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Bayern München

Flick-Abgang hat ihn bestärkt: Rummenigge über Gründe seines vorzeitigen Abschieds

Jan Kupitz
Karl-Heinz Rummenigge gibt seinen Posten vorzeitig auf
Karl-Heinz Rummenigge gibt seinen Posten vorzeitig auf / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Am Dienstag sorgte Karl-Heinz Rummenigge für eine Überraschung, als er mitteilte, dass er seinen Posten als Vorstands-Vorsitzender des FC Bayern München nicht wie geplant zum 31.12., sondern bereits zum 30.06. aufgeben werde. In einem Interview mit der Bild erklärte er danach ausführlich die Gründe.


Nach insgesamt 30 Jahren im operativen Geschäft wird Rummenigge in vier Wochen von der großen Bildfläche verschwinden. Der 65-Jährige verriet, dass die Entscheidung, sein Aus um ein halbes Jahr vorzuziehen, "über mehrere Wochen gereift" sei.

"Mir war ganz wichtig zu gehen, solange es schön ist."

Rummenigge zur Bild

Der ehemalige Weltklasse-Stürmer untermauerte, dass mit dem Ende der Saison "grundsätzlich der richtige Zeitpunkt" gekommen sei: "Es endet das Geschäftsjahr und es beginnt eine neue Spielzeit, für die Oliver Kahn die Verantwortung dann auch von Beginn an tragen soll."

Auch wenn die Querelen zwischen Flick und Salihamidzic, die in den vergangenen Monaten sicherlich ordentlich am Nervenkostüm der Verantwortlichen gezehrt haben, keinen direkten Einfluss auf seine Entscheidung hatten, so gab KHR doch zu, dass zumindest Flicks Abgang vom FC Bayern ihn darin bestärkt habe, seinen Abtritt vorzuziehen:

"Neuer Trainer, neue Saison, neuer Vorstandschef - das ist ein sauberer Schnitt. Mir war ganz wichtig zu gehen, solange es schön ist. Wir haben sieben Titel in den vergangenen zwölf Monaten gewonnen, sind mit Hainer, Kahn, Salihamidzic und Nagelsmann hervorragend für die Zukunft aufgestellt und stehen wirtschaftlich in Europa von allen Klubs am besten da. Trotz Corona werden wir am 30. Juni wieder ein ordentliches Ergebnis verkünden."

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Flicks Abgang hat Rummenigge in seiner Entscheidung bestärkt / SVEN HOPPE/Getty Images

Da nicht nur Rummenigge und Flick, sondern mit Martinez, Alaba, Boateng, Klose und Gerland auch viele weitere Bayern-Legenden im Sommer eine neue Herausforderung suchen, gibt es natürlich einige Fans, die sich auf holprige nächste Monate einstellen.

Doch der Noch-Bayern-Boss weiß die Bedenken beiseite zu wischen: "Ich meine das nicht negativ, aber wir alle sind am Ende ersetzbar, das gilt für Spieler und Trainer genau wie für mich. Es wird etwas Neues entstehen, und der FC Bayern wird weiter Erfolg haben. Da sollte sich die Konkurrenz jetzt keine allzu großen Hoffnungen auf einen Einbruch machen."

Rummenigge schließt neuen Posten aus

Für Rummenigge selbst steht ab dem 01. Juli vor allem die Familie im Vordergrund. Einen Posten im Bayern-Aufsichtsrat oder Präsidenten-Jobs bei DFB, UEFA oder FIFA schließe er dagegen aus - einzig seine "Verantwortung im UEFA-Exekutivkomitee" wolle er in Zukunft weiterhin wahrnehmen.

"In erster Linie möchte ich meiner Frau etwas zurückgeben. Seit unserer Hochzeit 1978 hat sie mir den Rücken freigehalten. Wir fahren nach dem EM-Spiel gegen Frankreich nach Sylt in unser Haus und freuen uns beide auf den ersten Sommer-Urlaub ohne Transfer-Telefonate", verrät der 65-Jährige, der sich über einen perfekten Abschied von seinem FC Bayern freut:

"Ich war ja selbst Stürmer beim FC Bayern, habe noch mit Gerd Müller zusammengespielt. Ausgerechnet in meinem letzten Spiel als Vorstands-Chef schafft Lewandowski sein historisches 41. Tor in der letzten Minute, anschließend gibt es die Schale - schöner geht es doch nicht zum Abschied für mich!"

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