Bayern München

Bayerns Gedankenspiele um Lewandowski & Haaland: Ein Spiel mit dem Feuer!

Yannik Möller
Robert Lewandowski
Robert Lewandowski / Alex Grimm/GettyImages
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Eine Vertragsverlängerung von Robert Lewandowski beim FC Bayern ist längst kein gesichertes Szenario. Während der Rekord-Stürmer zurecht ungeduldig wird, bleibt dem FCB beim einzigen Ersatz, Erling Haaland, nur eine Außenseiterchance. Die Verantwortlichen spielen mit dem Feuer. Ein Kommentar.


Von immenser Bedeutung sind die erhofften Vertragsverlängerungen der "großen Drei" beim FC Bayern: Manuel Neuer, Thomas Müller, Robert Lewandowski. Sie alle gehören zweifelsfrei zur vordersten Reihe der Mannschaft, zu den wichtigsten und besten Spielern, zu denen, die dem Klub Titel gewinnen können.

Jede einzelne Vertragsverlängerung der drei wiegt schwerer und ist wichtiger als eine Neuverpflichtung. Das liegt sowohl am sportlichen Wert, aber auch an der Signalwirkung. Gerade bei Lewandowski wäre ein Verbleib, der möglichst schnell und problemlos ausgehandelt wird, sehr viel wert.

Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Weder kommt es zu einer schnellen, noch zu einer problemlosen Einigung.

Bayern gibt sich tölpelhaft bei Lewandowski-Zukunft

Das Problem liegt sogar eine Stufe darunter, wie auch die Sport Bild am Mittwoch berichtet. Weder Sportvorstand Hasan Salihamidzic, noch Vorstandschef Oliver Kahn haben bislang einen direkten Kontakt zum Rekord-Stürmer hergestellt, um über die Vertragslage zu sprechen. Rund um den Klub soll viel Unverständnis über die Herangehensweise der Bosse herrschen.

Kein Wunder, sprechen die Beteiligten zurzeit viel eher aneinander vorbei, als miteinander. Bereits vor etwa zweieinhalb Wochen war das gut zu beobachten. "Ich höre das zum ersten Mal", erklärte Lewandowski nach einem Spiel, angesprochen auf die Ansage seitens Salihamidzic, dass man ihn definitiv halten wolle.

Es ist ein Spiel mit dem Feuer, das die Bayern-Verantwortlichen mit dem Arbeitspapier des 33-Jährigen begonnen haben. Keine klare Aussagen, kein direkter Kontakt und dazu Überlegungen, sich ernsthafter um Erling Haaland zu bemühen. Kein Wunder, dass der Frust beim Polen steigt und eine Einigung somit schwieriger und ein Abgang wahrscheinlicher wird.

Robert Lewandowski
Lewandowskis Frust ist gut nachzuvollziehen / Alex Grimm/GettyImages

Dass Brazzo und Kahn zugleich nicht souverän wirken, ist dabei nur eine kleine Randnotiz. Schließlich droht der deutsche Rekordmeister Lewandowski zu verlieren, während es nur eine Außenseiterchance auf Haaland gibt - den einzigen Ersatz, der den Fans und dem Klub-Umfeld zu vermitteln wäre.

Der Weg, den die beiden Bosse offenbar eingeschlagen haben, droht in einer Sackgasse zu enden. Dass es bei einem neuen Vertrag für den Polen offene Fragen gibt - wie etwa eine erneute Gehaltserhöhung in diesem Fußballer-Alter bei ohnehin schon Top-Zahlungen - ist völlig verständlich. Auch über die Länge eines neuen Vertrages könnte gut und gerne diskutiert werden.

Aber sich diese Möglichkeiten selbst aus der Hand zu schlagen, indem Lewandowski verständlicherweise mehr und mehr frustriert wird - das könnte in einem katastrophalen Fehler münden.

FCB-Plan wird nicht aufgehen - wenn man es überhaupt Plan nennen kann

Das einzige Szenario, in dem ein Lewandowski-Abgang in dieser Art (!) noch halbwegs zu erklären ist, wäre bei einer Haaland-Verpflichtung. Das ist aber einerseits sehr unwahrscheinlich und andererseits wäre auch dann längst nicht geklärt, ob der Norweger im gleichen oder zumindest vergleichbaren Maße Erfolg bringen kann. Zumal sich der Dortmunder zuletzt sehr verletzungsanfällig zeigte.

Nach im Sommer acht Jahren in München, den unzähligen Toren und vielen Titeln ist es schlichtweg nicht zu vermitteln, wie unprofessionell und fragwürdig die sportliche Führung sich in dieser Thematik verhält.

Hasan Salihamidzic
Hasan Salihamidzic / CHRISTOF STACHE/GettyImages

Sollte es schlussendlich daraus hinauslaufen, dass man Lewandowski verlieren und bei Haaland leer ausgehen wird, muss die Frage gestellt werden, wie allen voran Salihamidzic als Sportvorstand im Verein bleiben will. Für beide Stürmer, aber insbesondere für Lewandowski, gibt es keinen gleichwertigen Ersatz.

Die berechtigte Sorge einiger Bayern-Fans: Dieses Szenario wirkt längst nicht mehr allzu unwahrscheinlich, um es nicht wenigstens in Betracht zu ziehen.


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