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FC Bayern: 5 Parallelen zwischen Pep Guardiola und Hansi Flick

Hansi Flick
Bis 2023 Cheftrainer des FC Bayern: Hansi Flick | DeFodi Images/Getty Images

Hansi Flick hat den FC Bayern im Sturm erobert. Im November übernahm der 55-Jährige die Nachfolge des entlassenen Niko Kovac, längst ist gar nicht mehr daran zu denken, ihn durch einen anderen Trainer zu ersetzen. Die Mannschaft erinnert unter Flick an glorreiche Zeiten unter Jupp Heynckes oder Pep Guardiola, speziell zu letzterem können einige Parallelen gezogen werden.

Pep Guardiola mag kein Saubermann sein, seine fachlichen Kompetenzen sind jedoch unbestritten. Der Katalane hat bislang jede seiner Mannschaften besser gemacht, durfte sowohl mit dem FC Barcelona als auch mit dem FC Bayern und Manchester City herausragende Erfolge feiern. Nicht umsonst gilt er noch vor Jürgen Klopp als bester Trainer der Welt.

Auch Hansi Flick hat große Qualitäten. Der langjährige Co-Trainer von Bundestrainer Joachim Löw hat den Bayern neues Leben eingehaucht und ihnen ein Spielsystem beigebracht, das europaweit nur schwer zu knacken ist. Deshalb gehören die Münchner zu den Titelfavoriten in der Champions League. Doch was ist es, worin sich Guardiola und Flick ähnlich sind?

1. Klare Vorgaben

Thomas Mueller
DeFodi Images/Getty Images

Flick-Vorgänger Niko Kovac wurde für ein ideenloses Offensivspiel kritisiert. Klare Vorgaben gab es kaum, die Spieler sollten im letzten Drittel ihre Freiheiten haben. Unter Guardiola und Flick gibt es allerdings eindeutige Anweisungen - das kommt der Mannschaft laut Thomas Müller zugute: "Wir alle wissen jetzt wieder genau, was wir auf dem Platz machen wollen", sagte der Vorlagengeber vom Dienst (21 Assists in der Bundesliga) im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. "Dahin sind wir auch unter Hansi wieder ein Stück weit gekommen: dass es für Positionen klare Vorgaben gibt. Keine Optionen, sondern Vorgaben."

2. Pressing

Adam Pretty/Getty Images

Sobald der Gegner im Ballbesitz ist, geht es nur in eine Richtung: Nach vorne. Sowohl unter Guardiola als auch unter Flick laufen die Bayern extrem hoch an und setzen den ballführenden Spieler massiv unter Druck. Ziel dessen ist es, den Ball entweder so nah wie möglich vor dem gegnerischen Tor zu erobern oder den Gegenspieler zu einem unkontrollierten Pass zu zwingen. Dieses laufintensive Pressing kostet Kräfte und birgt Risiken ob der freien Räume, die dadurch geboten werden - aber es ist äußerst effektiv.

3. Volle Offensive

Serge Gnabry
Adam Pretty/Getty Images

Mit dem Pressing geht einher, dass das Spiel offensiv ausgerichtet ist. Bei Ballbesitz reihen sich viele Spieler in die vorderste Linie ein, dadurch soll Überzahl geschaffen werden. Zieht ein Spieler einen Gegenspieler mit und eröffnet so einen Raum, kann dieser sofort besetzt und bespielt werden. Auf diese Weise erspielt sich die Mannschaft zahlreiche Torchancen.

Was Flick im Gegensatz zu Guardiola gelang: In der abgelaufenen Saison erzielten die Bayern exakt 100 Bundesligatore. Der Höchstwert unter Guardiola liegt bei 94 Toren (2013/14).

4. Große Anerkennung bei der Mannschaft

Hansi Flick
Alexander Hassenstein/Getty Images

Der FC Bayern ist für jeden Trainer der Welt ein hartes Pflaster. Wer erfolgreich sein will, muss sich den Respekt der Mannschaft erarbeiten. Daran sind in der jüngeren Vergangenheit Carlo Ancelotti und Niko Kovac gescheitert, Pep Guardiola wurde dagegen ebenso verehrt wie Hansi Flick, den die Mannschaft nach dem Pokalsieg über Bayer Leverkusen (4:2) im Berliner Olympiastadion hochleben ließ.

Die Spieler hören auf ihren Trainer, folgen den Anweisungen vor und während den Spielen. Negative Stimmen wurden zu keinem Zeitpunkt laut - anders als unter Kovac, der immer wieder kritisiert worden ist. Das harmonische Verhältnis zur Mannschaft ist ein wichtiger Baustein für die Titeljagd.

5. Das Maximum in jedem Spiel

Hansi Flick
TF-Images/Getty Images

Flick und Guardiola sind zwei extrem ehrgeizige Trainer. In jedem Spiel zählt nur der Sieg, alles andere genügt nicht den eigenen Ansprüchen. Dabei wissen beide auch, unter welchem Druck sie stehen und dass sie beinahe gezwungen sind, wöchentlich drei Punkte einzufahren. Diesem Druck sind sie jedoch gewachsen, weil beide von Natur aus diese Gier und die Entschlossenheit vom Verein mittragen. Und selbst im Erfolgsfall geht es immer weiter - denn kurz nachdem ein Pokal gewonnen wurde, geht der Wettbewerb in die nächste Runde. Und der soll wieder gewonnen werden.