FC Barcelona

Talente ohne Ende: Der FC Barcelona befindet sich auf dem richtigen Weg

Nikolas Pfannenmüller
Die Zukunft des FC Barcelona dürfte mittelfristig wieder rosiger aussehen.
Die Zukunft des FC Barcelona dürfte mittelfristig wieder rosiger aussehen. / LLUIS GENE/GettyImages
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Es ist keine Neuigkeit, dass der FC Barcelona sowohl finanziell als auch sportlich zur Zeit ein tiefes Tal durchschreitet. Auf dem Weg zurück an die Spitze muss die Vereinsführung, das Trainerteam und die Spieler an einem Strang ziehen. Trotz aller Häme, die in den letzten ein, zwei Jahren auf den FC Barcelona einprasselte, sieht die mittelfristige Zukunft auf den zweiten Blick alles andere als deprimierend aus.


Liverpool und Milan gingen aus Schwächeperioden gestärkt hervor

Fans des FC Barcelona sollten sich dieser Tage nicht zu sehr grämen, denn auch schon andere Spitzenteams haben Negativphasen durchgemacht. Sogar der ruhmreiche FC Liverpool hatte vor ein paar Jahren eine Schwächeperiode. Auch in den ersten ein, zwei Jahren unter Jürgen Klopp lief nicht alles rund.

Stufenweise arbeiteten sich die Reds wieder nach oben. Die Krönung waren der Champions-League-Titel 2019 und der nationale Meistertitel 2020.

Auch der AC Mailand machte nach seinem vorerst letzten Meistertitel 2011 jahrelang einige schmerzliche Erfahrungen. Keine Kontinuität - weder auf der Trainerposition noch in der Führungsetage - ließ die Rossoneri auf der Stelle treten. Mehrmals konnte sich Mailand nicht einmal für die Europa League qualifizieren.

Heute zählt Mailand wieder zu den Spitzenteams in Italien. Das liegt einerseits an Zlatan Ibrahimovic, der vor knapp zwei Jahren in der Lombardei aufgeschlagen ist. Aber auch Trainer Stefano Pioli und eine umsichtige Transferpolitik haben dazu geführt, dass aus den Mailändern wieder ein respektiertes Team werden konnte.

Teure Transfers haben Barças Kassen leer gemacht

Blickt man nach Spanien, kann man den finanziellen Scherbenhaufen, vor dem der FC Barcelona steht, nicht wegdiskutieren. Stützen kann sich der Klub aber auf seine Tradition, die Erfolge in den vergangenen Jahrzehnten und seine riesige Anhängerschaft.

Die Krise haben sich die Katalanen durch überteuerte Transfers und überteuerte Gehälter selbst eingebrockt. Die Misere kam schleichend, aber nicht unerwartet. Für die Verantwortlichen gilt es jetzt, die richtigen Schlüsse zu ziehen und den Fokus wieder auf die Jugendarbeit zu richten.

Die angesehene Nachwuchsakademie La Masia wurde in den vergangenen Jahren vernachlässigt, viel lieber ging Barcelona teuer einkaufen und leistete sich Starspieler wie Phillipe Coutinho, Antoine Griezmann oder Ousmane Dembele. Allesamt Spieler, die die Erwartungen nur in Ansätzen erfüllen konnten.

Aus der Not eine Tugend machen

Die Krise bietet insofern auch eine Chance. Durch die finanzielle Notlage muss zwangsläufig wieder mehr Wert auf die Entwicklung von Nachwuchsspielern gelegt werden. Verfolgt man den Weg weiter, kann aus der Not eine Tugend werden. Lionel Messi, Iniesta und Xavi waren schließlich keine Zugänge von außen, sondern Eigengewächse.

Genau jener Xavi ist seit kurzem Cheftrainer von Barça. Als Spieler hatte Xavi seine Stärken als Stratege, als Trainer könnte sich seine Fähigkeit, ein Spiel perfekt zu lesen und zu durchleuchten, als gewinnbringend erweisen.

Als Absolvent der Nachwuchsakademie kann er seine wertvollen Erfahrungen an die jetzigen und zukünftigen Generationen weitergeben. Er weiß, was es heißt, als junger Spieler früh Verantwortung zu schultern. Gegenwärtig scheint auch eine Zeit zu sein, in der viele potentielle Bausteine der nächsten Jahre sich in der ersten Mannschaft etablieren.

Pedri, Fati und Gavi sind die drei Speerspitzen

Manche wie der 19-jährige Pedri und der gleichaltrige Ansu Fati haben das Potential, innerhalb des aktuellen Jahrzehnts zu den besten europäischen Fußballern der Welt zu zählen. Daneben ist der 17-jährige Gavi einer der Spieler, dem die Zukunft gehört.

Schon jetzt ist Gavi Stammspieler und es wirkt so, als ob man einen 27-Jährigen beim Spielen zusieht und nicht einem Teenager. Diese Geduld und Abgeklärtheit am Ball ist auch bei Pedri zu beobachten.

Auf Araujo wird eine wichtige Rolle zukommen

Vergessen sollte man bei einer Aufzählung der kommenden Säulen des FC Barcelona natürlich auch Ronald Araujo (22 Jahre) nicht. Der physisch imposante Innenverteidiger überzeugt nicht nur defensiv, sondern ist auch schnell, kopfballstark und im Angriff gefährlich. Eric Garcia (20) und Sergino Dest (21) komplettieren die Talente in der Abwehr.

Im Übrigen ist dem zentralen Mittelfeldspieler Nico Gonzalez (19) in dieser Saison der Durchbruch geglückt. Mittlerweile ist Gonzalez Stammspieler, am Wochenende erzielte er sogar seinen ersten La-Liga-Treffer.

Viele der jungen Spieler sind bereits Stammspieler

Der Vorteil des FC Barcelona ist, dass die meisten der aufgezählten Spieler trotz ihres jungen Alters bereits Stammspieler sind. Zumindest sportlich sieht die Zukunft verheißungsvoll aus. Auch die Wahl des Trainers könnte sich langfristig auszahlen. Xavi identifiziert sich gänzlich mit dem Klub und hat eine klare Idee, wie er Fußball spielen lassen möchte.

Wenn man den jungen Spielern nicht satte Altstars vor die Nase setzt, könnte der FC Barcelona schon in zwei Jahren national, aber auch wieder international oben mitmischen.

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