Bayern München

Corona-Schock um Süle: Verwehren die Bayern Kimmich und Co. nun Gehaltszahlungen?

Dominik Hager
Der Fall Niklas Süle könnte für seine Teamkollegen ein unschönes Nachspiel haben
Der Fall Niklas Süle könnte für seine Teamkollegen ein unschönes Nachspiel haben / Boris Streubel/GettyImages
facebooktwitterreddit

Wieder einmal hat der Coronavirus beim FC Bayern zugeschlagen. Diesmal hat es Niklas Süle getroffen, der trotz zweifacher Impfung und Genesung positiv getestet wurde. Wenngleich es dem Spieler Medienberichten zufolge gesundheitlich ganz gut geht, hat der erneute Fall negative Konsequenzen für den Verein. Immerhin müssen die Münchner hierfür laut neuester Gesetzeslage aber nicht bezahlen.


Der positive Coronatest von Niklas Süle hat auch für Joshua Kimmich, Jamal Musiala und Serge Gnabry weitreichende Folgen. Das Trio musste ebenso wie Karim Adeyemi vorzeitig von der Länderspielreise zurückkehren und sich in Quarantäne begeben.

Die Vermutung ist naheliegend, dass es sich bei den genannten Akteuren um ungeimpfte Spieler handelt. Allerdings wollte der DFB dies nicht bestätigen und auch Nationalmannschafts-Arzt Tim Meyer hielt sich bedeckt. "Die Impfung ist eines der Kriterien, aber nicht das einzige", stellte er klar.

Ein Manuel Neuer, der ebenfalls mit Süle im Flieger saß, durfte dagegen beispielsweise im Kreise der Nationalmannschaft bleiben.

Neue Gesetzeslage macht es möglich: Wird Kimmich und Co. das Gehalt verwehrt?

Wenngleich der Vereinsfußball aufgrund der Länderspiele kurz pausiert, dürften sich die Bayern gar nicht darüber freuen, wenn Spieler in Quarantäne müssen, weil sie die Impfung verweigern. Immerhin muss der Klub all das aber nicht mehr finanziell ausbaden.

Am 1. November ist die Regelung weggefallen, wonach Arbeitgeber Ungeimpfte in Quarantäne weiter bezahlen müssen. Wer sich also gegen die Schutzimpfung(-en) entscheidet, bekommt für die Zeit seines Ausfalles keine Kohle mehr. Dies ist im Bundesinfektionsschutzgesetz geregelt.

Sport1-Informationen zufolge ist noch nicht geklärt, wie der FC Bayern in dieser Thematik letztlich verfahren möchte. Allerdings soll das Thema Lohnfortzahlung bereits auf dem Schreibtisch liegen. Rein finanziell könnte es den Münchnern natürlich schmecken, im Zeitalter der Pandemie Gelder einzusparen.

Nimmt man das Jahresgehalt der vier Spieler in Quarantäne (Kimmich, Musiala, Gnabry und Choupo-Moting) als Grundlage, würde der Verein laut Sport1-Berechnungen wöchentlich 740.000 Euro sparen. Knapp eine Woche wird es auch dauern, bis die Spieler die Möglichkeit bekommen, sich frei zu testen.

Rechtsexperte bestätigt Recht auf Gehaltsvorenthaltung: Wie reagiert Bayern?

Rechtlich gesehen könnten die Bayern ihren Profis das Gehalt also vorenthalten. "Ja!", bekräftigte Rechtsexperte Dr. Joachim Rain gegenüber Sport1: "Ein juristisches Vorgehen dagegen hätte nur Erfolg, wenn die zugrunde liegenden Rechtsgrundlagen vom Gericht für unwirksam erachtet würden, etwa weil sie einen indirekten Impfzwang begründen. Dass ein Gericht dies so sieht, ist eher unwahrscheinlich."

Der FC Bayern befindet sich nun in einem gar nicht so leichten Konflikt. Natürlich würde man den Ungeimpften die Pistole vor die Brust setzen, was intern für mächtigen Ärger sorgen könnte. Allerdings haben die Bayern-Verantwortlichen ihren Profis schon längst nahegelegt, sich gegen den Virus impfen zu lassen. Aufgrund der derzeitigen Fallzahlen ist das Risiko auch durchaus groß, dass Ungeimpfte immer wieder in Quarantäne geschickt werden müssen oder selbst erkranken und einen schwereren Verlauf erleben.

Bei den großen sportlichen Ambitionen kann man derartige Ausfälle natürlich überhaupt nicht gebrauchen. Immerhin haben die vermeintlich ungeimpften Profis nun eine Woche Zeit, darüber nachzudenken, ob eine Impfung womöglich doch keine so schlechte Idee wäre.

facebooktwitterreddit