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Pro und Kontra: Muss der FC Bayern noch einen Innenverteidiger verpflichten?

Dominik Hager
Benötigt der FC Bayern noch einen Innenverteidiger?
Benötigt der FC Bayern noch einen Innenverteidiger? / CHRISTOF STACHE/GettyImages
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Der FC Bayern scheint mit Ryan Gravenberch und Noussair Mazraoui bereits zwei Transfers so gut wie sicher zu haben. BILD-Fußballchef Christian Falk könnte sich gut vorstellen, dass die beiden Ajax-Profis die beiden einzigen größeren Sommer-Transfers bleiben. Der kicker ist hingegen der Meinung, dass die Bayern auf der Innenverteidiger-Position noch nachlegen. Doch was spricht eigentlich dafür und dagegen, einen neuen Innenverteidiger zu verpflichten?


Das spricht für einen Innenverteidiger-Transfer

Niklas Süle könnte ersetzt werden

Mit Niklas Süle verlieren die Münchner ihren besten Innenverteidiger der laufenden Saison. Damit wird sich automatisch eine Lücke auftun, die sich qualitativ und quantitativ erst mal schließen muss. Die Bayern-Innenverteidigung bestände zunächst mal nur aus den französischen Verteidigern Upamecano, Hernández, Nianzou und Pavard. Ob diese Besetzung wirklich zur europäischen Spitzenklasse gehört, ist zumindest zweifelhaft.

Es fehlt ein Abwehr-Leader und Ruhepol, der Süle zumindest phasenweise war. Zudem sei gesagt, dass vier Innenverteidiger nicht viel sind und Nagelsmann mit seiner häufig bevorzugten Dreierkette bei Verletzungen durchaus Probleme bekommen könnte.

Interessante Optionen auf dem Markt

Es ist definitiv nicht so, als würde der Markt keine spannenden Innenverteidiger bereithalten. Selbst wenn man bei Rüdiger und Christensen keine Chance hat, gäbe es immer noch die Möglichkeit, Schlotterbeck vom SC Freiburg zu verpflichten. Der Nationalspieler wird immer besser und besitzt sowohl das fußballerische Potenzial, als auch die mentale Stärke, um es beim FCB zu packen. Ein Transfer-Tauziehen gegen Dortmund könnte man gewinnen und auch Ablöse und Gehalt wären machbar.

Darüber hinaus wäre da beispielsweise auch noch ein Bremer, der in der Serie A ganz stark spielt und ein ähnlicher Typ wie Süle ist. Sollte dieser zu teuer sein, könnte man noch immer auf Matthias Ginter zurückgreifen. Dieser wäre zwar Qualitativ nicht die große Verstärkung, würde aber als verlässlicher Backup gut passen und dem Münchner Kader Breite verleihen.

Das spricht gegen einen Innenverteidiger-Transfer

Man sollte der Entwicklung von Nianzou nicht im Wege stehen

Tanguy Nianzou kämpft bereits die gesamte Saison um Einsatzzeiten. Immer wieder gab es auch kritische Töne von Nagelsmann, der monierte, dass der Franzose noch zu viele Fehler mache und zu große Risiken eingehe. Der Youngster benötigt jedoch Spielpraxis, um die nötige Wettkampf-Sicherheit zu erlangen und als Sportler zu wachsen.

In den letzten Wochen hat man bereits gesehen, dass der Innenverteidiger mit mehr Einsatzzeiten immer besser zurecht kommt. Vor allem in der Luft konnte er seine vorhandene Klasse demonstrieren. Setzt man Nianzou nun aber einen neuen Innenverteidiger vor die Nase, wäre dies für seine Entwicklung sicherlich mehr als bedenklich. Es wäre schade, wenn man das vorhandene Talent des Kickers derartig verkümmern lassen würde.

Bayern benötigt Geld für Lewandowski, Müller, Gnabry und Neuer

Mit jedem Transfer, den man vermeidet, sparrt sich ein Verein natürlich auch ein schönes Sümmchen Geld. Dies ist für den FC Bayern im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. Sollten Gravenberch und Mazraoui kommen, hätte der Klub trotz der Corona-Verluste schon große Summen an Geld ausgegeben. Hinzu kommen auch die Kader-Kosten, die im Zuge zahlreicher bereits erfolgten oder noch geplanten Vertragsverlängerungen enorm steigen.

Zuletzt berichtete Sport1-Experte Thomas Helmer, dass sich der FC Bayern keine neuen Verträge für Neuer, Müller, Gnabry und Lewandowski leisten könne und demnach womöglich einer der vier Kicker vorzeitig den Verein verlässt. Zwar ist diese Vermutung nicht sonderlich plausibel, jedoch lässt sich nicht leugnen, dass die vier Spieler in zwei Jahren etwa 160 Millionen Euro kosten dürften. Dann noch Geld für einen nicht unbedingt notwendigen Innenverteidiger auszugeben, erscheint falsch. Die Prioritäten sollten klar bei Lewandowski, Müller, Gnabry und Neuer liegen.


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