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EM 2020

EM 2020: Wales fährt Türkei gegen die Wand - Netzreaktionen im Überblick

Marc Knieper
Jubel-Ekstase bei den Walisern: Nach dem 2:0 gegen die Türkei befinden sich Bale und Co. schon fast im Achtelfinale
Jubel-Ekstase bei den Walisern: Nach dem 2:0 gegen die Türkei befinden sich Bale und Co. schon fast im Achtelfinale / Tolga Bozoglu - Pool/Getty Images
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Für viele Journalisten galt die Türkei als eine Art Geheimfavorit während der EURO 2020. Spätestens nach dem 0:2 gegen Wales ist der Zug abgefahren - und die K.-o.-Phase in weiter Ferne. Die Waliser stehen indes mit einem Bein im Achtelfinale. Den Spielbericht samt Netzreaktionen gibt es wie immer im Überblick.

Tore:
0:1 Aaron Ramsey (42.)
0:2 Connor Roberts (90.+6)

Besonderes Vorkommnis:
Gareth Bale verschießt einen Elfmeter (61.)


Das letzte Aufeinandertreffen beider Teams hatte es in sich: 1997 trennte man sich mit 6:4. Ein Ergebnis, das sich am Mittwochabend in Anbetracht aller Chancen (18:16 Torschüsse) tatsächlich hätte wiederholen können. Besonders die Türkei stand unter Zugzwang: Während sich Wales zum Auftakt der Europameisterschaft ein 1:1 gegen die Schweiz erspielte, wollte sich das Team von Senol Günes nach dem kläglichen 0:3 gegen Italien deutlich steigern - vergebens.

Dass die Türkei und Aserbaidschan gut befreundet sind, machte sich auf den Rängen des Nationalstadions in Baku stark bemerkbar. Die Flaggen beider Länder waren zuhauf im Doppelpack zu sehen. Sämtliche Ballstafetten der walisischen "Gäste" wurde mit Pfiffen übertönt. Gareth Bale und Co. interessierte das herzlich wenig. Nach nur sechs Minuten spielte der Real-Star wunderbar auf Aaron Ramsey, der trotz nötiger Coolness vorerst an Keeper Ugurcan Cakir scheiterte.

Nur zwei Minuten später schalteten die Türken bei einem Freistoß blitzschnell. Ein erster guter Distanzschuss von Burak Yilmaz aus knapp 15 Metern flatterte rechts am Kasten von Danny Ward vorbei. Anschließend rückte erneut Ramsey in den Fokus. Nach super Zuspiel tauchte der Juve-Profi völlig allein vor Cakir auf, doch drosch den Ball auf die Tribüne.

Aller guten Dinge sind drei: Ramsey mit dem 1:0

Nach einer fulminanten Anfangsphase traf Ramsey im dritten Versuch schließlich doch das türkische Tor. Der bisherige Chancentod startete in die Tiefe, wurde bilderbuchartig von Bale bedient und bewahrte diesmal einen kühlen Kopf.

Chapeau auch an Bale, der als Spielmacher fungierte, sich häufig fallen ließ, die Bälle aus der eigenen Hälfte abholte und das gesamte walisische Spiel damit immer wieder initiierte. Er sei "nicht Pfeil, sondern Bogen" des Spielaufbaus, konstatierte Co-Kommentator Thomas Broich.

Wales oder Australien?

Über die Trikots verlor der frühere A-League-Star indessen kein Wort. Dabei glich die Spielkleidung der Waliser enorm der Spielkleidung Australiens - der ehemaligen Heim- und Spielstätte von Broich. Eine lustige Feststellung, die aber keinesfalls die Späße bezüglich der Ton- und Bildaussetzer übertrumpfte.

2. Halbzeit: Bale vergibt doppelten Matchball

In Halbzeit zwei machten die Waliser dort weiter, wo sie im ersten Durchgang aufgehört hatten. Erst vergab der bis dato überzeugende Bale einen Elfmeter (61.) und jagte das Spielgerät bis nach Madrid, ehe er nur einige Sekunden später ein Geschenk des türkischen Keepers nicht verwerten konnte. Anschließend pendelte das Leder quasi tennisartig von Spielseite zu Spielseite, wirklich überzeugende Angriffe gab es aber nicht.

Roberts macht den Deckel drauf

Gegen Ende bot sich für den türkischen Eigentorschützen Merih Demiral aus dem Auftaktspiel gegen Italien noch die Chance auf den Ausgleich, doch Ward parierte aufmerksam (88.). Hitzige acht Minuten später klingelte es in der sechsten Minute der Nachspielzeit dann noch einmal im Tor der enttäuschenden Türken. Bale (90min Spieler des Spiels - trotz Elfer-Fehltritt!) setzte sich auf der Grundlinie überragend durch und übergab an Roberts, der die Kugel aus fünf Metern nur noch über die Linie drücken musste.

Der Waliser Gareth Bale ist 90min Spieler des Spiels
Trotz Elfer-Fehltritt: Gareth Bale (31) ist 90min Spieler des Spiels / Darko Vojinovic - Pool/Getty Images

Mit nun vier Punkten befinden sich die Waliser zumindest temporär auf Platz eins der Gruppe A und sind nur unweit entfernt vom Einzug in das Achtelfinale. Die Türken stehen indes mit dem Rücken zur Wand. Null Punkte und zwei enttäuschende Leistungen geben wenig Hoffnung auf ein glückliches Weiterkommen als Tabellendritter.


Türkei gegen Wales - Netzreaktionen

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