90min
facebooktwitterinstagramyoutuberss

Flick traut Lewandowski den Ballon d'Or zu - Zumindest sollte er Fußballer des Jahres in Deutschland werden

Robert Lewandowski
Geht es nach Hansi Flick, könnte Robert Lewandowski in diesem Jahr den Ballon d'Or gewinnen | Alexander Hassenstein/Getty Images

Robert Lewandowski ist die größte Konstante beim FC Bayern. Im DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen (4:2) avancierte der Pole zum Doppel-Torschützen und lieferte seine Saisontore 50 und 51. Cheftrainer Hansi Flick traut ihm für dieses Jahr den Gewinn des Ballon d'Or zu - dabei wäre schon die Wahl zum Fußballer des Jahres in Deutschland ein großer Schritt.

Er hat es wieder getan. So wie (fast) immer. In der Saison 2019/20 ist ein Spiel ohne Tor von Robert Lewandowski eine Seltenheit. 43 Mal stand der Torjäger vom Dienst auf dem Platz, in 35 Spielen brachte er den Ball mindestens ein Mal im Netz unter. Besonders in den beiden Pokalwettbewerben ist Lewandowski treffsicher: Im DFB-Pokal blieb der Torerfolg lediglich im Zweitrundenspiel gegen den VfL Bochum (2:1) aus, in der Champions League hat er bislang sogar in jeder Partie getroffen, in der er auf dem Platz stand. In der Bundesliga war er derweil nach dem Re-Start nur gegen Borussia Dortmund (1:0) erfolglos.

Für den FC Bayern hat Lewandowski in 285 Pflichtspielen 242 Tore erzielt. Doch er ist mehr als nur ein Strafraumstürmer. Er ist ein herausragender Athlet mit exzellenter Körperbeherrschung, ein Fußballer mit Instinkt und Teamgeist. Er hat sich vom Einzelgänger zum Führungsspieler entwickelt. Er macht lange Bälle fest, lässt sich aber auch fallen und bietet sich an, ist deshalb auch an weit mehr Toren beteiligt, als es seine 51 Tore und 6 Vorlagen vermuten lassen. Und doch fliegt er im internationalen Vergleich unter dem Radar.

Flick traut Lewandowski den Ballon d'Or zu: "Alle Voraussetzungen geschaffen"

Wer den Ballon d'Or gewinnen will, der muss in der Regel auch die Champions League gewinnen oder aber zumindest in der K.o.-Phase mit vielen Toren auf sich aufmerksam machen. Bis auf einen Torerfolg in der entscheidenden Phase des Turniers musste Lewandowski allerdings zwei Jahre warten. Am 20. Februar 2018 erzielte er beim 5:0-Erfolg über Besiktas Istanbul einen Doppelpack, sein nächster Treffer folgte beim 3:0 über Chelsea am 25. Februar dieses Jahres.

Robert Lewandowski (r.) feierte am Samstag den 19. Vereinstitel seiner Karriere. Ihm gebührt eine größere Anerkennung, als ihm zuteil wird.
Robert Lewandowski (r.) feierte am Samstag den 19. Vereinstitel seiner Karriere. Ihm gebührt eine größere Anerkennung, als ihm zuteil wird. | Pool/Getty Images

Rein auf die Königsklasse zu blicken, wird Spielern wie Lewandowski aber nicht gerecht. "Wenn man sieht, dass er in der Bundesliga 34 Buden gemacht hat, da ist es schon so, dass man da auch nachdenken kann, dass man einen Spieler aus der Bundesliga zum Weltfußballer machen kann", sagte Hansi Flick nach dem Sieg über Leverkusen (zitiert via Goal). Der 31-Jährige habe "alle Voraussetzungen geschaffen mit einer guten Leistung dieses Jahr."

Lewandowski muss zumindest Fußballer des Jahres werden

Allerdings würde es nicht verwundern, wenn wieder Lionel Messi und Cristiano Ronaldo zwei der drei finalen Plätze trotz mäßiger Leistungen blockieren. Und abgesehen davon wäre es bereits ein Fortschritt, wenn Lewandowski in Deutschland zum Fußballer des Jahres gekürt würde.

Diese Auszeichnung wurde erst an fünf ausländische Fußballer verliehen: Ailton (2004, Werder Bremen), Franck Ribéry (2008, FC Bayern), Grafite (2009, VfL Wolfsburg), Arjen Robben (2010, FC Bayern) und Kevin de Bruyne (2015, VfL Wolfsburg). Lewandowski hätte es in diesem Jahr mehr als verdient, Titelträger Nummer sechs zu werden. Er ist ein Spieler, der seit Jahren seinesgleichen sucht. Es ist an der Zeit, dass er dafür mit einer anderen individuellen Auszeichnung als der Torjägerkanone belohnt wird.