Bayern München

Fußball-Europa wartet auf Auslosung: Diese Gruppe wäre für den FC Bayern besonders spektakulär

Dominik Hager
Der FC Bayern blickt gespannt auf die Champions-League-Auslosung
Der FC Bayern blickt gespannt auf die Champions-League-Auslosung / Denis Doyle/Getty Images
facebooktwitterreddit

Am Donnerstagabend sind im Rahmen der CL-Auslosung alle Blicke auf die kleinen runden Kugeln gerichtet, die verraten werden, welche Gruppenspiele in der kommenden Champions-League-Saison auf uns warten. Die Los-Töpfe bieten durchaus Kracher-Potenzial. Für den FC Bayern wäre beispielsweise eine Gruppe mit Paris Saint-Germain, Ajax Amsterdam und dem AC Mailand möglich. Doch welche Teams wären für die Münchner eigentlich ein besonders brisantes und spannendes Los? Ein kleines Gedankenspiel.


1. Topf 2: FC Liverpool

Serge Gnabry, Sadio Mane
Der FC Liverpool besiegte die Bayern im Achtelfinale 2019: Es wird Zeit für eine Revanche / Clive Brunskill/Getty Images

Während der FC Bayern als nationaler Meister in Lostopf eins steht, muss man schon zweimal hinschauen, um zu erkennen, dass Lostopf zwei auch wirklich Lostopf zwei ist. Hierin befinden sich nämlich ausschließlich Kracher-Vereine.

Die Münchner könnten demnach auf den FC Liverpool, Barcelona, Juventus Turin, Manchester United, Paris Saint-Germain, Real Madrid oder den Sevilla treffen. Lediglich der BVB ist als Los ausgeschlossen. Spiele gegen die genannten Gegner sind eigentlich allesamt zum Zungeschnalzen.

Wirklich spannend wären insbesondere drei Spiele.

Definitiv mal wieder an der Zeit wäre der Klassiker gegen Manchester United, der letztmals im Jahr 2014 stattgefunden hat. Für besondere Brisanz bei diesem Duell sorgt noch immer das Final-Drama aus dem Jahre 1999, das zu den bittersten Bayern-Pleiten aller Zeiten zählt.

Zudem würde es ein Wiedersehen mit zahlreichen englischen Nationalspielern wie Maguire, Shaw oder Sancho geben. Nach der Achtelfinal-Pleite der DFB-Elf bei der EM würde insbesondere ein Sieg im stimmungsvollen Old Trafford besonders gut schmecken.

Hinzu kommt die Tatsache, dass der FC Bayern durchaus leicht favorisiert wäre, was in einer drohenden Hammer-Gruppe natürlich vorteilhaft wäre.

Reizvoll wäre aber auch ein Duell mit Real Madrid. Nach dem Weiterkommen im Elfmeterschießen 2012 scheiterten die Münchner 2014, 2017 und 2018 an den Madrilenen und hatten dabei nicht selten ordentlich Pech. Eine Chance auf eine Revanche gab es seitdem nicht und damit auch keine Gelegenheit, den gefürchteten Ruf als "Bestia Negra" wieder herzustellen.

Real Madrid mal wieder zu besiegen wäre extrem reizvoll, wenn man an die bitteren Pleiten der letzten Jahre zurückdenkt. Sportlich gesehen wäre das Los zudem machbar, da die Mannschaft Schlüsselspieler wie Ramos und Varane verloren und den Peak überschritten hat. Achja: Und ein Wiedersehen mit Alaba gäbe es natürlich auch.

Das interessanteste Los wäre ein direktes Aufeinandertreffen mit dem FC Liverpool. Das Duell gab es in den letzten 40 Jahren tatsächlich nur einmal. Im Achtelfinale der Champions-League-Saison 2018/19 sicherte sich der spätere Sieger FC Liverpool mit einem 0:0 und 3:1-Auswärtssieg das Viertelfinal-Ticket.

Mit der Niederlage hatte sich der FC Bayern gefühlt schon von den Top-Klubs Europas verabschiedet. Zu schwach agierte das Team unter Niko Kovac die ganze Saison hinweg.

In Erinnerung bleibt die Aussage des damaligen Bayern-Coaches: "Man kann nicht versuchen, 200 km/h auf der Autobahn zu fahren, wenn sie nur 100 schaffen", angesprochen auf das stärkere Pressing von Liverpool.

Allerdings bewies Hansi Flick im Jahr darauf, dass das Team durchaus 200 oder sogar 250 km/h fahren kann, indem er mit den Bayern das vielleicht effektivste Pressing der Fußball-Geschichte spielen ließ und auf Europas Thron zurückkehrte.

Es wäre wahrlich spannend, das Duell der beiden Top-Klubs nochmal zu erleben, jetzt, wo der FC Bayern die Kovac-Zeit hinter sich gelassen hat und der FC Liverpool nach dem Verletzungspech der Vorsaison wieder bestens aufgestellt ist. Ein spannender Schlagabtausch zwischen dem Klopp-Team und der Nagelsmann-Elf wäre nahezu garantiert.

2. Topf 3: Atalanta Bergamo

Atalanta
Ein Duell mit Robin Gosens und Atalanta Bergamo gab es für die Bayern noch nie / MARCO BERTORELLO/Getty Images

Die ganz großen Kracher sucht man in Topf 3 vergeblich. Allerdings sind mit Atalanta Bergamo und Ajax Amsterdam durchaus spielstarke Teams vertreten, die es in den letzten Jahren schon weit gebracht haben.

Tatsächlich klingen jedoch viele mögliche Paarungen langweilig. Gegen Zenit St. Petersburg, RB Salzburg, Shakhtar Donetsk, Benfica oder den FC Porto haben die Münchner in den letzten zehn Jahren gefühlt 100-mal gespielt.

Ajax Amsterdam ist zwar fußballerisch ein spannender Gegner, würde keine große Anreisezeit erfordern und sehenswerte Spiele versprechen, wäre aber gewissermaßen auch nichts Neues.

Das mit Abstand spannendste Los wäre demnach Atalanta Bergamo. Ein direktes Aufeinandertreffen in einem Pflichtspiel gab es zwischen den beiden Klubs noch nie. Im Jahr 2020 hätte es aber dazu kommen können, da der Serie-A-Klub im Champions-League-Viertelfinale bis zur 90. Minute gegen den späteren Final-Gegner Paris vorne lag.

Atalanta Bergamo ist ein Team, das sich auch gegen starke Gegner nicht versteckt und immer versucht, sein eigenes Spiel durchzubringen. Das italienische Team spielt nicht unbedingt landestypisch, sondern offensiv, aggressiv und unberechenbar.

Duelle gegen den FC Bayern dürften also definitiv torreich ausfallen, da die Münchner ja auch ihre Stärken in der Offensive haben. Von allen möglichen Partien wäre ein Aufeinandertreffen mit Nationalspieler Robin Gosens und Atalanta Bergamo sicherlich das interessanteste.

3. Topf 4: Young Boys Bern

Young Boys Bern
Die Young Boys Bern schickten im Vorjahr Leverkusen nach Hause / Pool/Getty Images

Der größte Name in Topf 4 ist eindeutig die AC Mailand, die es endlich mal wieder in die Königsklasse geschafft hat. Demnach ist das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams auch schon eine ganze Weile her.

In den 2000er Jahren waren die Rossoneri genau das, was in den 2010er Jahren Real Madrid war - nämlich immer wieder die Endstation für den FC Bayern. Nachdem die Münchner 2002 bereits beide Gruppenspiele gegen Milan verloren haben, war in den Jahren 2007 und 2008 im Achtel- bzw. Viertelfinale Schluss. Zu dieser Zeit spielten aber auch noch echte Topstars wie Kaká, Gattuso oder Maldini bei den Italienern.

Nach enttäuschenden Jahren hat Milan den Wiederaufbau geschafft und stellt eine interessante Truppe mit vielen jungen Talenten und Schweden-Legende Zlatan Ibrahimović. Eine Begegnung mit Mailand klingt mit Sicherheit interessant, wäre jedoch nicht möglich, wenn Atalanta bereits in die Bayern-Gruppe gelost wurde.

Viele spannende Alternativen hat Topf vier darüber hinaus nicht zu bieten. Weder Duelle mit Brügge, Malmö, Kiew, Beşiktaş oder Tiraspol wären ein wirklicher Leckerbissen.

Demnach wären die Young Boys Bern das interessanteste verbliebene Los. Tatsächlich gab es ein direktes Aufeinandertreffen zwischen Bayern und Bern in einem Pflichtspiel bislang noch nicht.

Im Vorjahr konnten die Young Boys aber auf sich aufmerksam machen, indem sie Bayer 04 Leverkusen völlig überraschend aus der Europa League warfen. Der Schweizer Klub schafft es im Kollektiv immer wieder, bei nominell stärkeren Teams gegenzuhalten und findet dabei oft auch fußballerische Lösungen.

Für den FC Bayern dürften die beiden Gruppenspiele aber dennoch locker machbar sein. Ausschließlich Kracher braucht es in der Gruppenphase aber ohnehin nicht und auch über eine kurze Anreisezeit freut sich ein Team immer.

Zudem ist die Stadt Bern für den deutschen Fußball etwas besonderes. Das Wunder von Bern aus dem Jahr 1954 wird für alle Zeiten in den Geschichtsbüchern bestehen bleiben und war wegweisend für eine ganze Nation. Allein durch die Erinnerung an dieses historische Ereignis hätte ein Spiel in Bern eine besondere Würze.

facebooktwitterreddit