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RB Leipzig an Leihe von Bayern-Juwel Tanguy Nianzou interessiert - Das Gerücht im Check

Simon Zimmermann
Tanguy Nianzou konnte in seiner ersten Saison beim FCB kaum auf dem Platz stehen
Tanguy Nianzou konnte in seiner ersten Saison beim FCB kaum auf dem Platz stehen / Handout/Getty Images
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Nach seinem enttäuschenden Debüt-Jahr beim FC Bayern will Tanguy Nianzou im zweiten Anlauf durchstarten. Über das Talent dafür verfügt der 18-jährige Franzose allemal - das wird ihm von allen Seiten bescheinigt. Doch könnte eine Leihe nach einem Jahr voller Verletzungen für Nianzous Entwicklung nicht die bessere Lösung sein? RB Leipzig soll Interesse bekunden. Das Gerücht im Check:


Als sich der FC Bayern im vergangenen Jahr ablösefrei die Dienste von Tanguy Nianzou sicherte, wurde der Transfer nicht nur von den FCB-Verantwortlichen als großer Coup gefeiert. Der 18-jährige Franzose gilt als einer der talentiertesten Defensivspieler Europas, wollte seinen Vertrag bei Ausbildungsklub PSG aber nicht verlängern. Stattdessen ging es nach München, wo man weiter fest der Überzeugung ist, einen Abwehrspieler verpflichtet zu haben, der das Team in Zukunft prägen kann.

Die Debüt-Saison des Youngster verlief allerdings denkbar schlecht. Eine Oberschenkelverletzung in der Sommer-Vorbereitung und ein Muskelbündelriss kurz nach dem Comeback setzten Tanguy Nianzou über weite Strecken der Spielzeit außer Gefecht. In der Bundesliga kam er so nur zu sechs Einsätzen und absolvierte dabei lediglich vier Prozent der möglichen Spielzeit.

Profitiert Nianzou vom Umbruch und Nagelsmann?

Im zweiten Jahr soll nun alles besser werden. Nach den Abgängen von David Alaba und Jerome Boateng steht ein Umbruch in der Bayern-Defensive bevor. Für Landsmann Dayot Upamecano griff der Rekordmeister tief in die Tasche, Lucas Hernandez soll künftig fest in der Mitte verteidigen. Da Neu-Coach Julian Nagelsmann aber gerne mit einer Dreierkette spielen lässt, könnte ein weiterer Platz in der Abwehr frei werden. Nianzou kann zudem auch im zentralen Mittelfeld eingesetzt werden.

Gute Aussichten auf Spielzeit also? Nach dem so gut wie verlorenen Jahr ist die Lage um Nianzou schwer einzuschätzen. Könnte eine Leihe dem 18-Jährigen zunächst andernorts die nötige Spielpraxis verschaffen, um dann gestärkt nach München zurückzukehren? Das französische Portal Soccer Link behauptet jedenfalls, RB Leipzig sei an einer Leihe interessiert.

Die Roten Bullen haben in der Innenverteidigung nicht nur Upamecano verloren, sondern müssen auch Konaté nach Liverpool ziehen lassen. Als gelernter Innenverteidiger aus der Vor-Saison steht damit nur noch Willi Orban im Kader. Mit Josko Gvardiol und Mohamed Simakan wurden allerdings bereits zwei Neuzugänge für die Abwehr verpflichtet.

Die Quelle

Soccer Link ist keine all zu bekannte Quelle und nicht dafür bekannt, mit vertrauenswürdigen Exklusiv-Infos um sich zu werfen. Unser französisches 90min-Team bewertet Soccer Link "nicht als vertrauenswürdigste Quelle", soll aber gerade zu Spielern aus Paris gute Kontakte haben. Nianzou ist in Paris geboren und aufgewachsen. Gut möglich also, dass das Portal zumindest gute Informationen aus dessen Umfeld besitzt.

Die Ausgangslage

Neben der Quelle muss man bei diesem Gerücht aber vor allem die Ausgangslage betrachten. Und hier kommen große Zweifel auf, dass eine Leihe überhaupt mehr als Spekulation sein kann. Fakt ist: Nianzou steht in München bis 2024 unter Vertrag. Eine Leihe wäre von diesem Gesichtspunkt aus generell möglich.

Aber: Aus Bayern-Sicht ist man defensiv nicht sonderlich tief besetzt - vor allem dann, wenn Nagelsmann regelmäßig auf eine Dreierkette setzt. Und auch im zentralen Mittelfeld sind die Optionen nicht üppig. Da man von Nianzou derart überzeugt ist, würde es bei dieser Personallage eigentlich keinen Sinn ergeben, den 18-Jährigen zu verleihen. Zumal es dann wohl Ersatz bräuchte, der wiederum Geld kosten würde. Das Beispiel Alexander Nübel zeigt, dass man sich darauf nicht einlassen will.

Aus RB-Sicht macht eine Leihe ebenso wenig Sinn. Leipzig hat für Upamecano und Konaté bereits für Ersatz gesorgt. Gut möglich zwar, dass noch ein Defensivspieler kommt, der dürfte dann aber nicht aus München ausgeliehen werden. Denn ein solches Modell würde der RB-Strategie auf dem Transfermarkt völlig widersprechen. Warum sollte man ein großes Talent von einem direkten Konkurrenten aufbauen, um ihn dann ohne Gegenwert wieder ziehen lassen zu müssen?

Fazit

Eine Leihe von Nianzou nach Leipzig ist so gut wie ausgeschlossen! Sowohl aus der Perspektive der Bayern als auch aus Leipziger Sicht macht sie schlicht keinen Sinn. Nianzou wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die kommende Saison in München verbringen. Und versuchen, seinen Vorschusslorbeeren im zweiten Anlauf gerecht zu werden.

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