Borussia Mönchengladbach

Verhältnis zur Mannschaft zerrüttet? Gladbach-Coach Hütter bezieht Stellung

Daniel Holfelder
Adi Hütter
Adi Hütter / Daniel Kopatsch/GettyImages
facebooktwitterreddit

Borussia Mönchengladbach spielt eine enttäuschende Saison. Kein Wunder, dass auch Trainer Adi Hütter im Kreuzfeuer der Kritik steht. Neben der sportlichen Misere gab es zuletzt auch Gerüchte um ein gestörtes Verhältnis zur Mannschaft.


Sky hatte berichtet, dass Teile des Gladbacher Teams mit Arbeit und Auftreten des 52-Jährigen unzufrieden seien. Taktik, Trainingsintensität und der zwischenmenschliche Umgang seien immer häufiger Thema in der Kabine, so der Pay-TV-Sender.

Vor dem Spiel gegen Freiburg bezog Hütter erstmals Stellung zu der Sky-Meldung. "Was drumherum vermutet und spekuliert wird – sollen diejenigen machen. Bei so etwas bin ich nicht gerne dabei", erklärte der Österreicher (via GladbachLive). Die Stimmung im Team sei "absolut gut".

Hütter nimmt Spieler in die Pflicht

Darüber hinaus sendete Hütter vor dem Saisonendspurt eine klare Botschaft an seine Profis:
"Wir werden in diesen vier Spielen noch mal ganz klar sehen, wer in Zukunft auch für Borussia Mönchengladbach spielen will, wer sich von der ersten bis zur letzten Minute zerreißen möchte, wer mir auch zeigt, dass er bei Borussia Mönchengladbach bleiben möchte. Ich möchte sehen, dass jeder einzelne mir, uns, zeigt, dass er in Zukunft den Weg mit Borussia Mönchengladbach mitgehen möchte."

Heißt offenbar im Klartext: Wer sich zum Ende der Saison hängen lässt, soll verkauft werden. Ob die Borussia diese Drohung aber tatsächlich wahr macht, darf bezweifelt werden. Bei der peinlichen Derby-Pleite gegen Köln etwa stand mit Matthias Ginter nur ein Akteur auf dem Feld, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft. Alle anderen sind noch bis mindestens 2023 an die Fohlen gebunden.

Hütter bleibt - oder?

Hütter selbst besitzt am Niederrhein einen Vertrag bis 2024, der anders als in Frankfurt keine Ausstiegsklausel enthält. Der vor der Saison für 7,5 Millionen von der Eintracht losgeeiste Übungsleiter lässt an seiner eigenen Zukunft keine Zweifel aufkommen.

"Der Verein hat mich aus einer Überzeugung geholt, damit ein Fußball gespielt wird, der mich zuvor bei meinen Stationen auch erfolgreich und interessant als Trainer gemacht hat. Ich bin auch zu diesem tollen und interessanten Verein gekommen, ich wünsche mir, dass wir schlussendlich die Spieler bekommen, die wir auch für unser Spiel brauchen", stellte Hütter klar. "Das heißt aber nicht, dass hier alles schlecht ist. Wir brauchen aber nicht darüber zu reden, dass in Summe diese Saison klar zu wenig gewesen ist."

Hütters Aussagen lassen den Schluss zu, dass er die Mannschaft im Sommer nach seinen Vorstellungen umbauen will. Bevor er selbst den Hut nehmen muss, sollen zunächst jene Spieler den Verein verlassen, die in den zurückliegenden Monaten allzu oft enttäuscht haben.

Sportdirektor Roland Virkus scheint diesen Weg mitgehen zu wollen und stellt sich hinter seinen Trainer. Virkus verwies auf Nachfrage auf seine Aussagen bei der letzten Pressekonferenz am 14. April. Damals betonte der Sportdirektor: "Es gibt da keinen Interpretationsspielraum. Natürlich wollen wir mit diesem Trainer in die neue Saison gehen."

Warum der Eberl-Nachfolger dieses Bekenntnis zu Hütter nicht einfach wiederholt und das Wort "wollen" durch "werden" ersetzt, bleibt sein Geheimnis. Offensichtlich weiß auch Virkus, dass Hütter unter Umständen nicht mehr tragbar ist. Etwa dann, wenn sich die Mannschaft im Saisonendspurt ähnlich desolat präsentiert wie beim 0:3 gegen Köln. Oder wenn ein Großteil des Teams tatsächlich gegen den Österreicher rebelliert.


Folge 90min auf Instagram, Twitter und YouTube:

Instagram: @90min_de
Twitter: @90min_DE
YouTube: 90min DE

Alles zur Borussia bei 90min:

Alle Gladbach-News
Alle Bundesliga-News
Alle Transfer-News

facebooktwitterreddit