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Bayern München

Angezählt: Pavard beim FC Bayern und der Nationalmannschaft in der Kritik

Dominik Hager
Benjamin Pavard steht in Frankreich in der Kritik
Benjamin Pavard steht in Frankreich in der Kritik / Mike Hewitt/GettyImages
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Benjamin Pavard steht in der Kritik. Beim FC Bayern schon seit geraumer Zeit - nun offenbar auch im Nationalteam. Seine Kollegen sollen dem 25-Jährigen nicht mehr vertrauen. Mit Superstar Paul Pogba gab es Streit.


Vor wenigen Tagen durfte Benjamin Pavard den Nation-League-Triumph der französischen Nationalmannschaft feiern. Die Titel-Bilanz des Abwehr-Allrounders ist beeindruckend. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass der Spieler bislang all seine Titelgewinne als Stammspieler miterlebt hat. Allerdings hat Pavard derzeit weder bei den Bayern noch bei der Nationalmannschaft einen einfachen Stand.

Pavard in der Kritik: Fehlende defensive Qualität und Konflikt mit Paul Pogba

Angaben der französischen Zeitung L'Équipe zufolge steht der Bayern Star bei Les Bleus heftig in der Kritik. Seine Mitspieler sollen nicht mehr davon überzeugt sein, dass der Spieler dem Team in der Defensive helfen kann. Ein Vorwurf, der verblüfft, zumal Pavard eigentlich ein eher defensiv eingestellter Rechtsverteidiger ist und sich als Innenverteidiger sogar wohler fühlt.

Trainer Didier Deschamps will jedoch weiterhin auf Pavard setzen, der den Franzosen im Jahr 2018 zum WM-Titel verholfen hat. Die L'Équipe sieht jedoch den Platz des Spielers gefährdet, zumal mit Léo Dubois (Olympique Lyon) oder dem Leipziger Nordi Mukiele zwei Alternativen parat ständen.

Es ist nicht ganz klar, ob es Pavard auf Dauer reicht, Deschamps als Unterstützer auf seiner Seite zu haben. Selbst wenn dieser als Trainer die Mannschaftsaufstellung festlegt, benötigt der Bayern-Star auch das Vertrauen seiner Mitspieler. Daran scheint es aber insbesondere bei Paul Pogba zu mangeln.

Der ManUnited-Star faltete im Finale gegen Spanien Pavard zusammen, da dieser in einer Pressing-Situation nicht anspielbar gewesen war. Umgekehrt soll der Münchner nach dem EM-Aus Pogba wegen dessen angeblich mangelnder Defensivarbeit angegangen sein. Sollte es zu einem Machtkampf der beiden Streithähnen kommen, dürfte Pavard ziemlich klar das Nachsehen haben.

Pavard erntet Rüffel von Negelsmann: Macht ihm Süle den Platz streitig?

Auf Pavard könnten sowohl bei der Nationalmannschaft als auch beim FC Bayern schwierige Monate warten. Beim deutschen Rekordmeister ist der Rechtsverteidiger schließlich auch nicht mehr unumstritten. Zuletzt wurde er von Julian Nagelsmann wegen seines Platzverweises gegen Greuther Fürth kritisiert. Zudem spielt sich derzeit Niklas Süle in den Vordergrund, der bewiesen hat, dass er die Position des Rechtsverteidigers durchaus beherrscht.

Danilo Soares, Nordi Mukiele
Mukiele könnte Pavard bei den Bayern und in der Nationalmannschaft langfristig ersetzen / Alex Grimm/GettyImages

Der Wunsch der Münchner, auf der rechten Seite eine offensivstärkere Alternative zu finden, steht immer wieder im Raum. Wie in der Nationalmannschaft könnte beispielsweise Nordi Mukiele Pavard das Leben auch im Verein schwer machen. Die Bayern sollen bereits in der Vergangenheit am Leipziger interessiert gewesen sein.

Die derzeitige Entwicklung zu Ungunsten von Pavard hatte sich jedoch schon während dessen etwas schwächerem Vorjahr angedeutet. Der Defensivspieler ist sicherlich ein ordentlicher Akteur, auf den meist Verlass ist. Allerdings besitzt er eigentlich nicht die nötige Klasse, um bei einem Top-3-Klub und einer Top-3-Nation unumstrittener Stammspieler zu sein.

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