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Premier League macht alles platt: So viel haben die europäischen Top-Ligen ausgegeben

Dominik Hager
Erling Haaland und Robert Lewandowski haben im Sommer für viel Geld den Verein gewechselt.
Erling Haaland und Robert Lewandowski haben im Sommer für viel Geld den Verein gewechselt. / BSR Agency/GettyImages
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Das Transferfenster ist in den europäischen Top-Ligen seit dem 1. September geschlossen. Viele Top-Stars wie Robert Lewandowski, Erling Haaland oder Sadio Mané haben in diesem Sommer den Verein gewechselt. Da verwundert es wenig, dass in den vergangenen Wochen enorm viel Geld im Umlauf war. Als Hauptverantwortlicher ist glasklar die Premier League anzusehen, die in etwa so viel ausgegeben hat wie die vier weiteren Top-Ligen gemeinsam und mit einem Mega-Minus aus der Transferphase geht. Wir werfen einen genaueren Blick auf die Ausgaben und auch die Einnahmen der größten europäischen Ligen.


1. Premier League: 2.245.265.636 €

Antony
Der teuerste England-Neuzugang in diesem Sommer: Antony / Soccrates Images/GettyImages

Transferausgaben: 2.245.265.636 €
Transfereinnahmen: 888.305.000 €
Gesamtbilanz: -1.356.960.636 €

Die Premier League hat auch in diesem Sommer nur so mit Geld um sich geworfen. Insgesamt haben die 20 Premier-League-Klubs über 2 Milliarden Euro für Neuzugänge ausgegeben. Besonders locker saßen die Scheine beim FC Chelsea und Manchester United, die 282 bzw. 238 Millionen Euro ausgegeben haben. Alleine diese beiden Vereine haben damit gemeinsam mehr Geld investiert als die gesamte La Liga oder die Bundesliga. Als teuerster Transfer der Periode geht Antony (95 Millionen Euro) ein.

Typisch Premier League ist allerdings auch, dass selbst kleinere Vereine und Aufsteiger massig Geld ausgeben können. Denken wir nur an Nottingham Forest, die 162 Millionen Euro locker gemacht haben. Solche Mega-Investitionen wären in jeder anderen Liga undenkbar.

Die Premier League darf sich dafür aber auch über zahlreiche neue große Namen freuen. Unter anderem haben Erling Haaland, Kalidou Koulibaly, Casémiro, Darwin Nunez, Lisandro Martínez und Antony den Weg auf die Insel gefunden.

Bei all den Ausgaben sei angemerkt, dass auch das Plus in Höhe von 888.305.000 Euro üppig ausfiel, die Gesamt-Bilanz ist dennoch klar negativ.

2. Serie A: 749.225.000 €

Charles De Ketelaere
Charles De Ketelaere gehört zu den spannendsten Serie-A-Neulingen dieser Saison / Danilo Di Giovanni/GettyImages

Transferausgaben: 749.225.000 €
Transfereinnahmen: 745.819.545 €
Gesamtbilanz: -3.405.455 €

Ein klein wenig überraschend folgt die Serie A auf dem zweiten Rang. Mit 749.225.000 Euro haben die Klubs dennoch nur ein Drittel des Premier-League-Betrages ausgegeben. Juventus Turin hat als einziges Team die 100-Millionen-Schallmauer mit 102,4 Millionen Euro an Ausgaben übertroffen. Atalanta Bergamo blieb mit 98 Millionen Euro nicht weit darunter. Man muss dabei allerdings auch erwähnen, dass beide Teams durch Verkäufe große Summen eingenommen haben.

Insgesamt hielten sich in der Serie A Einnahmen und Ausgaben so ziemlich in der Wage. Der teuerste Transfer war der Brasilianer Bremer, der vom FC Torino zu Juve für 41 Millionen Euro wechselte. Der teuerste Neuzugang aus dem Ausland war Charles De Ketelaere, der für 32 Millionen Euro von Brügge zu den Rossoneri transferiert wurde.

3. Ligue 1: 557.850.000 €

Vitinha
Vitinha sorgt ab sofort im PSG-Mittelfeld für Betrieb / BSR Agency/GettyImages

Transferausgaben: 557.850.000 €
Transfereinnahmen: 601.515.909 €
Gesamtbilanz: 43.665.909 €


Auch die Ligue 1 platziert sich mit 557.850.000 Euro an Ausgaben noch vor der La Liga und der Bundesliga.
Dies ermöglicht natürlich - wie nicht anders zu erwarten war - Paris Saint-Germain. Der Hauptstadt-Klub hat sich mit Ausgaben von knapp 150 Millionen Euro aber fast schon zurückgehalten, wenn man die monströse Mbappé-Verlängerung außer Acht lässt. Der teuerste Neuzugang von Paris und auch der gesamten Liga war Vitinha vom FC Porto (41,5 Millionen Euro).

Tatkräftige Unterstützung erhielt der Liga-Krösus von Stade Rennes, Olympique Marseille und dem OGC Nizza, die allesamt über 70 Millionen Euro für Neuzugänge ausgegeben haben.

Im Gegensatz zu der Premier League und der Serie A verzeichnet die Ligue 1 trotz recht hoher Ausgaben ein nicht zu vernachlässigendes Transfer-Plus von gut 43 Millionen Euro.

4. La Liga: 509.690.000 €

Aurélien Tchouaméni
Aurélien Tchouameni soll bei Real Casemiro ersetzen / Thearon W. Henderson/GettyImages

Transferausgaben: 509.690.000 €
Transfereinnahmen: 453.250.000 €
Gesamtbilanz: -56.440.000 €

Die La Liga liegt mit Ausgaben von nur knapp über 500 Millionen Euro erstaunlich weit hinten. Dies liegt jedoch mitunter auch daran, dass mit Spielern wie Rüdiger, Christensen oder Kessié einig starke ablösefreie Spieler verpflichtet werden konnten.

Der einzige wirklich ausgabefreudige Klub war der FC Barcelona, der sich trotz Schuldenlast Spieler für mehr als 150 Millionen Euro gesichert hat. Real Madrid hat mit Aurélien Tchouameni (80 Millionen Euro) die teuerste Verpflichtung der Liga getätigt, trotzdem wurde durch Verkäufe ein Transferplus erzielt. Atlético und der FC Sevilla haben nur 26,5 bzw. 28 Millionen Euro ausgegeben, was für Klubs dieser Güteklasse durchaus wenig ist.

Nach der Premier League hat La Liga mit einer Gesamtbilanz mit 56 Millionen Euro das größte Minus gemacht, jedoch ist man derart weit von Premier-League-Sphären entfernt, dass das fast schon zu vernachlässigen ist.

5. Bundesliga: 484.080.000 €

Matthijs de Ligt
Bayern hat für Matthijs de Ligt ungewöhnlich viel Geld auf den Tisch gelegt / Marvin Ibo Guengoer - GES Sportfoto/GettyImages

Transferausgaben: 484.080.000 €
Transfereinnahmen: 528.735.000 €
Gesamtbilanz: 44.655.000 €

Die Bundesliga ist ihrem Ruf als sparsame Liga gerecht geworden und hat weniger Geld in die Hand genommen als die anderen Top-Ligen. Bei dem Gesamtbetrag muss man jedoch berücksichtigen, dass die oberste deutsche Spielklasse auch nur 18 Teams umfasst.

Am meisten Geld haben die Bayern (137,5 Millionen Euro) ausgegeben, gefolgt von Dortmund (91,1 Millionen) und Leipzig (59,5 Millionen). Teuerster Transfer war mit großem Abstand Matthijs de Ligt (67 Millionen Euro), jedoch haben Kicker wie Mané, Haller und Adeyemi auch über 30 Millionen Euro gekostet. Abgesehen von den Bundesliga-Top-Klubs hat jedoch kein Team teure Spieler verpflichtet.

Demnach übersteigen die Einnahmen auch die Ausgaben. Dabei gilt es aber zu berücksichtigen, dass insbesondere Bayern und Dortmund einiges an Geld eingenommen haben. Letztlich steht ein Plus von 44,6 Millionen, was jenes der Ligue 1 geringfügig übersteigt.

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