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Ex-HSV-Stürmer Lasogga in Katar auf dem Abstellgleis

Guido Müller
Pierre-Michel Lasogga, hier im Trikot des Hamburger SV
Pierre-Michel Lasogga, hier im Trikot des Hamburger SV / TF-Images/Getty Images
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Im Sommer 2019 begann Pierre-Michel Lasogga nach insgesamt sechs Jahren beim Hamburger SV (unterbrochen durch eine Leihe zum damaligen englischen Zweitligisten Leeds United) sein ganz persönliches Abenteuer in der katarischen Wüste. Doch nach anfänglichen Erfolgserlebnissen bei seinem neuen Klub Al-Arabi SC (der bullige Angreifer traf gleich in seinem Debütspiel) scheint der 28-Jährige dort nun auf dem Abstellgleis zu stehen.

Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge sei er im aktuellen Kader des katarischen Erstligisten nicht einmal mehr aufgelistet. Der Anfang vom Ende des Mittelstürmers im Emirat? Immerhin: Sein Vertrag bei Al-Arabi ist noch bis zum Sommer 2022 befristet.

Lasoggas Problem: Das Kontingent an Ausländern in der katarischen Qatar Stars League ist auf fünf Spieler pro Klub (bzw. Kader) beschränkt. Mit dem Spanier Marc Muniesa, dem Algerier Ayoub Azzi, dem Isländer Aron Gunnarson, dem Tunesier Hamdi Harbaoui sowie den Iranern Mehdi Torabi und Mehrdad Mohammadi sind es bei Al-Arabi - neben Lasogga - schon deren sechs. In der Konsequenz musste Lasogga in den letzten Monaten immer öfter auf der Tribüne Platz nehmen.

Gedanken an Rückkehr nach Europa und Vergleich mit Witsel

Bereits die Aussagen Lasoggas zu Jahresbeginn ließen einen vorzeitigen Abgang aus dem Wüstenstaat wahrscheinlich erscheinen. Damals sinnierte der Mittelstürmer über eine mögliche Rückkehr nach Europa (via Bild): "Es gibt einige Spieler, die bewiesen haben, dass das möglich ist. Die Voraussetzung ist, dass man an sich arbeitet und nicht eben nur das Leben genießt und sich auf die faule Haut legt."

Laosogga stellte in diesem Zusammenhang einen Vergleich mit dem Dortmunder Axel Witsel an, der zwischen Januar 2017 und Sommer 2018 den Sprung in die sportlich eher unbedeutende (finanziell aber umso interessantere) chinesische Liga wagte.

"Schauen Sie sich Axel Witsel an: Der ging nach China, alle dachten, dass es das war, er danach seine Sachen packt und aufhört. Und heute spielt er in Dortmund und ist dort einer der wichtigsten Spieler. Ich lasse nicht den Schlendrian einziehen und denke mit 28 noch lange nicht ans Karriereende."

Sehen wir Pierre-Michel Lasogga also bald wieder in einer der europäischen Ligen auf Torejagd gehen? Die aktuelle Situation des Spielers scheint dafür zu sprechen. Zu einer Rückkehr zum Hamburger SV dürfte es aufgrund finanzieller Unmöglichkeit aber wohl eher nicht kommen.

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