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Frenkie de Jong: Ein wichtiger Faktor für den FC Barcelona - obwohl er falsch eingesetzt wird

RCD Mallorca v FC Barcelona  - La Liga
Im Spiel des FC Barcelona ist Frenkie de Jong ein entscheidender Faktor. Der Niederländer wird allerdings falsch eingesetzt. | David Ramos/Getty Images

Der FC Barcelona ist nicht mehr wiederzuerkennen. Hinter den Kulissen ist bei den stolzen Katalanen das Chaos ausgebrochen, auch auf dem Platz läuft bei weitem nicht alles rund. Von den letzten drei Ligaspielen wurde nur eines gewonnen, als Hauptgrund dafür nennt die Sport das Fehlen von Frenkie de Jong. Dabei wird der 23-Jährige nicht einmal auf seiner besten Position eingesetzt.

In seiner Zeit bei Ajax Amsterdam war de Jong vor allem eines: ein hervorragender Ballverteiler. Auf der tiefen Sechs hatte der niederländische Nationalspieler die Fäden gezogen, das Spiel koordiniert und viele Angriffe initiiert. Ähnlich wie Thiago beim FC Bayern bemühte er sich häufig darum, den vorletzten Pass zu spielen. Leistungen wie diese waren dem FC Barcelona 75 Millionen Euro wert, und tatsächlich hat er bei den Katalanen eine wichtige Rolle eingenommen. Doch wie die gesamte Mannschaft spielt auch de Jong unter seinen Möglichkeiten.

Das liegt daran, dass Trainer Quique Setien ihn auf der Acht einsetzt. Auf dieser Position steht de Jong viele Meter höher, häufig hält er sich auf einer halblinken Position im Angriffsdrittel auf. Dabei ist er kein Spieler, der sich von dort aus an der Strafraumgrenze positioniert oder Tiefenläufe in den Sechzehner wagt, er ist auch kein Box-to-Box-Spieler, der das gesamte Spielfeld rauf- und runtermarschiert. Sein eigentlicher Platz wird allerdings von Sergio Busquets blockiert. Und weil Barça nun einmal im 4-3-3 spielt - dem musste sich auch Setien, der bei Betis Sevilla ein 3-4-2-1 präferierte, beugen - bleibt für de Jong nur die Acht.

Frenkie De Jong
Frenkie de Jong ist ein wichtiger Faktor - dabei wird er völlig falsch eingesetzt | Quality Sport Images/Getty Images

Doch auch auf dieser Position hat er schon jetzt einen entscheidenden Einfluss. So sieht es die katalanische Sportzeitung Sport. Rein von den Ergebnissen her liegt das Blatt nicht falsch. Aufgrund einer Muskelverletzung kam de Jong seit dem 29. Spieltag nicht mehr zum Einsatz, die Bilanz seitdem: Zwei Siege, drei Unentschieden. Das Kombinationsspiel ist träge und zäh, es fehlt der Biss, die Durchschlagskraft. Barça ist abhängiger von Messi als jemals zuvor, doch der Argentinier allein kann es nicht richten. Es braucht Genies wie Xavi oder Iniesta, die die Linien des Gegners mit ihren chirurgisch präzisen Pässen durchbrechen, die wissen, wohin sie den Ball spielen wollen, noch bevor sie ihn erhalten. Genau dieser Spielertyp könnte de Jong sein - doch dafür wird sich Busquets von der Sechs verabschieden müssen.

Soll der Niederländer eine Ära prägen, muss diese erst eingeläutet werden. In den kommenden Monaten und Jahren wird es für die Verantwortlichen darum gehen, alte Strukturen abzureißen und den Verein auf die Zukunft vorzubereiten. Das muss allerdings auf der Führungsetage anfangen. Solange das noch nicht geschehen ist, droht Real Madrid wieder vorbeizuziehen.