direktor bei der PSV, am Mittwoch gegenüber Voetbal International noch, dass kein offizielles Angebot für Malen eingegangen sei, betonte aber, dass sich das "natürlich schnell ändern kann." De Jong führte aus, dass die Chance, dass Malen noch wechselt, "sehr hoch" ist. Dem Transfer nach Dortmund steht also nicht mehr viel im Wege.

Malen ist eigentlich Mittelstürmer - wurde zumindest in Eindhoven hauptsächlich auf dieser Position eingesetzt. In Dortmund gilt der Niederländer jedoch erstmal als Ersatz für Jadon Sancho auf dem Flügel. Sofern Marco Rose nicht mit zwei klaren Stürmern spielen lässt, ist das Zentrum mit Erling Haaland ausgebucht.

Donyell Malen
Donyell Malen wird zum BVB wechseln / Soccrates Images/Getty Images

Heißt: Dass der BVB bei Haaland konsequent bleibt und auf 100 Millionen Euro verzichtet, könnte sich langfristig auszahlen. Auf dem Transfermarkt würde die Borussia in diesem Sommer kaum einen Ersatz finden, der sofort einschlägt. Malen als Haaland-Ersatz aufzubieten birgt das Risiko, den immerhin erst 22-jährigen Niederländer mit Erwartungsdruck zu beladen und ihn schnell zu verheizen. Die Anpassungszeit, die seinerzeit Aubameyang brauchte und bekam, könnte sich auch bei Malen auszeichnen, zumal der flinke Angreifer durchaus auch auf dem Flügel spielen kann.

Sollte sich der BVB also gegen einen Verkauf von Erling Haaland in diesem Sommer entscheiden, sollte das Augenmerk also nicht nur auf das Geld, das dem Verein flöten geht, gelegt werden, sondern auch auf die sportliche Nachhaltigkeit. Im kommenden Sommer streicht die Borussia ja immer noch 75 Millionen Euro für Haaland ein - am Hungertuch nagt der Verein gewiss nicht.


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