Borussia Mönchengladbach

Eberl über Transferpläne: "Es wird keine Revolution geben"

Dominik Hager
May Eberl hat bei der Borussia derzeit keinen leichten Job
May Eberl hat bei der Borussia derzeit keinen leichten Job / Christof Koepsel/Getty Images
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Nach der enttäuschenden Vorsaison gilt es für Borussia Mönchengladbach, mit einem neuen Trainer und neuem Mut vorne anzugreifen. Ansonsten ist bei der Borussia relativ wenig neu. Dies ist jedoch fürs Erste kein schlechtes Zeichen. Mit Denis Zakaria und Matthias Ginter stehen schließlich weiterhin Spieler im Kader, die eigentlich als Wechselkandidaten galten. Ungemütlich ist die Situation für Sportdirektor Max Eberl dennoch.


Einen derart ruhigen Transfer-Sommer hätte in Gladbach wohl niemand erwartet. Tatsächlich ist bislang neben Youngster Manu Koné lediglich Hannes Wolf als Neuzugang zu bewerten, wenngleich dieser ohnehin schon im Vorjahr an die Fohlen verliehen war. Diese Personalien stehen jedoch auch schon länger fest.

Verkauft hat die Borussia zudem bislang auch kaum. Langjährige Spieler wie Oscar Wendt oder Ibrahima Traoré sind zwar nicht mehr am Bord, reißen aber keine sportliche Lücke ins Team.

Eberl kündigt an: "Wird keine gravierenden Änderungen geben"

Max Eberl zufolge wird auch in den nächsten Wochen kadertechnisch nicht mehr viel passieren.

"Es wird keine gravierenden Änderungen geben. Die größte ist der neue Trainer", stellt er im Gespräch mit der Rheinischen Post klar. Damit meint er jedoch nicht nur das Ausbleiben von Neuzugängen, sondern nährt auch die Hoffnung eines Verbleibs von Spielern von Matthias Ginter und Denis Zakaria. Die Verträge beider Profis laufen bereits im Jahr 2022 aus.

"Es wird keine Revolution geben. Vor der Sommerpause ist gefühlt jeder Spieler schon verkauft gewesen", erinnert er sich.

Dabei bezieht er sich auf Spieler wie Florian Neuhaus, der vor allem mit den Bayern in Verbindung gebracht wurde, oder Alassane Plea, der vor einem Wechsel in die Ligue 1 oder Premier League stand. Allerdings gilt ähnliches Stand jetzt eben auch für Zakaria oder Ginter, deren Abgänge bei Weitem noch nicht sicher sind.

"Natürlich war das Interesse groß, was erstmal positiv ist. Aber am Ende haben wir uns alle zusammen für diesen Weg entschieden. Jetzt warten wir also ab, was mit den zwei Spielern mit Vertrag bis 2022 passiert, bei denen ein Verkauf anstehen könnte", erläutert Eberl.

Matthias Ginter, Denis Zakaria, Gonzalo Castro
Derzeit sieht es auch bei Ginter und Zakaria nach einem Verbleib aus / Frederic Scheidemann/Getty Images

Stand heute sieht es jedoch nicht nach einem Verkauf aus. "Es gibt momentan nichts, das ist Fakt", stellt er im Bezug auf mögliche Anfragen klar. Demnach wird ein Verbleib der beiden durchaus denkbar. "Es gibt viele Szenarien, warten wir einfach mal ab. Es kann aber auch sein, dass wir alle halten, ja."

Gladbach droht ablösefreier Weggang von Ginter und Zakaria

Die große Schattenseite eines Verbleibs von Ginter und Zakaria wäre zweifellos die Tatsache, dass die Fohlen beide Stars womöglich im nächstem Jahr ablösefrei verlieren könnten. Ein Szenario, das sich ein Verein wie Gladbach eigentlich nur schwer leisten kann. Dies ist aber nun mal genau das Dilemma, wenn zwei Spieler ihre Verträge nicht verlängern möchten.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Markt seit der Corona-Pandemie ein anderer ist. So schwierig wie derzeit, dürfte es jedenfalls kaum einmal gewesen sein, Spieler für eine attraktive Summe verkaufen zu können. Wenn die Betroffenen dann nur noch ein Jahr Vertrag haben, wird es eben ungemütlich.

"Es ist alles kompliziert. Dort ist es die Vertragskonstellation, aber wenn für einen Topspieler ein hohes Angebot kommt, mit dem Adi und ich fest planen, kann es genauso kompliziert werden. Ich möchte gar nicht über Eventualitäten sprechen", stellt Eberl klar.

Um seinen Job möchte man den Gladbach-Sportdirektor derzeit jedenfalls nicht beneiden. Allerdings wäre es durchaus möglich, dass der Transfermarkt in Richtung Deadline-Day nochmal ordentlich anzieht. Dann könnten auch für Zakaria und Ginter attraktive Angebote auf dem Tisch liegen.

Ansonsten bleibt für Gladbach immerhin die Chance, mit den beiden Leadern in der kommenden Saison voll abzuliefern und vielleicht sogar den Sprung in die Champions League zu schaffen. Dann könnten die Karten auch nochmal ganz neu gemischt werden.

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