Frauen-Bundesliga: Die 5 besten Torhüterinnen der Hinrunde 2023/24

Frauen-Bundesliga: Die 5 besten Torhüterinnen der Hinrunde 2023/24
Frauen-Bundesliga: Die 5 besten Torhüterinnen der Hinrunde 2023/24 /
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Aktuell befindet sich die Frauen-Bundesliga in der Winterpause. Zeit, um die erste Saisonhälfte 2023/24 Revue passieren zu lassen. 90min sieht sich die Leistungen der Spielerinnen genau an und versucht, für jede Position ein faires Ranking zu erstellen. Den Anfang machen die Torhüterinnen.

5. Mala Grohs (Bayern München)

Maria-Luisa Grohs
Mala Grohs / BSR Agency/GettyImages


Auf Platz fünf unseres Rankings landet Mala Grohs vom FC Bayern. Die 22-Jährige ist eine gute Bundesliga-Keeperin und hat eine fehlerlose Hinrunde hinter sich. Ihr "Problem" besteht darin, dass ihre Vorderleute die beste Defensive der Liga stellen und sie sich nur selten auszeichnen kann. Mit sieben Spielen ohne Gegentor kann ihr in dieser Kategorie keiner das Wasser reichen, gleichzeitig sind Rettungsaktionen und Glanzparaden bei Grohs die Seltenheit.

Das gilt allerdings nicht nur für die Bundesliga, sondern auch für die Champions League. Dort wird Grohs deutlicher häufiger gefordert und agiert solide. Aber reicht das? Oder müsste die gebürtige Münsteranerin,
um bei einem Spitzenklub wie dem FC Bayern eine Schlüsselrolle einzunehmen, nicht auch regelmäßig "unhaltbare" Bälle von der Linie kratzen?

Wir meinen, dass die Maschinenbau-Studentin noch Luft nach oben hat. Wenn die Bayern in der Königsklasse reüssieren wollen, muss Grohs eine Schippe drauflegen.

4. Ena Mahmutovic (MSV Duisburg)

Ena Mahmutovic
Ena Mahmutovic / Christof Koepsel/GettyImages

Mit Ena Mahmutovic belegt die beste Torhüterin der vergangenen Saison "nur" den vierten Rang. Die 20-jährige Schlussfrau vom MSV Duisburg stellte zwar auch in den ersten zehn Partien der neuen Spielzeit ihre Klasse unter Beweis, schaffte es aber nicht wie im letzten Jahr, den Zebras mit herausragenden Paraden den ein oder anderen Punkt zu retten.

Außerdem leistete sich Mahmutovic zu viele Unsicherheiten bei hohen Bällen, um es in die Top drei unserer Rangliste zu schaffen. Gleichwohl sei angemerkt, dass der gebürtigen Duisburgerin bei den 32 Gegentoren ihres Teams (Gruselwert der Liga) kein einziger schwerer Fehler unterlief (eine Ausnahme bildet vielleicht der Gegentreffer zum 1:3 beim 1. FC Köln am 3. Spieltag).

Mahmutovic wird ihren Weg trotzdem gehen und schon bald eine heiße Anwärterin auf die Nummer eins in der deutschen Nationalmannschaft sein. Ihr Vertrag beim MSV läuft im Sommer aus, die Wahrscheinlichkeit, dass sie den nächsten Schritt in ihrer Karriere macht, ist groß. Wir dürfen gespannt sein, wer sich die Dienste des Toptalents sichert. Oder schafft der MSV am Ende (dank Mahmutovics Paraden) den Klassenerhalt und kann sein Torwart-Juwel von einem Verbleib überzeugen?

3. Friederike Repohl (Bayer Leverkusen)

Eintracht Frankfurt v Bayer Leverkusen - Google Pixel Frauen-Bundesliga
Friederike Repohl / Andreas Schlichter/GettyImages

Knapp hinter dem zweiten Platz ordnen wir Friederike Repohl (geborene Abt) von Bayer Leverkusen ein. Repohl hat seine sehr stabile erste Saisonhälfte hinter sich, in der sie ihren Farben mit der ein oder anderen Glanzparade wichtige Punkte sicherte. Als Beispiel sei etwa das letzte Hinrundenspiel gegen den MSV Duisburg genannt, als Repohl beim Stand von 1:1 ein Eigentor von Teamkollegin Selina Ostermeier bärenstark verhinderte - im Gegenzug erzielte Bayer die Führung.

Dabei war vor Saisonbeginn nicht einmal klar, ob Repohl ihren Status als Nummer eins behalten würde. Leverkusen hatte sich im Sommer mit Charlotte Voll von der Spielgemeinschaft SCR Altach/FFC Vorderland verstärkt. Voll, die bereits beim französischen Spitzenklub Paris Saint-Germain aktiv war, durfte sich durchaus Hoffnung auf einen Stammplatz machen.

Nach Repohls beeindruckender Hinserie dürfte die Hierarchie im Bayer-Kasten jedoch bis auf Weiteres feststehen. Es sei denn, die 29 Jahre alte Keeperin sucht sich bald eine neue Herausforderung. Repohls Vertrag läuft in sechs Monaten aus...

2. Sophia Winkler (SGS Essen)

Sophia Winkler
Sophia Winkler / Juergen Schwarz/GettyImages

Sophia Winkler ist eine der vielen Nachwuchshoffnungen aus der Talentschmiede der SGS Essen. Die 20-Jährige ist seit inzwischen zweieinhalb Jahren im Tor der SGS gesetzt und hat in der ersten Saisonhälfte gezeigt, dass sie in Zukunft eine Kandidatin für die Nationalmannschaft sein kann.

Mit 78,1 Prozent gehaltenen Bällen* und sechs Spielen ohne Gegentor gehört Winkler auch statistisch zu den Toptorhüterinnen der Liga. Nur Wolfsburgs Merle Frohms (78,8 Prozent gehaltene Bälle) und Bayerns Mala Grohs (Sieben Spiele ohne Gegentor) waren in diesen Kategorien besser. Perfekt lief die Hinrunde aber auch für die junge SGS-Schlussfrau nicht. Beim ersten Gegentor im Auswärtsspiel bei RB Leipzig (2:3) und beim 0:1 gegen den SC Freiburg gab Winkler keine optimale Figur ab.

Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Insgesamt hat die sechsfache U19-Nationalspielerin eine bärenstarke Hinrunde hinter sich. Gut für die SGS, dass Winkler langfristig an den Verein gebunden ist. Noch in der Sommerpause verlängerte sie ihren Vertrag vorzeitig bis Juni 2026.

1. Livia Peng (Werder Bremen)

Livia Peng
Livia Peng / Christof Koepsel/GettyImages

Der Spitzenplatz geht an Werder Bremens Livia Peng. Die Grün-Weißen haben im Sommer alles richtig gemacht, als sie die 21-jährige Schweizerin für eine unbekannte Ablösesumme von BK Häcken loseisten. Peng präsentiert sich trotz ihrer Jugend schon als sehr souveräne Torhüterin, die in der Hinserie nicht nur weitgehend fehlerfrei agierte, sondern auch den ein oder anderen "Unhaltbaren" entschärfen konnte.

Ihre starken Leistungen schlugen sich auch in den Nominierungen für die 90min-Elf des Spieltags nieder, in die wir Peng zweimal berufen haben. Damit schaffte es die sechsfache Schweizer Nationalspielerin auch in unsere 90min-Elf der Hinrunde.

Umso erstaunlicher kam kurz vor Jahreswechsel die Ankündigung von Werder-Trainer Thomas Horsch, in der Rückrunde womöglich auf die bisherige Ersatztorhüterin Catalina Perez setzen zu wollen. "Beide [Peng und Perez, Anm. d. Red.] bekommen in der Vorbereitung wieder ihre Chance, sich für die Rückrunde zu empfehlen und wir hoffen natürlich, dass wir uns so bald wie möglich in der Tabelle entscheidend absetzen können und dann kann man immer noch sehen, was man auf der Torhüterposition macht", erklärte Horsch gegenüber den Bremer Vereinsmedien.

Die Werder-Verantwortlichen spielen hier mit dem Feuer. Die ehrgeizige Peng will mit der Schweiz unbedingt als Nummer eins zur EM 2025, wie sie unter anderem auf ihrer Homepage deutlich macht. Sitzt sie nach ihren starken Vorstellungen in der zweiten Saisonhälfte nur auf der Bank, könnte Peng ganz schnell auch wieder weg sein. An Interessenten dürfte es nicht mangeln, zumal ihr Vertrag laut dem Portal Soccerdonna nur bis Juni datiert ist.


Warum fehlt Nationaltorhüterin Merle Frohms im Ranking?

Merle Frohms ist zweifellos die kompletteste Torhüterin der Bundesliga und auch zurecht die Nummer Eins im DFB-Team. In der Hinrunde 23/24 konnte die 28-Jährige aber nur selten ihr großes Potenzial abrufen - daran ändert auch der Spitzenwert von 78,8 Prozent gehaltener Bälle nichts, der kaum etwas über die Qualität der Abschlüsse aussagt, die Frohms entschärfen konnte. Die VfL-Torfrau verursachte am 2. Spieltag beim 4:2-Erfolg in Frankfurt zwei Elfmeter (wobei einer, in der 35. Minute gegen Nicole Anyomi, nicht gegeben wurde) und muss sich auch den Ausgleichstreffer beim 4:1-Sieg gegen 1. FC Köln am 9. Spieltag ankreiden lassen. Hinzu kommt, dass sie vom vom 4. bis zum 6. Spieltag aufgrund einer Gehirnerschütterung ausfiel und unter anderem das Spitzenduell mit dem FC Bayern (1:2) verpasste. In die Top Fünf der Hinserie schafft es Frohms deshalb nicht.

Honourable Mentions

  • Im genannten Zeitraum, in den auch die beiden UWCL-Quali-Spiele gegen Paris FC fallen, wurde Frohms von Neuzugang Lisa Schmitz vertreten. Die erfahrene Schmitz war im Sommer aus Montpellier nach Wolfsburg gekommen und machte ihre Sache als Frohms-Vertreterin hervorragend. Dafür gebührt der 31-Jährigen eine besondere Erwähnung.
  • Das trifft auch auf Nürnberg-Schlussfrau Kristin Krammer zu. Die junge Krammer, vor der Saison als Ersatz für die an der Schulter verletzte Stammkeeperin Lea Paulick geholt, erwies sich als Glücksgriff für die Franken und hielt etwa beim 2:0 gegen den SC Freiburg am 5. Spieltag wichtige Punkte fest.

*(Alle Statistiken via Fotmob)


Hier die Rankings zu allen anderen Positionen, die bislang veröffentlicht wurden: