Bayern München

Coman glänzt für Frankreich in neuer Rolle: Ein Modell für den FC Bayern?

Dominik Hager
Kingsley Coman glänzte für Frankreich in ungewohnter Rolle
Kingsley Coman glänzte für Frankreich in ungewohnter Rolle / Aurelien Meunier/GettyImages
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Kingsley Coman, Serge Gnabry und Leroy Sané sind wohl hauptverantwortlich für viele Dinge, über die sich Julian Nagelsmann im Vorfeld einer Partie den Kopf zerbrechen muss. Das Trio liefert seit Wochen grandiose Leistungen ab. Der Bayern-Coach muss jeweils einen Außenstürmer auf der Bank lassen. Nun hat Coman in der französischen Nationalmannschaft jedoch auf einer ungewohnten Position für Furore gesorgt: Ein mögliches Modell für die Bayern?


"Es ist sehr schwer. Es gibt keine Begründung", so die Worte von Julian Nagelsmann, nachdem er Serge Gnabry gegen Freiburg auf der Bank lassen musste. Der Bayern-Coach befindet sich in einem echten Dilemma, seitdem das Flügel-Trio fit ist und in einer überragenden Form agiert.

Coman bei Frankreich als rechter Schienenspieler auf dem Platz: "Habe gesagt, dass ich das kann"

Immerhin ermöglichen ihm seine Schützlinge aber einiges an Variationsmöglichkeiten. Kingsley Coman lief bei den Les Bleues zuletzt als Schienenspieler vor der Dreierkette auf. "Ich habe ihm [Nationaltrainer Didier Deschamps, Anm. d. Red.] gesagt, dass ich es kann", erklärte Coman bei Telefoot: "Im Klub habe ich mich mit Ball ein wenig in der gleichen Position entwickelt", führte er fort.

Mit seinem Auftritt in ungewohnter Rolle zeigte sich der 25-Jährige auch durchaus zufrieden. "Für das erste Mal hat es gut geklappt. Defensiv bin ich nicht der Stärkste, für einen Offensivspieler verteidige ich so gut ich kann. Sicher ist, dass dies nicht meine beste Position ist", resümierte er.

Französische Presse adelt Coman: "Position revolutioniert"

Die Kritiken der französischen Presse fielen nach dem 8:0-Erfolg gegen Kasachstan allesamt positiv aus.

"Eine Entscheidung, die sich gelohnt hat", befand beispielsweise Francetv. Die L'Équipe berichtete sogar, dass der Münchner die "Position revolutioniert" habe und ein "hyperaktiver Spieler" sei. Tatsächlich glänzte Coman mit zwei Torvorlagen und einer ganzen Reihe an hervorragenden Dribblings.

Für den FC Bayern ist all das natürlich durchaus interessant. Julian Nagelsmann gilt schließlich als großer Freund der Dreierkette. Allerdings sei gesagt, dass der FC Bayern davon ohnehin nicht mehr weit weg ist. Jedenfalls offenbart die Davies-Position eben so viele Parallelen mit einem linken Flügelspieler wie die Pavard-Position mit einem rechten Innenverteidiger. Dies ist besonders, wie Coman erklärt hatte, bei eigenem Ballbesitz der Fall.

Allerdings befreit dies Nagelsmann nicht von der Problematik, einen Außenstürmer auf der Bank lassen zu müssen. Dies wäre nur bei einer Viererkette der Fall, in der Coman auf rechts und Davies auf links verteidigen. Weichen müsste in diesem Falle Pavard, der sportlich ohnehin umstritten ist.

Coman und Davies als Außenverteidiger: Wagt Nagelsmann die komplette Offensivtaktik?

Die Aufstellung hätte ein bisschen was von der "Alles-oder-nichts-Taktik", die bestenfalls bei einem Rückstand oder auf der Spielekonsole Anwendung findet, gänzlich unrealistisch ist sie aber dennoch nicht. Schließlich könnte Coman auf der rechten Seite gemeinsam mit Gnabry agieren, der für einen Offensivspieler sehr gut verteidigt.

Wer eine solche Offensivtaktik in einem wichtigen Champions-League-Spiel oder gegen Leipzig und Dortmund anwendet, muss etwas mutig und närrisch zugleich sein. Gegen Fürth, Bielefeld oder Bochum wäre all das aber gleich viel wenig verrückt. Möglicherweise bringt Nagelsmann ja schon beim Spiel in Augsburg die volle Offensive an den Start.

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