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Bayern München

Diese Bayern-Stars fahren zur EM: Ihre Einsatz-Chancen im Check

Dominik Hager
Die Bayern-Stars Manuel Neuer, Joshua Kimmich und Thomas Müller werden auch im DFB-Team eine Führungsrolle einnehmen.
Die Bayern-Stars Manuel Neuer, Joshua Kimmich und Thomas Müller werden auch im DFB-Team eine Führungsrolle einnehmen. / SASCHA SCHUERMANN/Getty Images
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Wie auch bei den vergangenen großen Turnieren sind die Bayern-Spieler in der DFB-Elf stark vertreten. Für das kommende Großereignis nominierte Joachim Löw insgesamt acht Münchner. Doch auch für Frankreich werden gleich vier Bayern-Stars dabei sein. Zudem darf selbstredend auch Robert Lewandowski nicht fehlen. Wir möchten uns genauer anschauen, wie die Chancen der einzelnen Bayern-Stars stehen und wer eine tragende Rolle übernehmen könnte.


1. Manuel Neuer

Manuel Neuer
INA FASSBENDER/Getty Images

Manuel Neuer wird als unumstrittene Nummer eins in sein sechstes großes Turnier starten. Nachdem der Kapitän 2018 aufgrund seiner langen Verletzungszeit sehr umstritten war, gibt es diesmal wenig zu diskutieren. Nach dem EM-Aus von ter Stegen ist Neuer der einzige absolute Weltklasse-Torhüter im Kader.

Der 35-Jährige ist seit zwei Jahren wieder in Top-Form und wird eine entscheidende Rolle einnehmen. Aufgrund der schweren Gruppenspiele gegen Frankreich und Portugal könnte er bereits in der Vorrunde ordentlich unter Beschuss stehen.

2. Niklas Süle

Niklas Sule
Catherine Ivill/Getty Images

Im Verein musste sich Niklas Süle regelmäßig hinter Jérôme Boateng anstellen, der in dieser Saison deutlich besser und konstanter agierte. Allerdings steht der 32-Jährige unverständlicherweise nicht im Kader, was die Chancen von Süle steigen lässt.

Jedoch gibt es Fragezeichen um den Fitness-Zustand des Abwehr-Hünen. Zuletzt berichtete die Bild mal wieder über einen hinterherhinkenden Süle bei einer Tempolauf-Einheit. Zwar ist der Innenverteidiger aufgrund seiner Statur nicht für solche Einheiten gemacht, jedoch wird er für seinen körperlichen Zustand häufig kritisiert. Bei Joachim Löw hatte er zudem in den letzten Monaten kein sonderlich gutes Standing.

Derzeit sieht es danach aus, als wären Rüdiger und Hummels in der Innenverteidigung gesetzt. Selbst Ginter dürfte noch vor ihm stehen. Eine Chance könnte sich auf der rechten Seite ergeben, wo die Alternativen Klostermann, Ginter und Can keine absolute Spitzenklasse verkörpern. Wahrscheinlicher ist jedoch ein Platz auf der Bank.

3. Joshua Kimmich

Joshua Kimmich
Alexander Hassenstein/Getty Images

Trotz der starken Konkurrenz ist Joshua Kimmich als Führungsspieler im Mittelfeld unantastbar. Der 26-Jährige übernahm in den letzten Jahren immer mehr die Rolle eines Leaders und ist sowohl als Kämpfer als auch als feiner Fußballer gefragt.

Eine theoretische Möglichkeit bestände noch darin, dass Kimmich aufgrund des Überangebots an Mittelfeldspielern auf die rechte Abwehrseite rückt. Dies ist jedoch sehr unwahrscheinlich und wäre mutmaßlich nur im Falle einer Fünferkette eine Option. Es ist anzunehmen, dass der Bayern-Star als zentraler Spieler zu wichtig ist, um ihn nach außen verschieben zu können.

4. Leon Goretzka

Leon Goretzka
Alexander Hassenstein/Getty Images

Bei den Bayern hat Leon Goretzka seinen Stammplatz an der Seite von Joshua Kimmich sicher. Obwohl auch Joachim Löw große Stücke auf den Münchner hält, muss dieser im DFB-Team um seinen Platz kämpfen. Die Konkurrenz lautet nun mal nicht Tolisso und Roca, sondern Gündogan und Kroos.

Sollte sich Toni Kroos von seiner Corona-Erkrankung erholen, ist er sehr wahrscheinlich gesetzt. Ilkay Gündogan nach seiner überragenden Saison auf die Bank zu setzen, wird für Löw auch nicht so leicht.

Für Goretzka spricht, dass er klar der beste Athlet der genannten Spieler ist. Bereits 2018 ist Deutschland bei der WM auf die Nase gefallen, weil es an körperlicher Präsenz im Mittelfeld fehlte. Seine Torgefahr und sein blindes Verständnis mit Kimmich kommen als Plus hinzu.

Allerdings könnte die Rückkehr von Thomas Müller dafür sorgen, dass die Deutschen im 4-2-3-1 auflaufen, wodurch ein Platz im zentralen Mittelfeld wegfallen würde. Zudem muss sich Goretzka erst noch von seinem Muskelfaserriss erholen.

5. Jamal Musiala

Jamal Musiala
Alexander Hassenstein/Getty Images

Für Jamal Musiala ist die Nominierung für den EM-Kader das Sahnehäubchen nach einer grandiosen Saison. Als Stammspieler ist der 18-Jährige jedoch zweifellos nicht eingeplant. Für den Youngster gilt es, Erfahrungen zu sammeln und vielleicht in dem einen entscheidenden Moment zuzuschlagen.

Mit seinen Dribblings und seiner Unbekümmertheit eignet er sich als perfekter Joker, der jederzeit individuelle Glanzpunkte setzen kann. Genau diesen Mehrwert kann Musiala bieten, weshalb er auch einem Draxler oder Brandt vorgezogen wurde.

6. Serge Gnabry

Serge Gnabry
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An Serge Gnabry läuft in der DFB-Elf nichts vorbei. Der Bayern-Star ist die Konstante im Offensivspiel der Mannschaft. Selbst wenn seine Saison nicht übermäßig gut war und die Konkurrenz nicht schläft, hat er seinen Stammplatz in der Offensive sicher.

Mit 15 Toren in 19 Länderspielen weist er zudem eine sagenhafte Quote auf. Der 25-Jährige vereint Tempo, Technik und Abschlussstärke und hat inzwischen auch ordentlich internationale Erfahrung gesammelt.

7. Leroy Sané

Leroy Sane
Alexander Hassenstein/Getty Images

Leroy Sané steht in der Gunst von Joachim Löw zwar nicht ganz so hoch wie Gnabry, jedoch setzte der Bundestrainer seit der WM 2018 eigentlich voll auf den Bayern-Star.

Es ist davon auszugehen, dass Sané das Pendant zu Gnabry auf den Außenbahnen darstellt. Mutmaßlich sehen wir den früheren Schalker auf der rechten Seite, wobei beide Akteure beide Seiten abdecken können.

Der Münchner Neuzugang muss jedoch von Anfang an Leistung bringen und darf auch im Training nicht locker lassen. Spieler wie Kai Havertz und Timo Werner brennen schließlich auch auf Startelf-Einsätze.

8. Thomas Müller

Thomas Muller
Pool/Getty Images

Viele glauben, dass Thomas Müller eigentlich nur als Stammspieler zur EM fahren kann. Die Aussagen von Joachim Löw lassen den Schluss nahe, dass diese Vermutungen auch richtig sind, wenngleich er dem 31-Jährigen keine Garantie geben wollte. Müller ist jedoch der beste deutsche Scorer und muss nach seiner sensationellen Saison eigentlich gesetzt sein.

Offen ist lediglich, in welcher Rolle der Freigeist agieren wird. Möglich wäre, dass er wie bei den Bayern zwischen Sané und Gnabry auf der Zehn spielt. Sollte sich Löw jedoch für ein 4-3-3-System entscheiden, käme Müller auch als Spitze in Frage. Klar ist jedenfalls, dass ihm die Rolle im 4-2-3-1 besser stehen würde.

9. Lucas Hernández

Lucas Hernandez
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Lucas Hernández ist in der französischen Nationalmannschaft seit einiger Zeit als Linksverteidiger gesetzt. Diese Rolle füllte er auch bei den Bayern stark aus, als Alphonso Davies verletzt ausfiel. Generell präsentierte sich der Abwehrspieler in dieser Spielzeit sehr gut in Form und wird auch im Nationalteam als aggressiver Leader gebraucht werden. Sein Stammplatz ist nicht gefährdet.

10. Benjamin Pavard

Pavard
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Benjamin Pavard spielte wie sein Teamkollege eine große Rolle beim WM-Titel 2018. Zwar agierte der Rechtsverteidiger im Verein nicht ganz so stark wie im Vorjahr, so dürfte er dennoch gesetzt sein.

Einem wirklich starken Konkurrenten sieht er sich jedenfalls nicht ausgesetzt. Dazu kommt, dass Trainer Didier Deschamps dem Verteidiger absolut vertraut und seine defensiven Qualitäten schätzt.

11. Corentin Tolisso

Corentin Tolisso
CHRISTOF STACHE/Getty Images

Für Corentin Tolisso ist es nach einer mäßigen Saison und der langen Verletzungspause schon ein Erfolg, dass er überhaupt mitfahren darf. Mit einem Stammplatz dürfte es angesichts der Konkurrenz von Kanté, Pogba, Rabiot und Sissoko jedoch schwierig werden.

Die Bayern und Tolisso werden dennoch auf Einsatzzeit hoffen. Schließlich soll sich der Mittelfeldspieler auch ins Schaufenster spielen.

12. Kingsley Coman

Kingsley Coman
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Der Vierte im Bunde hat dagegen wieder bessere Chancen auf einen Stammplatz. Es ist davon auszugehen, dass Kylian Mbappé und Kingsley Coman als Außenstürmer auflaufen.

Sein schärfster Konkurrent ist mutmaßlich Ousmane Dembélé. In den vergangenen Spielzeiten agierte Coman aber konstanter und spielte auch im Nationalteam eine größere Rolle.

Abzuwarten bleibt, wie sich die Nominierung von Benzema auf die Aufstellung auswirkt. Möglich wäre auch eine Dreierreihe, bestehend aus Griezmann, Mbappé und Benzema.

13. Robert Lewandowski

Robert Lewandowski
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Robert Lewandowski ist selbstredend der absolute Superstar und Hoffnungsträger der polnischen Nationalmannschaft. Auf eine derart funktionierenden Offensive wie in München kann er dabei jedoch nicht setzen.

Trotz allem kann Lewandowski einer der Topspieler des Turniers werden und mit seinem Team auf eine Überraschung hoffen. Bei der letzten EM scheiterte man schließlich nur knapp im Viertelfinale per Elfmeterschießen am späteren Europameister Portugal.

14. Dayot Upamecano

Dayot Upamecano
Martin Rose/Getty Images

Für Bayerns neuen Abwehrstar Dayot Upamecano hat es nicht gereicht, einen Platz im A-Team der Franzosen zu ergattern. Stattdessen muss der Youngster in der K.o.-Phase der U21-EM ran, die vom 31. Mai bis 6. Juni in Slowenien und Ungarn stattfindet. Dort dürfte Upa felsenfest in der Innenverteidigung gesetzt sein.

Und ein nicht unwesentlicher Pluspunkt: Upamecano kann rechtzeitig zum Vorbereitungsstart beim Rekordmeister anfangen und sich bei seinem neuen Verein schon einmal reinfinden. Bei einer Teilnahme an der "richtigen" EM hätte er einen großen Teil der Vorbereitung verpasst.

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