Borussia Mönchengladbach

Marco Rose gibt Abschlussinterview: "Kann für Borussia nur gut werden"

Stefan Janssen
Marco Rose.
Marco Rose. / Pool/Getty Images
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Marco Rose hat bei Borussia Mönchengladbachs eigenem TV-Sender ein "Abschlussinterview" gegeben, indem er seine Zeit bei den Fohlen reflektierte. Er äußerte sich dort auch über die Fans, deren Emotionen er verstehen könne. Zudem glaubt Rose an eine erfolgreiche Zukunft der Gladbacher.


Mit dem 4:2-Sieg beim SV Werder Bremen ist die Ära von Marco Rose bei Borussia Mönchengladbach beendet. Unter dem Strich geht Rose mit einer großen Enttäuschung, denn nach der Qualifikation für die Champions League nach dem ersten Jahr hat er mit den Fohlen nun gänzlich das internationale Geschäft verpasst. Roses Zeit am Niederrhein wird deshalb und wegen des Wechsels zum BVB, der eng damit verknüpft ist, bei einigen Anhängern wohl nicht in bester Erinnerung bleiben.

Zum Abschied hat sich Rose bei Fohlen.TV in einem "Abschlussinterview" mit Pressesprecher Markus Aretz noch einmal selbst zu Wort gemeldet. "Ich durfte zwei Jahre lang Trainer eines großen Vereins sein und habe das in jeder Hinsicht auch wahrgenommen", sagte Rose dort, weshalb er nicht einfach so "durch die Hintertür" verschwinden, sondern eben auch noch ein paar Worte sagen wolle.

Marco Rose vor einem Heimspiel in der Saison 2019/20.
Marco Rose vor einem Heimspiel in der Saison 2019/20. / UWE KRAFT/Getty Images

Den Verein lobte er für so ziemlich jeden einzelnen Mitarbeiter von Geschäftsstelle über Greenkeeping bis hinein in den sportlichen Bereich und er äußerte sich auch ausführlich über die Fans, die ihn seit der Bekanntgabe des Wechsels zum BVB stark kritisiert haben. "Die große Liebe zum Verein habe ich natürlich zu spüren bekommen", gestand Rose. Im Guten wie im Schlechten.

Borussia Mönchengladbach lebe von Emotionen und er habe Verständnis für die Reaktionen der Anhänger seit klar ist, dass er den Verein verlässt: "Weil wir in den letzten zwei Jahren, in den ersten anderthalb besonders, eine Menge auf den Weg gebracht haben. Und ich mit meiner Entscheidung die Stimmung, die Emotion im Verein und auch im Umfeld maßgeblich mit beeinflusst habe – und das nicht zum Positiven."

Fans im Stadion haben gefehlt - auch nach Bekanntgabe das Wechsels

Rose räumte ein, dass die Fans, die inzwischen seit über einem Jahr ausgesperrt sind, sehr im Stadion gefehlt haben und dass man gerade zuhause mit ihnen mehr Punkte geholt und nicht so viele verspielt hätte: "Ich glaube, dass wir eine Mannschaft haben, die extrem von der Unterstützung und dem Pushen hier zuhause lebt." Auch nachdem sein Wechsel öffentlich wurde, wäre es seiner Meinung nach ein Faktor gewesen, Fans im Stadion zu haben, um "mit Bekanntgabe der Entscheidung die Emotionen raus zu lassen, wirken zu lassen, um dann gemeinsam die letzten Wochen und Spiele anzugehen und das bestmögliche für uns zu erreichen."

Als Highlights seiner Zeit in Gladbach nannte Rose emotionale Momente wie das erste Spiel von Mamadou Doucoure oder die Rückkehr nach dem Champions-League-Spiel in Donezk, als die Mitarbeiter der Geschäftsstelle die Mannschaft mit Fahnen begrüßten. Zudem seien eine Menge Kinder geboren worden: "Die Jungs waren sehr fleißig zuhause."

Sportlich waren für Rose das verregnete Europa-League-Spiel in Rom, in dem Lars Stindl spät in der Nachspielzeit per Elfmeter ausglich, der 2:1-Heimsieg gegen den FC Bayern in der Hinrunde 2019/20 und auch die Qualifikation für die Champions League die besten Momente. Lowlights seien das Aus in der Europa League und die Rückrunde der gerade beendeten Saison gewesen: "Das haben wir uns glaube ich alle ganz anders vorgestellt."

Rose will Zeit in Gladbach einordnen und reflektieren

Im jetzt anstehenden Urlaub mit der Familie will Rose die Zeit auch nutzen, "um Dinge nochmal einzuordnen und zu reflektieren für mich." Zudem bedankte er sich bei allen Menschen im Verein, die ihn und seinen Trainerstab in den vergangenen Jahren unterstützt haben. Besonders dankte er auch Max Eberl, "der mir immer den Rücken freigehalten hat", und dem Präsidium um Hans Meyer und Rainer Bonhof.

Zum Abschluss brachte Rose seinen Glauben an eine positive Gladbacher Zukunft zum Ausdruck: "Unabhängig vom Trainer und der Mannschaft kann es für Borussia nur gut werden, weil es ein top geführter Verein ist mit Tradition und einer unglaublichen Fanbasis. Ich wünsche den Leuten hier alles, alles Gute."

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