FIFA-Präsident Infantino schwärmt von Katar und verkündet Klub-WM mit 32 Teams

Henry Einck
Gianni Infantino hat eine Pressekonferenz gegeben.
Gianni Infantino hat eine Pressekonferenz gegeben. / ODD ANDERSEN/GettyImages
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Gianni Infantino hat in einer Pressekonferenz am Freitagmorgen über die Zukunft der FIFA gesprochen. Der FIFA-Präsident verkündete einen neuen Modus für die Klub-WM, stellte einen weiteren Wettbewerb in Aussicht und sprach über mögliche Dreiergruppen bei zukünftigen Fußball-Weltmeisterschaften.


Am Freitag hat Gianni Infantino im Anschluss an ein Treffen mit dem FIFA-Rat eine Pressekonferenz gegeben. Dabei hob er erneut die laufende Weltmeisterschaft in Katar positiv hervor. "Der ganze Rat hat diese WM gelobt. Vielen Dank an alle, die beteiligt waren. Katar und die Freiwilligen. Alle, die dazu beigetragen haben, dass diese WM die beste geworden ist. Es war ein großartiger Erfolg", schwärmte der FIFA-Präsident.

Infantino gilt als großer Verfechter der WM in Katar. Im Vorfeld des Turniers hatte sich der Schweizer bereits mehrfach für den Austragungsort ausgesprochen. Für das aktive Bewerben hatte es speziell aus Deutschland große Kritik gegeben. Die Wahl des Ortes sorgte wegen der Menschenrechtslage für große Diskussionen. Auch die offensichtlichen Motive des Wüstenstaates wurden kritisiert.

Neuer Modus für Klub-WM mit 32 Mannschaften

Zudem sprach Infantino über weitere Projekte der FIFA. "Die neue Klub-Weltmeisterschaft der Männer findet 2025 statt und umfasst 32 Mannschaften. [...] Es wird ähnlich wie eine Weltmeisterschaft ablaufen", verkündete der Präsident. Zum Zeitraum, in dem das Turnier ausgetragen werden soll, äußerte sich der 52-Jährige nicht. In der Vergangenheit bestand im Zeitraum der Austragung die Kernkritik. Die Klub-WM würde Spieler zusätzlich belasten.

Die Entscheidung für eine Erhöhung der Teilnehmerzahl ist bereits im März 2019 gefallen. Ursprünglich war geplant, das Turnier in einem neuen Modus mit 24 Mannschaften 2021 in China auszutragen, wurde aufgrund der Corona-Pandemie aber abgesagt. Die kommende Klub-WM wird noch im alten Format ausgetragen. Das Turnier wird vom 1. bis 11. Februar 2023 in Marokko stattfinden.

Bis dato qualifizierten sich für die Klub-WM die sechs Klubs, die jeweils ihre wichtigsten Kontinentalwettbewerbe gewonnen haben. Bei den letzten Turnieren trat zusätzlich ein Team aus dem Gastgeberland an. Als europäische Vertreter für das Turnier im kommenden Februar ist Champions-League-Sieger Real Madrid dabei.

Neue Wettbewerbe stehen im Raum

Die FIFA plane neben der Modus-Änderung der Klub-WM zwei neue Wettbewerbe: Die FIFA World Series und die Klub-WM der Frauen. Während Infantino bei der Frauen Klub-WM nur von allgemeinen Planungen sprach, wurde er bei den FIFA World Series schon konkreter. Es soll sich um Freundschaftsturniere zwischen jeweils vier Teams von verschiedenen Kontinenten handeln. "Der Plan ist, das Länderspielfenster im März zu nutzen [...]", erklärte Infantino.

Die neuen Planungen werden die kritischen Stimmen wohl weiter anheizen. Kritiker werfen der FIFA seit Jahren vor, den Terminkalender zu eng zu schnüren. Die Profis hätte zu wenig Zeit für Pausen. Ähnliches beklagten auch Spieler und Trainer in der Vergangenheit. Allen voran Liverpool-Trainer Jürgen Klopp hatte in der Vergangenheit öffentlich Kritik gegenüber der FIFA geäußert.

Dreiergruppen sollen neu diskutiert werden

Vor etwa zwei Wochen hatte der Verband den Vorschlag eingebracht, bei zukünftigen Weltmeisterschaften die Gruppenphase mit jeweils drei Mannschaften auszuspielen. Nach Guardian-Informationen war der Modus sogar für die kommende WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko eine Überlegung. Sicher war bis dahin nur, dass die Amerika-WM die erste Endrunde mit 48 Teams sein wird.

Auch zu diesen Gerüchten äußerte sich Infantino am Freitag. "Nach dieser WM und dem Erfolg der Vierergruppen - absolut unglaublich - müssen wir neu diskutieren, ob 16 Dreiergruppen oder zwölf Vierergruppen besser sind", erklärte der Schweizer. Eine Änderung scheint aktuell demnach unwahrscheinlich, ist aber wohl weiterhin nicht ausgeschlossen.


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