Bayern München

FC Bayern: Polizeieinsatz und Spielabbruch bei der 2. Mannschaft

Daniel Holfelder
ANP/GettyImages
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Beim Regionalliga-Spiel zwischen Bayern München II und Türkgücü München kam es am Samstag zu heftigen Tumulten. Nach einem Polizeieinsatz wurde das Spiel abgebrochen.


Stein des Anstoßes war eine Fahne des kurdischen Bayern-Fanklubs "FC Bayern Kurdistan", von dem sich Türkgücü provoziert fühlte. Türkgücü ist ein von türkischen Migranten gegründeter Klub, Kurdistan eine nicht-anerkannte autonome Region in der Türkei.

Da Banner und Transparente wie das des Fanklubs im Vorfeld angemeldet und genehmigt werden müssen, forderten Verantwortliche von Türkgücü das Abhängen der Fahne. Laut Bild-Zeitung soll es kurz vor Spielbeginn zu Übergriffen seitens der Verantwortlichen, die die Fahne eigenhändig entfernen wollten, gekommen sein.

Daraufhin, so Bild weiter, hätten uniformierte Polizisten eingegriffen. Der Schiedsrichter schickte beide Mannschaften in die Kabine. Nach Diskussionen zwischen der Polizei, den Bayern-Verantwortlichen und den Fans, die die Fahne nach wie vor nicht entfernten, kehrten die Teams auf den Platz zurück.

Spielwertung ungewiss

Allerdings mussten die Spieler nach etwa zehn Minuten erneut in die Kabine. Nachdem der Stadionsprecher die Fans darauf hinwies, dass politische Botschaften im Stadion nichts zu suchen hätten, stürmte die Polizei mit Knüppeln und Pfefferspray den Block und sicherte die Fahne. Wenig später wurde das Spiel abgebrochen.

Laut Polizei wurden einige Personen im Rahmen des Pfefferspray-Einsatzes leicht verletzt. Die Meldung, dass auch ein Kind zu den Verletzten zählte, konnte Polizei-Sprecher Werner Kraus gegenüber Bild weder bestätigen noch dementieren. Zu körperlichen Auseinandersetzungen sei es nicht gekommen.

In den kommenden Tagen soll geprüft werden, ob sich der Bayern-Fanklub durch das Zurschaustellen eines Symbols, das auf der Fahne abgebildet war, einer Straftat schuldig gemacht hat. Wie das Spiel gewertet und ob es zu Strafen für die beteiligten Vereine kommt, obliegt dem Sportgericht. Da der Schiedsrichter die Teams bereits nach zwei Minuten zum ersten Mal in die Katakomben geschickt hatte, stand es zum Zeitpunkt des Abbruchs noch 0:0.


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