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Bayern München

Salihamidžić über Fehler bei Transfers und die Unterschiede zwischen Flick und Nagelsmann

Dominik Hager
Hasan Salihamidžić schätzt die Kommunikation mit Nagelsmann
Hasan Salihamidžić schätzt die Kommunikation mit Nagelsmann / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Sportlich gesehen hat der Wechsel von Hansi Flick auf Julian Nagelsmann bislang zumindest funktioniert. Die Bayern präsentieren sich von Woche zu Woche stärker und haben zuletzt RB Leipzig mit 4:1 besiegt. Zudem gibt es auch kaum störende Nebengeräusche, was auch an der Harmonie zwischen Trainer und Vorstand liegt.


Im letzten Jahr war der Transfer-Streit zwischen Hasan Salihamidžić und Hansi Flick das vorherrschende Thema beim FC Bayern, das nur mit einem Weggang des Trainers beendet werden konnte.

Allerdings zeigte sich der Bosnier nun selbstkritisch und bestätigt gegenüber Sky, dass in der letzten Transferphase nicht alles glatt gelaufen sei. Damals wurden mit Bouna Sarr, Marc Roca, Douglas Costa und Eric Maxim Choupo-Moting vier Last-Minute-Transfers getätigt, von denen nur letzterer überhaupt eine Rolle spielte.

Salihamidžić gibt Fehler zu: "Hätte ich so wahrscheinlich nicht gemacht"

"Die Transferperiode im letzten Jahr mit dem ganzen Druck, der aufgebaut wurde, hätte ich so wahrscheinlich nicht gemacht. Das hat mit den Spielern nichts zu tun, das hat eher mit dem Zeitpunkt zu tun. Klar will man dem Trainer was geben, um ihn zufriedenzustellen. Dann war da auch der Druck der Medien. Die Spieler, die wir geholt haben, das ist alles okay. Die haben die Qualität, aber eben wenig Spielzeit bekommen und das war nicht zufriedenstellend. Aber das ist jetzt abgehakt," erklärte der Münchner Sportvorstand gegenüber dem Pay-TV-Sender.

Trotz allem wird Flick nicht nur über den Zeitpunkt, sondern auch wegen der zum Teil fehlenden Qualität der Spieler erbost gewesen sein. Für Julian Nagelsmann lief all das in diesem Sommer schon besser, indem er nach Dayot Upamecano mit Marcel Sabitzer einen weiteren Wunschspieler und alten Weggefährten bekommen hat.

Nagelsmann und Salihamidžić: Die Kommunikation passt

Julian Nagelsmann
Matthias Hangst/Getty Images

Allerdings stand die Zusammenarbeit von Hasan Salihamidžić und Julian Nagelsmann von Beginn an unter einem guten Stern, zumal der Münchner Sportvorstand von Beginn an nur den ehemaligen Leipzig-Coach verpflichten wollte. Bislang hat der 44-Jährige diesen Schritt keineswegs bereut, da er die Kommunikation mit dem neuen Trainer sehr schätzt.


"Als Niko ging hatten wir schon mal Kontakt. Seitdem wusste ich, wenn man ihn anruft, ich glaube er hat Lust. Als Hansi dann weg wollte, ging alles ganz schnell. Es spielt eine große Rolle, wenn ein Trainer jeden Tag nach dem Training reinkommt und mit dir darüber spricht, was war heute gut, was war schlecht. Die kommen zu viert, die Co-Trainer sind auch da. Das ist das, was wir heute brauchen", erklärte Hasan Salihamidžić.

Unter Hansi Flick hat ihm genau das offenbar ein wenig gefehlt, wie er zugibt.

"Die Kommunikation untereinander ist extrem wichtig. Er hat viel Input, das ist für uns alle neu. Aber wenn wir das umsetzen, dann werden wir gute Bayern sehen. Hansi hat das auch gemacht, aber auf eine andere Art und Weise - und nicht so viel. Das mit Nagelsmann passt einfach", stichelte er ein wenig gegen den jetzigen DFB-Coach.

Versöhnung mi Hansi Flick: "Haben uns ausgesprochen"

Hasan Salihamidžić, Hansi Flick
KAI PFAFFENBACH/Getty Images

Böses Blut zwischen den beiden Streithähnen gibt es jedoch keines mehr. Die beiden haben sich nach zwischenzeitlicher Funkstille miteinander versöhnt.

"Wir haben uns ein paar Mal gesehen. Wir hatten Kontakt wegen der Nationalmannschaft, davor 1,5 Monate nicht. Wir haben uns ausgesprochen und ein Glas Wein zusammen getrunken. Seine Frau war auch dabei. Wir haben uns auch einmal morgens getroffen. Er hat jedem vom Stuff einen Elektro-Roller geschenkt. Meinen hat er mir auch persönlich vorbeigebracht", plauderte er drauf los.

Generell muss eine gescheiterte Geschäftsbeziehung ja auch nicht heißen, dass sich zwei Menschen privat nicht mehr verstehen können.

"Er ist ein guter Typ. Wir werden ganz normal weiter Kontakt haben und so zusammenarbeiten, wie wir müssen," erklärte der Bosnier.

Beste Freunde werden die beiden vermutlich nicht mehr, jedoch scheint über die Sache schon ein wenig Gras gewachsen zu sein. Immerhin haben auch beide Beteiligten nach wie vor eine hohe Position im Fußballgeschäft inne, in die sie ihre ganze Energie stecken können.

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