Frauen-Bundesliga

FC Bayern Frauen: 3 Lehren aus einer verkorksten Saison

Daniel Holfelder
Im Pokalhalbfinale gegen den VfL Wolfsburg verspielten die Bayern die letzte Titelchance in dieser Saison
Im Pokalhalbfinale gegen den VfL Wolfsburg verspielten die Bayern die letzte Titelchance in dieser Saison / Sebastian Widmann/GettyImages
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Aus im Pokal, Aus in der Champions League, nur der zweite Platz in der Bundesliga: Der FC Bayern wird diese Saison ohne einen Titel beenden. Damit die Münchnerinnen in der neuen Spielzeit neu angreifen können, bedarf es im Sommer kluger Entscheidungen auf dem Transfermarkt. Vor allem in den wichtigen Partien der letzten Wochen haben sich drei Problemzonen im bayerischen Kader herauskristallisiert:


1. Die Mannschaft braucht mehr Physis

Jens Scheuer hat es auf der Pressekonferenz vor dem Wolfsburg-Spiel bereits angedeutet. Angesprochen auf die Anfälligkeit bei Standards, musste der Bayern-Trainer zugeben, dass es seiner Mannschaft an der nötigen Körpergröße mangelt.

Gerade in der Innenverteidigung brauchen die Münchnerinnen physisch starke Neuzugänge, zumal mit Marina Hegering ein Eckpfeiler den Verein verlässt. Die im Sommer aus Lyon geholte Saki Kumagai geht direkten Zweikämpfen eher aus dem Weg und hat in den entscheidenden Partien ungeahnte Schwächen offenbart. Neben der Japanerin stehen außerdem mit Glodis Viggosdottir und Carina Wenninger nur zwei weitere Innenverteidigerinnen im Kader.

Auch im defensiven Mittelfeld fehlt es Scheuer an Alternativen. Mit Sarah Zadrazil steht lediglich eine echte Sechserin im bayerischen Aufgebot. Die Stärken der übrigen Mittelfeldakteurinnen liegen eher im Offensivspiel. Zwar kann auch Kumagai vor der Abwehr agieren, der 31-Jährigen geht aber genau jene Robustheit ab, die etwa gegen den VfL Wolfsburg oder gegen PSG vonnöten gewesen wäre.

2. Das Torwartproblem muss gelöst werden

Im Dezember musste Stammtorhüterin Laura Benkarth am Knie operiert werden. Wann die 29-Jährige zwischen die Pfosten zurückkehrt, steht noch nicht fest. Außerdem ist davon auszugehen, dass die Ex-Freiburgerin Zeit braucht, um nach der langen Pause wieder in Form zu kommen.

Nummer zwei Janina Leitzig hat im Saisonendspurt leider gezeigt, dass sie den hohen Ansprüchen beim FC Bayern (noch) nicht gerecht wird. Vor der Saison aus Hoffenheim geholt, patzte Leitzig in beiden Duellen gegen Paris. Beim 0:6 in Wolfsburg wurde die 23-Jährige sogar zur Pause ausgewechselt, nachdem sie im ersten Durchgang mehrmals gewackelt hatte.

Wenn die Bayern im nächsten Jahr wieder erfolgreich sein wollen, muss auf der Torhüterinnenposition dringend nachgebessert werden.

3. Neue Außenbahnspielerinnen

Dasselbe gilt für die offensive Außenbahn. Dort steht zwar mit Klara Bühl eine Spielerin im Kader, die wohl jedem Klub in Europa weiterhelfen würde. Außer Bühl fehlt es den Bayern aber auf dieser Position an internationaler Klasse.

Viviane Asseyi, Lineth Beerensteyn und Maximiliane Rall bringen zwar durchaus gute Anlagen mit. Gerade Rall zeichnet sich in dieser Spielzeit durch enorme Torgefahr aus. Wenn es aber um Geschwindigkeit und Dribbelstärke geht, haben die drei Akteurinnen großen Nachholbedarf.

Das zeigt sich insbesondere in Eins-gegen-eins-Duellen. Während etwa der VfL Wolfsburg auf die individuelle Qualität von Huth, Waßmuth und Jonsdottir bauen kann, können sich Asseyi, Beerensteyn und Rall nur selten mit Einzelaktionen durchsetzen. Besonders augenfällig wurde dieses Manko im Hinspiel gegen PSG, wo den Münchnerinnen trotz klarer Überlegenheit die zündenden Ideen fehlten. Gerade gegen tief verteidigende Abwehrketten fehlt es den Bayern auf den Flügeln an der nötigen Durchschlagskraft.


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