Flick lässt Zukunft als Bundestrainer offen: Wer könnte sein Nachfolger werden?

Simon Zimmermann
Tritt auch Hansi Flick zurück?
Tritt auch Hansi Flick zurück? / Marvin Ibo Guengoer - GES Sportfoto/GettyImages
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Wie groß fällt der Paukenschlag beim DFB aus? Oliver Bierhoff musste bereits gehen - nicht mehr ausgeschlossen, dass auch Bundestrainer Hansi Flick folgt. Wer wird Bierhoff-Nachfolger? Und wer könnte Flick als Bundestrainer beerben?


Am Montagabend folgte der erste Knall beim DFB auf das erneute WM-Debakel: Oliver Bierhoff hat seinen Vertrag als Direktor Nationalmannschaften und Akademie aufgelöst. Eine Konsequenz noch vor der Analyserunde mit Bundestrainer Hansi Flick, DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke am Mittwoch.

Hansi Flick, der sich während der WM noch sicher zeigte, als Bundestrainer weiterzumachen und auf seinen Vertrag bis 2024 hinwies, äußerte sich bereits zum Bierhoff-Aus beim DFB. "Meinem Trainerteam und mir fällt im Moment die Vorstellung schwer, wie die durch Olivers Ausscheiden entstehende Lücke fachlich und menschlich geschlossen werden kann", so das Statement des Bundestrainers.

Aus seinen Worten wird deutlich: Flick überdenkt seine Zukunft als Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft. Aus seiner Bayern-Zeit weiß man, dass der 57-Jährige konsequent handelt, wenn die Rahmenbedingungen nicht nach seinen Vorstellungen passen. So agierte er auch bei seinen Rücktritten als DFB-Sportdirektor und bei der TSG Hoffenheim.

In Bierhoff sah Flick offenbar einen wichtigen Verbündeten, mit dem er gemeinsam das "Projekt 2024" mit der Heim-EM angehen wollte.

Flick-Rücktritt? Welche Bundestrainer-Kandidaten gibt es?

Folgt nun also Flicks Rücktritt als Bundestrainer? Ausschließen kann man das nicht mehr! Doch welche Kandidaten gäbe es, die ihn als Bundestrainer nachfolgen könnten.

Jürgen Klopp scheint kein Kandidat zu sein. Der 55-Jährige dürfte für viele Fans die Wunschlösung sein. Allerdings steht Klopp beim FC Liverpool noch bis 2026 unter Vertrag. Sein Berater Marc Kosicke äußerste sich gegenüber Sky bereits eindeutig: "Das ist ein Medienthema. Jürgen hat in Liverpool einen Vertrag bis 2026 und er hat vor, diesen zu erfüllen."

Der zweite Kandidat, der sofort ins Auge springt, wäre Thomas Tuchel. Nach seinem überraschenden Aus beim FC Chelsea wäre der 49-Jährige verfügbar. Ob er Interesse hätte, bleibt aber unklar. Sky berichtete zuletzt, Tuchel würde lieber weiter als Klub-Trainer arbeiten. Laut kicker wäre es zumindest kein Hindernis, dass Hans-Joachim Watzke als DFB-Vize eine leitende Rolle bei der Suche einnehmen würde. Watzke hatte Tuchel 2017 trotz sportlichem Erfolg als Trainer von Borussia Dortmund entlassen.

Bierhoff-Nachfolger entscheidet mit

Entscheidend wäre wohl die Besetzung des Bierhoff-Nachfolgers. Sollte Flick tatsächlich ebenfalls gehen, wäre der neue DFB-Manager mitverantwortlich bei der Suche nach einem Bundestrainer. Ralf Rangnick, der derzeit gehandelt wird, könnte mit Tuchel ein gutes Tandem bilden. Beide haben ein gutes Verhältnis, Rangnick vemittelte Tuchel einst einen Platz als Jugendtrainer beim VfB Stuttgart.

Ob der "Professor", der mit seinem Reformdrang sicherlich einiges beim DFB bewegen könnte, verfügbar ist, bleibt abzuwarten. Als österreichischer Nationaltrainer steht er noch bis 2024 unter Vertrag.

Weitere Namen, die derzeit als Bierhoff-Nachfolger gehandelt werden, sind Fredi Bobic, Lothar Matthäus, Thomas Hitzlsperger und auch Matthias Sammer. Letzterer soll laut kicker aber nicht für eine leitende Position zur Verfügung stehen, sondern lediglich als Berater. Die Sportschau berichtet dagegen, dass Sammer der Wunsch-Kandidat der DFB-Führung sein soll und sich mittlerweile wohl bereiterklärt habe, zum Verband zurückzukehren. Sammer arbeitete bereits von 2006 bis 2012 erfolgreich als DFB-Sportdirektor, ehe es ihn zum FC Bayern zog.

Sport1 schreibt, dass neben Sammer vor allem Bobic und Matthäus die Favoriten seien.

Bislang sind das noch sehr viele Konjunktive. Die kommenden Tage werden Aufschluss darüber geben, ob die Stelle als Bundestrainer tatsächlich neu vergeben werden muss. Zunächst dürfte sich der DFB aber auf die Suche nach einem neuen DFB-Manager fokussieren.


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