Frauenfußball

Kopf-an-Kopf-Rennen an der Tabellenspitze: Die Topteams der Frauen-Bundesliga im Vergleich

Daniel Holfelder
Liefern sich ein enges Rennen um die Meisterschaft: Bayerns Lea Schüller und Wolfsburgs Dominique Janssen
Liefern sich ein enges Rennen um die Meisterschaft: Bayerns Lea Schüller und Wolfsburgs Dominique Janssen / Alexander Hassenstein/GettyImages
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14 Spiele sind in der Frauen-Bundesliga bereits gespielt, acht Partien stehen noch aus. Mit Titelverteidiger Bayern München und Vizemeister VfL Wolfsburg mischen zwar die üblichen Verdächtigen ganz vorne mit. Ganz im Gegensatz zum Vorjahr sieht es diesmal aber nicht nach einem Duell, sondern eher nach einem Vier- oder sogar Fünfkampf um die Meisterschale aus. Die Top-Teams der Liga im Check:


Bayern München

Der Titelverteidiger steht gegenwärtig an der Tabellenspitze, hat aber nur zwei Punkte Vorsprung auf den VfL Wolfsburg. Die Wölfinnen haben zudem ein Spiel weniger bestritten als die Mannschaft von Trainer Jens Scheuer.

Der Rückrundenstart mit neun Punkten aus drei Spielen ist den Münchnerinnen zwar geglückt. Allerdings ging es bislang nur gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte.

Mit Lea Schüller (9 Tore) und Maximiliane Rall (8 Tore) haben die Münchnerinnen zwei der besten deutschen Spielerinnen im Team. Rall benötigt pro Treffer durchschnittlich nur 86 Minuten - Ligabestwert.

VfL Wolfsburg

Ohne den erneut coronabedingten Ausfall des Spiels gegen Schlusslicht SC Sand wären es wohl nicht die Bayern, sondern der VfL, der von der Tabellenspitze grüßen würde.

Das Team um Torhüterin Almuth Schult hat eine starke erste Saisonhälfe hinter sich und hat seine Titelambitionen nicht nur durch den 1:0-Auswärtsdreier in München am 8. Spieltag untermauert. Die
Leistung ist auch deshalb besonders hoch einschätzen, weil mit Torjägerin Ewa Pajor eine Schlüsselspielerin seit Oktober nicht zur Verfügung steht.

TSG Hoffenheim

Der Tabellendritte der Vorsaison hat den Verlust mehrerer Leistungsträgerinnen (Lattwein, Rall,
Waßmuth) gut verkraftet und spielt bislang eine beeindruckende Saison. Die Kraichgauerinnen trennen nur drei Punkte von Tabellenführer Bayern München, dem man trotz der klaren Außenseiterrolle solange wie möglich Paroli bieten möchte.

Die Mannschaft von Trainer Gabor Gallai zeichnet sich vor allem durch eine schlagkräftige Offensive aus, in der die österreichische Angreiferin Nicole Billa (acht Saisontore) eine tragende Rolle einnimmt. Nicht ohne Grund wurde die 25-Jährige zu Österreichs Fußballerin des Jahres 2021 gewählt.

Das Highlight der bisherigen Saison war neben zwei fulminanten 7:1-Siegen gegen Leverkusen und Bremen ohne Zweifel der 2:1-Erfolg gegen den direkten Konkurrenten aus Wolfsburg. In diesem Spiel
konnten die Hoffenheimerinnen unter Beweis stellen, dass sie nicht zufällig so weit oben stehen.

Eintracht Frankfurt

Überraschend ist es auch Eintracht Frankfurt gelungen, sich in Schlagdistanz zur Tabellenspitze zu positionieren. Die Adlerträgerinnen liegen lediglich sechs Punkte hinter Ligaprimus Bayern München - am Ende der letzten Spielzeit waren es noch 30 Punkte.

Maßgeblichen Anteil am bisherigen Erfolg hat das Sturmduo aus Lara Prasnikar und Laura Freigang, das zusammen 15 Treffer und damit die Hälfte aller Eintracht-Tore erzielt hat.

Dass in Frankfurt großer Optmismus herrscht, belegen auch die zahlreichen Vertragsverlängerungen vor der Winterpause. Insgesamt sechs Spielerinnen haben sich langfristig an die Eintracht gebunden, darunter auch die umworbene Jung-Nationalspielerin Sophia Kleinherne.

Turbine Potsdam

Auf Rang fünf mit sieben Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze steht mit Turbine Potsdam ein Team, das vermutlich nur Außenseiterchancen auf die Meisterschaft besitzt.

Die Mannschaft von Ex-Bundesligaprofi Sofian Chahed muss vor allem defensiv zulegen, wenn sie am Saisonende für eine Überraschung sorgen möchte. Momentan stehen 21 Gegentreffer zu Buche - die schlechteste Bilanz der fünf Topteams.

Trotz der Abwehrschwäche haben die Potsdamerinnen bewiesen, dass sie es mit den großen Klubs aufnehmen können. In den direkten Duellen musste sich Turbine bis dato nur gegen den VfL Wolfsburg geschlagen geben.

Ob man in den verbleibenden acht Spielen noch einmal ganz oben anklopfen kann, wird auch von den Leistungen der beiden jungen Offensivkräfte Selina Cerci (11 Tore) und Melissa Kössler (7 Tore) abhängen. Sammeln die beiden Stürmerinnen weiterhin konstant Scorerpunkte, muss sich Potsdam nicht verstecken.


Prognose

Bayern München und der VfL Wolfsburg besitzen deutlich mehr Erfahrung als ihre Verfolger. Auch in puncto individuelle Qualität stehen diese beiden Teams eine Stufe über dem Rest der Liga. Aus diesem Grund werden sich die Münchnerinnen und die Niedersachen in den nächsten Wochen von der Konkurrenz absetzen und sich ein packendes Meisterschaftsduell liefern. Wer das Titelrennen am Ende für sich entscheidet, wird von Kleinigkeiten abhängen. Für die Teams aus Hoffenheim, Frankfurt und Potsdam geht es um den dritten Platz und damit um die Champions-League-Teilnahme.


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