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FC Bayern nach Tolisso-Ausfall in der Not: Diese Stars müssen jetzt liefern

Dominik Hager
Marcel Sabitzer ist nun besonders gefordert
Marcel Sabitzer ist nun besonders gefordert / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Corentin Tolisso hat sich beim FC Bayern in den vergangenen Monaten zum echten Fixpunkt entwickelt. Immer wieder wurde deutlich, dass der französische Mittelfeldspieler als Goretzka-Ersatz dringend benötigt wird. Nun stehen die Münchner vor der mehr als unguten Situation, dass Tolisso aufgrund eines Muskelfaserrisses mehrere Wochen lang nicht zur Verfügung stehen wird. Demnach stehen nun andere Akteure in der Pflicht. Insbesondere ein Neuzugang muss jetzt so richtig liefern.


Viel kann in der Münchner Zentrale eigentlich nicht schief gehen, dachte man zumindest vor Saisonbeginn. Auf das Mittelfeld-Duo Kimmich & Goretzka war ohnehin immer Verlass und neben den Ersatzleuten Tolisso und Roca wurde ja auch noch Marcel Sabitzer als Top-Backup verpflichtet.

Nun sieht sich Julian Nagelsmann jedoch einigen Problemen entgegengesetzt. Leon Goretzka hat noch nicht wieder auf die Beine gefunden und auch Corentin Tolisso wird wohl frühestens Mitte März wieder zur Verfügung stehen. Demnach liegt es nun insbesondere an Marcel Sabitzer, endlich in München anzukommen und genau das zu tun, wofür er verpflichtet wurde. Die Bayern verfolgten mit Sabitzer als 12. Mann im Kader genau das Ziel, Ausfälle ohne großen Qualitätsverlust zu kompensieren.

Sabitzer bislang noch kein Faktor: Die Zeit der Ausreden ist vorbei

Schade nur, dass der Österreicher beim FC Bayern praktisch noch keinen Fuß auf den Boden bekommen hat und leistungstechnisch erschreckend weit hinter dem Niveau zurück bleibt, das er in Leipzig konstant über Jahre hinweg gezeigt hat. Bislang hat Sabitzer weder einen Scorer-Punkt sammeln können, noch in Zweikämpfen oder im Passspiel überzeugt. Sein einstiges Selbstverständnis und seine Spielfreude scheinen irgendwie in Leipzig geblieben zu sein.

Die Eingewöhnungszeit ist jedoch eigentlich lange vorbei, weshalb sich der Spieler hinter keinen Ausreden verstecken kann, sondern einfach Leistung zeigen muss. Der Anspruch des Österreichers muss es sein, nicht nur den Platz neben Kimmich einzunehmen, sondern auch die Präsenz und die Leidenschaft an den Tag zu legen, die diese Rolle erfordert.

"Er kommt im Training immer besser in die Spur, da sind wir absolut zufrieden."

Nagelsmann über Sabitzer, via kicker

Springt Hoffnungsträger Musiala in die Presche?

Ob Sabitzer jedoch überhaupt den frei gewordenen Platz bekommt, erscheint fraglich. Die besseren Karten dürfte Youngster Jamal Musiala haben. Nagelsmann hat bereits angedeutet, den technisch überragenden Mittelfeldspieler vorrangig in der Zentrale einsetzen zu wollen. In dieser Rolle konnte der 18-Jährige bereits Ende der Hinrunde glänzen.

Zweifelhaft ist nur, ob das Duo Kimmich & Musiala defensiv stark genug ist, um die ohnehin schon vorhandenen Defensiv-Probleme nicht zum Überkochen zu bringen. Letztlich sei aber gesagt, dass Sabitzer defensiv betrachtet in der laufenden Saison auch nicht mehr Highlights setzen konnte als Musiala, der in diesem Bereich Fortschritte gemacht hat. Zuletzt fehlte das Bayern-Juwel allerdings aufgrund einer Corona-Infektion, weshalb nicht klar ist, ob es am kommenden Wochenende schon wieder für 90 Minuten reicht.

Bringt Roca die nötige Stabilität ins Spiel?

Demnach könnte aber auch die Stunde von Marc Roca schlagen. Der meist links liegen gelassene Spanier bewies Ende der Hinrunde, dass er dem Team mit seiner abgeklärten Spielweise durchaus helfen kann. Demnach war es ohnehin überraschend, dass er in den letzten vier Bundesligaspielen nur einen Kurzeinsatz gesehen hat.

Nagelsmann hatte schließlich auch zum Jahreswechsel noch erklärt, dass es ein Fehler war, den Spieler so wenig einzusetzen. Nun könnte Roca jedoch weitere Chancen erhalten und in der Zentrale sogar Sabitzer vorgezogen werden.


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